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22.04.2025 12:49

KORREKTUR: Bundesbank sieht klaren Willen zum Erhalt des Bargelds

(Im letzten Satz wurde berichtigt, dass die Bundesbank ihr Filialnetz modernisiert rpt modernisiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Zukunft ohne Bargeld mögen sich die meisten Menschen in Deutschland nicht vorstellen. Laut einer Umfrage der Bundesbank zum Zahlungsverhalten finden es 69 Prozent der Befragten wichtig, selbst Bargeld nutzen zu können. Nur rund 9 Prozent messen dem überhaupt keine Wichtigkeit bei. Für die Gesellschaft als Ganzes wurde die Bedeutung von Bargeld sogar von 72 Prozent als sehr wichtig oder ziemlich wichtig eingeschätzt.

Trotz einiger Nachteile wie Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder Überfällen sieht sich die Bundesbank in der Verantwortung, Bargeld als Zahlungsmittel zu erhalten und zu fördern. Eine Zukunft mit Bargeld sei entgegen der mehrheitlichen Auffassung in der Bevölkerung aber nicht selbstverständlich, wie Szenarien der Bundesbank zeigen.

Abwärtsspirale verstärkt sich selbst

In Frankfurt sieht man die Gefahr eines sich selbstverstärkenden Negativtrends bei der Bargeldnutzung. So könnten bei einer geringeren Nachfrage teure Geldautomaten und Auszahlstellen reduziert werden und Händler geneigt sein, aus Kostengründen kein Bargeld mehr anzunehmen. Bargeld könnte so im Jahr 2037 nur noch eingeschränkt genutzt werden und seine gesamtgesellschaftlichen Funktionen nicht mehr erfüllen.

Es wird weniger bar gezahlt

Bereits aktuell sinkt die Bedeutung von Barzahlungen in Deutschland rapide. Während Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2017 noch etwa drei Viertel ihrer alltäglichen Zahlungen mit Bargeld tätigten, war es im Jahr 2023 nur noch knapp die Hälfte. Gemessen am Umsatz macht Bargeld nur noch 26 Prozent der privaten Zahlungen aus, welche die Bundesbank in regelmäßigen Befragungen erhebt. Zuletzt haben im Herbst 2023 mehr als 5.000 Personen daran teilgenommen. Sie setzten häufiger Kredit- und Debitkarten sowie moderne Zahlverfahren über Mobilfunk und Internet ein.

Eine relative Mehrheit von 48 Prozent der Befragten erwartet, dass in 15 Jahren Bargeld aus dem Alltag verschwunden sein wird. Nur 39 Prozent gehen davon aus, dass es dann noch so genutzt werden kann wie bisher.

Viele Argumente für das Bargeld

Verschiedene Argumente für Bargeld finden in der Bevölkerung breite Zustimmung. Die wichtigsten sind die Verfügbarkeit auch bei technischen Ausfällen, der pädagogische Wert für Kinder, Datenschutz und Anonymität, die finanzielle Teilhabe aller Bevölkerungsschichten oder auch die Möglichkeit, Banknoten aufzubewahren.

Die Bundesbank will im Zusammenspiel mit der Europäischen Zentralbank das Bargeld im Euroraum erhalten. Solange die Bürgerinnen und Bürger es nutzen wollten, müsse es allgemein verfügbar bleiben und akzeptiert werden. Dafür werde das eigene Filialnetz modernisiert und über das im vergangenen Jahr gegründete Bargeldforum der Austausch der verschiedenen Interessengruppen organisiert./ceb/DP/mis



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