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31.03.2026 07:57

Mick Schumachers frustrierender Neustart in der IndyCar-Welt

Letzter in der Fahrerwertung

Gordonville/Birmingham (dpa) - Die Ranch seiner Familie in Texas besucht Mick Schumacher zwei- oder dreimal im Jahr. Mama Corinna und Schwester Gina, beide leidenschaftliche Reiterinnen, betreiben nördlich von Dallas auf rund 1,6 Quadratkilometern Land eine Pferdezucht.

Für Mick, Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, bieten sich in diesem Jahr mehrere Stopover an. Schließlich bestreitet der 27-Jährige seine erste Saison in der US-IndyCar-Serie.

Aktuell hat Mick Schumacher sogar drei Wochen Rennpause. Erst am 19. April geht es in Long Beach (Kalifornien) weiter. Am vergangenen Wochenende wurde der frühere Formel-1-Pilot im Barber Motorsports Park bei Birmingham (Alabama) nur 24. Nach vier Rennen belegt Schumacher im Gesamtklassement als 25. sogar den letzten Platz. Das muss erstmal sacken.

«Druck war schon immer Teil meiner Karriere»

«Es ist eine neue Serie, eine neue Umgebung. Das bedeutet, dass ich eine Menge Dinge zum ersten Mal lerne und auch viele Informationen in der IndyCar-Serie zum ersten Mal sammle», erzählte Mick Schumacher schon vor seinem Frust-Rennen über 90 Runden.

«Druck war schon immer Teil meiner Karriere und meines Racings. Für mich fühlt es sich so an, als ob ich mit wachsendem Druck noch besser werde», meinte er. «Leute da draußen versuchen mir extra Druck aufzuerlegen, am Ende werden sie mir aber nie so viel aufladen, wie ich mir selber mache.»

Wer mit dem zentnerschweren Nachnamen Schumacher aufwächst, kennt sich mit XXL-Erwartungen aus - vor allem in der Motorsportwelt. Rückschläge waren da stets eingerechnet.

Haas sortierte Schumacher aus

Der große Traum von Mick Schumacher war es immer, seinem Vater Michael nachzueifern und in die Königsklasse des PS-Universums vorzustoßen. Er schaffte es sogar. Von 2021 bis 2022 war Mick Schumacher Stammpilot beim Hinterbänklerteam Haas, ehe er vor die Tür gesetzt wurde.

Der junge Deutsche hatte sich mehr Zuspruch und mehr Entwicklungszeit gewünscht, so wie in der Formel 3 und Formel 2, als er sich nach Stotterstarts jeweils in seinem zweiten Jahr zum Champion krönte.

Doch die Geduld bei Haas und dem damaligen Teamchef Günther Steiner war aufgebraucht. Nach einem Jahr als Ersatzfahrer bei Mercedes absolvierte Schumacher zwei Jahre für Alpine in der Langstrecken-WM, wo er auch am Klassiker 24 Stunden von Le Mans teilnahm.

Für eine Formel-1-Rückkehr reichte es nicht. Also entschied sich Schumacher für den Neustart im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten beim Rennstall Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL), der dem dreimaligen IndyCar-Champion Bobby Rahal, TV-Moderator David Letterman und Unternehmer Mike Lanigan gehört.

Crash und Schlagschrauber

«Das erste Mal in der Startaufstellung war so ganz anders. Die Wagen standen vor dem Start in der Pitlane, so viele Leute drumherum und ich wusste nicht, was ich tun soll», erinnerte sich Schumacher an sein Debüt in St. Petersburg (Florida), als er nach einem Auffahrunfall unverschuldet schon in der ersten Runde ausgeschieden war. Die Welt der Formel 1 ist durchgetaktet, IndyCar da doch etwas mehr Freestyle.

«Ich muss mich an viele Unterschiede gewöhnen. Ich will aber meine Sache gut machen und so schnell wie möglich lernen», versicherte Schumacher, der nur eine Woche danach bei seinem Oval-Debüt auf dem Phoenix Raceway als Vierter eine herausragende Qualifikation hinlegte. Im Rennen streikte dann aber bei einem Boxenstopp der Schlagschrauber - am Ende nur Platz 18.

Lob von einer IndyCar-Legende

Ein neues Auto, unbekannte Rennstrecken, ein anderer Fahrstil, wenn in den Kurven auch bei Höchstgeschwindigkeit nicht gebremst wird: All das verlangt einem Rookie viel, auch wenn sich Schumacher nicht als Neuling sieht. «Er hat schon verheißungsvolle Ansätze gezeigt für jemanden, der noch nie in dieser Serie gefahren ist», lobte ihn Teamchef und IndyCar-Legende Bobby Rahal.

Schumacher setzt auf den Faktor Zeit, wenn in seinem Cockpit die Automatismen greifen. «Das Wichtigste ist, dass ich mich immer wohler fühle, wenn ich ins Auto steige. Die Dinge sollen sich natürlich und mühelos anfühlen, so dass ich nicht groß darüber nachdenken muss, was ich gerade tue, sondern daran, was ich tun muss, um schneller zu fahren», sagte Schumacher. In Kalifornien in drei Wochen soll es für ihn schon besser laufen.



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