Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
30.03.2026 20:05

ROUNDUP/Todesstrafe für Terroristen: Israels Parlament stimmt zu

JERUSALEM (dpa-AFX) - Das israelische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt. 62 der 120 Abgeordneten der Knesset stimmten für den höchst umstrittenen Vorstoß der Partei Otzma Jehudit des rechtsextremen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir. 48 Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz, der Rest war abwesend oder enthielt sich. Auch der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab seine Stimme für den Vorstoß ab.

Kritiker sehen das Gesetz als rassistisch an, weil es de facto nur Palästinenser betrifft. Deutschland hatte sich mit weiteren europäischen Ländern gegen das Gesetz ausgesprochen.

Pflichtstrafe in Militärgerichten

Palästinenser, die vor Militärgerichten in den besetzten Gebieten wegen eines terroristisch motivierten Mordes verurteilt werden, droht die Todesstrafe, die Richter in so einem Fall verhängen müssen. Das Urteil kann angefochten werden. Im Falle einer Verurteilung soll die Todesstrafe binnen 90 Tagen durch Erhängen von einem Gefängniswärter vollstreckt werden.

Vor zivilen Gerichten in Israel kann nach dem Gesetzentwurf eine Person, die wegen eines terroristisch motivierten Mordes mit dem Ziel der Vernichtung des Staates Israel verurteilt wird, entweder mit der Todesstrafe oder mit lebenslanger Haft bestraft werden.

Aufgrund des Rückwirkungsverbots kann das neue Gesetz aber etwa nicht auf Hamas-Terroristen angewendet werden, die am Massaker am 7. Oktober 2023 im israelischen Grenzgebiet beteiligt waren.

Befürworter sprechen von Abschreckung

Ben-Gvir sprach zum Abschluss einer stundenlangen Debatte von einem historischen Moment der Gerechtigkeit. Jeder Terrorist müsse wissen, dass er Mord mit seinem Leben bezahlen werde. Das Gesetz werde dem israelischen Volk "den Stolz zurückbringen". Er warf der Europäischen Union vor, sie sehe es nicht gerne, dass Israel sich gegen Terrorismus verteidige.

Der Sicherheitsausschuss der Knesset hatte den Entwurf zuletzt für die zweite und dritte Lesung gebilligt. Der Vorsitzende des Ausschusses, Zvika Fogel, sprach von einem "wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Abschreckung des Staates Israel". Menschenrechtsorganisationen hatten zu einem Stopp des kontroversen Vorhabens aufgerufen.

Letzte Hinrichtung war von NS-Verbrecher Eichmann

Israel hatte die Todesstrafe für Mord im Jahr 1954 abgeschafft. Das israelische Gesetz ermöglichte zwar weiter die Verhängung der Todesstrafe in bestimmten Fällen, etwa gegen NS-Verbrecher oder bei Verrat in Kriegszeiten. Die Hinrichtung des deutschen NS-Verbrechers Adolf Eichmann im Jahre 1962 war aber das letzte Mal, dass eine von einem ordentlichen Gericht in Israel ausgesprochene Todesstrafe vollstreckt wurde.

Außenminister appellierten vergeblich an Israel

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) und seine Kollegen aus Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich hatten am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung ihre "tiefe Besorgnis" über den Gesetzentwurf geäußert.

"Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung", teilten die Minister mit. "Deshalb lehnen wir die Todesstrafe weltweit unter allen Umständen ab." Berlin, Paris, Rom und London forderten die Verantwortlichen nachdrücklich auf, die Pläne aufzugeben.

Kritik an dem Gesetz auch in Israel

Auch in Israel gab es Kritik an dem Gesetz. "Israel befindet sich mitten in einem Krieg, in dem es beansprucht, die demokratische und liberale Welt gegenüber den Kräften des Bösen im Iran und darüber hinaus zu vertreten", schrieb ein Kommentator der "Times of Israel". "Die Verabschiedung des Gesetzes gerade jetzt könnte Israel international erheblichen Schaden zufügen und seinem ohnehin zunehmend angeschlagenen Image schaden."

Das israelische Demokratie-Institut kritisierte in einem Gutachten zu dem Gesetz, dass es die Richter im Militärgericht dazu zwinge, die Todesstrafe zu verhängen, und dass es ihnen die notwendige Einzelfallprüfung nehme. Es widerspreche den demokratischen und rechtsstaatlichen Werten Israels, weil es nur gegen Palästinenser gerichtet sei. Das Gesetz könne auch zu irreversiblem Justizfehlern führen und Israel international politisch schaden. Außerdem helfe es nach Ansicht von Experten nicht effektiv im Kampf gegen Terror.

Der oppositionelle Abgeordnete Avigdor Lieberman, der sich grundsätzlich für die Todesstrafe für Terroristen aussprach, sagte während einer stundenlangen Debatte, er rechne damit, dass Israels höchstes Gericht das Gesetz kippen werde./le/DP/he



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   36 37 38 39 40    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.167     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
31.03.2026 06:30 EQS-Adhoc: Sehr starker Auftragseingang im ersten Quartal; U...
31.03.2026 06:28 Rubio: Nato darf 'keine Einbahnstraße sein'
31.03.2026 06:28 Menschenrechtsorganisation verurteilt Rekrutierung von Kinde...
31.03.2026 06:27 Thron samt Toilette: Trump-kritische Kunst in Washington
31.03.2026 06:26 Beschuss von Golfstaaten geht weiter - Iran warnt
31.03.2026 06:26 ROUNDUP: Öltanker vor der Küste von Dubai beschossen
31.03.2026 06:26 EQS-Adhoc: Ad hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR - Jungfrauba...
31.03.2026 06:25 Ostbeauftragte besucht PCK-Raffinerie in Brandenburg
31.03.2026 06:24 Niedersachsen sucht nach neuen Erdgaslagerstätten
31.03.2026 06:23 Deutsche-Börse-Chef: Brauchen mehr private und betriebliche...
31.03.2026 06:22 Entscheidender Tag im Awo-Tarifstreit?
31.03.2026 06:19 'Beschämend': Kritik an Merz-Ansage zur Ausreise von Syrern
31.03.2026 06:19 Ukraine: Toter und Verletzte in Region Poltawa
31.03.2026 06:17 'Tagesspiegel': Bahn behebt Personalmangel in Stellwerken
31.03.2026 06:16 Mitarbeiter bezahlt: Schlangen an US-Airports lassen nach
31.03.2026 06:16 Trump könnte arabische Länder um Kriegskosten-Anteil bitten
31.03.2026 06:16 Tanker vor der Küste von Dubai beschossen
31.03.2026 06:15 Selenskyj kontert Rheinmetall-Chef nach 'Hausfrauen'-Zitat
31.03.2026 06:15 Das muss man aus der Biografie von Wolfgang Grupp wissen
31.03.2026 06:14 Ab Herbst 2026 gibt es auch in Texas ein Hofbräuhaus
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
01.04.2026

AVENTRON AG
Geschäftsbericht

Y.D. MORE INVESTMENTS LTD
Geschäftsbericht

WCM BETEILIGUNGS- UND GRUNDBESITZ AG
Geschäftsbericht

VESYNC CO LTD
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services