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02.04.2026 14:54



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Aktive Anlegerinnen und Anleger setzen inzwischen auf die Schaukelbewegung des DAX von Nachricht zu Nachricht. Das belastet nach Goldbergs Ansicht den Markt zusätzlich.

2. April 2026. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Einige Tage nach Beginn des Iran-Kriegs zeichnete sich erstmals ein grobes Kursmuster ab, das seitdem immer wieder zu beobachten ist: Spätestens einen Tag nach unserer Sentiment-Erhebung geht es mit dem DAX ins Wochenende hinein mehr oder weniger deutlich nach unten. Und zu Beginn der folgenden Woche ergibt sich eine teils deutliche Erholung.

So auch in dieser Woche, als es zum Freitagabend hin wieder einmal miserabel für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks aussah. Aber mit der neuen Woche war wieder alles anders, und die verstärkten Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges - US-Präsident Donald Trump möchte sich offenbar binnen weniger Wochen aus dem Mittleren Osten zurückziehen - haben den Aktienkursen auf die Sprünge geholfen.

In Zahlen ausgedrückt hatte sich der DAX seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung zeitweise um 3,4 Prozent abgeschwächt, sich aber heute früh zum ersten Mal seit einer Woche wieder in positives Terrain gewagt, so dass stichtagsbezogen ein Plus von 0,7 Prozent übrigbleibt.

Pessimisten ziehen sich zurück

Auch die Stimmung unter den von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont ist dem Muster der Vorwoche gefolgt. Denn unser Deutsche Börse Sentiment-Index ist gegenüber vergangenem Mittwoch um 12 Punkte auf einen neuen Stand von +31 gestiegen. Dabei hat sich vor allem das Bärenlager um deutliche 9 Prozentpunkte reduziert. Zwei Drittel der Wechselwilligen haben dabei ihre Positionen glattgestellt und sich zu den neutral gestimmten Akteuren gesellt. Lediglich ein Drittel der früheren Bären hat sich (vermutlich mit Gewinnen) direkt auf die Bullenseite begeben, also seine Engagements um 180 Grad gedreht. Damit hat sich das Bullenlager also gerade einmal um 3 Prozentpunkte erhöht.

Eine ähnliche Entwicklung hat sich bei den Privatanlegern ergeben, wenngleich in geringerem Ausmaß. Der Deutsche Börse Sentiment-Index in diesem Panel steigt ebenfalls, allerdings nur um 5 Punkte auf einen neuen Stand von +17. Weniger deutlich (im Vergleich zu den institutionellen Investoren) schrumpft daher das Bärenlager, und zwar um 3 Prozentpunkte, wobei sich die Wechselwilligen fast gleichmäßig (leicht zugunsten der Optimisten) auf die beiden anderen Gruppen verteilen. Betrachten wir die beiden Untergruppen, also diejenigen Anlegenden, die wir über Social Media befragen, und die übrigen Privatanleger, ist in der Endabrechnung kein Unterschied festzustellen: Die jeweiligen Sentiment-Indices haben sich im Gleichschritt jeweils um 5 Punkte verbessert.

Ein falsches Wort genügt womöglich

Dennoch stellen wir mit der heutigen Befragung eine vergrößerte Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren fest. Letztere sind wesentlich positiver eingestellt. Nicht aber, weil dort die Zahl der Optimisten deutlich gestiegen wäre. Vielmehr hatten die Bären das Heft des Handelns in der Hand. Dabei wurde der Rücksetzer des DAX seit unserer vergangenen Erhebung offenbar zu Rückkäufen genutzt, wobei sich der Bärenanteil bei den institutionellen Investoren nunmehr auf dem niedrigsten Stand des Jahres befindet.

Im gleichen Zuge ist damit die Unterseite beim DAX erneut nicht gut unterstützt, zumal das Nachfragepotenzial gegenüber der Vorwoche ausgedünnt wurde. Das eigentliche Problem stellen allerdings die Optimisten dar, von denen ein größerer Teil immer noch Positionen unterhält, deren Einstandspreise sich deutlich über dem derzeitigen Kursniveau befinden dürften - die günstigsten davon liegen wahrscheinlich bei 23.600/650 DAX-Zählern, weswegen wir in diesem Bereich erstes Angebot erwarten. Sollten die Optimisten von heute überdies zu der Überzeugung gelangen, dass sich die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage im Mittleren Osten als trügerisch erweist - vermutlich genügt schon ein falsches Statement -, um diesen Verdacht zu erhärten, würde die nächste Abgabewelle beim DAX nicht lange auf sich warten lassen. Allein aus Sentiment-technischer Sicht hat sich die Lage des DAX also nicht verbessert, sondern bleibt immer noch ungünstig.

von Joachim Goldberg

2. April 2026, © Goldberg & Goldberg für Deutsche Börse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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