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08.02.2026 09:19

Weniger Windstrom trotz Ausbaus – Wetter bremst Erzeugung

Erneuerbare Energien

Hamburg (dpa) - Die für die Energiewende wichtigen Windkraftanlagen haben in Deutschland 2025 trotz starken Ausbaus weniger Strom produziert als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden nach vorläufigen Daten im vergangenen Jahr 132,6 Terawattstunden (TWh) Windstrom erzeugt - nach 138,3 TWh im Jahr zuvor, wie der für die Nordsee zuständige Netzbetreiber Tennet Germany der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Über alle Erzeugungsgarten hinweg wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesnetzagentur insgesamt 437,6 TWh Strom realisiert.

Vor allem an Land nur wenig Wind im vergangenen Jahr

Grund für den Rückgang war das Wetter. «2025 wehte vor allem an Land nur ein durchschnittlich laues Lüftchen, unter normalen Umständen wäre die Windausbeute aufgrund des Zubaus von Windkraftanlagen deutlich höher ausgefallen», hieß es bei dem für die Ostsee zuständigen Netzbetreiber 50Hertz. 2023 sei das stärkste Windjahr seit mehr als 20 Jahren gewesen, 2024 habe im langjährigen Mittel gelegen.

Von der Nordsee wurden im vergangenen Jahr insgesamt 20,8 TWh Offshore-Windenergie an Land übertragen, wie Tennet mitteilte. Das entspreche in etwa dem Vorjahreswert. Mit den 20,8 TWh Strom könnte rein rechnerisch der Jahresbedarf von rund 6,5 Millionen Haushalten gedeckt werden. 

Die sechs Meereswindparks in der Ostsee wiederum erzeugten nach 50Hertz-Angaben im vergangenen Jahr rund 5,4 TWh Strom - rund zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rechnerisch könnte damit der Stromverbrauch der Großstadt Leipzig und ihres Umlands abgedeckt werden.

Bis zu 300 Gigawatt Leistung in der Nordsee

Bereits beim Nordsee-Gipfel 2023 im belgischen Ostende hatten die Anrainerstaaten beschlossen, die Nordsee zum «grünen Kraftwerk für Europa» auszubauen. Ziel war, dort bis 2050 gemeinsam bis zu 300 Gigawatt Leistung zu installieren. Beim jüngsten Nordsee-Gipfel Ende Januar in Hamburg kündigten Deutschland, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Großbritannien sowie Irland und Luxemburg an, die Nordsee «zum weltgrößten Drehkreuz» für saubere Energie machen zu wollen. Die Staaten einigten sich, bis zu 100 Gigawatt Leistung grenzüberschreitend zu vernetzen.

«Europa hat jetzt die Chance, das volle Potenzial der Nordsee als grünes Kraftwerk zu heben», sagte Tennet-Germany-Chef Tim Meyerjürgens der dpa. Dieses Potenzial sei der wichtigste Baustein für ein sicheres, unabhängiges und energieresilientes Europa. Tennet Germany stehe als einer der größten Offshore‑Übertragungsnetzbetreiber für die Realisierung bereit.

Deutschland steigt bei Tennet Germany ein

Das niederländische Mutterunternehmen Tennet hatte zuletzt mitgeteilt, dass Deutschland 25,1 Prozent von Tennet Germany übernehmen werde. Dafür werde der Bund rund 3,3 Milliarden Euro investieren über die staatliche Förderbank KfW. Das niederländische Staatsunternehmen werde am Ende noch knapp 29 Prozent an der deutschen Tochter halten, teilte die Tennet Holding in Arnheim mit. Beim Ostsee-Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz ist der Bund bereits mit 20 Prozent beteiligt.

Aus Sicht von 50Hertz-Chef Stefan Kapferer wird auch die Ostsee für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz in Deutschland immer wichtiger. So gehe der Windpark Windanker von Iberdrola voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an Netz. 2028 soll dann der bisher größte Offshore-Windpark Gennaker folgen. Erstmals werde 50Hertz zudem im Gemeinschaftsprojekt Bornholm Energy Island mit dem dänischen Partner Energinet den Zugang zu Windstrom außerhalb der deutschen Gewässer ermöglichen.



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