Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
22.05.2022 14:12

Zunahme von Affenpocken-Fällen erwartet - aber keine Pandemie

BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der Affenpocken-Nachweise wird in nächster Zeit weiter steigen. Damit rechnen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Experten. Um die Ausbreitung zu stoppen, sei es "dringend notwendig", das Bewusstsein für die Virenerkrankung zu erhöhen, hieß es Samstagnacht von der WHO in Genf. Außerdem müssten Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert sowie Ansteckungswege rückverfolgt werden. Für die Allgemeinheit sehen Experten dennoch keinen Grund zur Besorgnis.

In Deutschland sind inzwischen drei Fälle der Viruserkrankung bestätigt, einer in München und zwei in Berlin. Die WHO berichtet mit Stand Samstag von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen in Ländern, in denen das in West- und Zentralafrika heimische Virus normalerweise nicht auftritt.

Die Infektionen seien atypisch, weil die meisten Betroffenen zuvor nicht in diese Länder gereist seien. Dass die Fälle über Europa verteilt festgestellt werden, lege nahe, dass das Virus schon eine Weile weitergegeben werde. In Europa wurden bisher unter anderem Fälle gemeldet aus Spanien, Großbritannien, Frankreich, Italien oder der Schweiz. Auch in Australien, Kanada und den USA gab es Nachweise der Erkrankung.

"Eine neue Pandemie haben wir nicht zu befürchten", sagte der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maxiliams-Universität München in einem am Samstag bei "Zeit Online" veröffentlichten Interview. Affenpockenviren seien andere Erreger als die Auslöser der Menschenpocken.

Die Krankheit gehöre zu den Zoonosen, also Krankheiten, die immer wieder vom Tier auf den Menschen übergehen und sich kaum zwischen Menschen übertragen würden. "Da wir kaum mehr Immunität gegen die klassischen, seit über 40 Jahren in der Natur ausgerotteten Pockenviren haben, breiten sich aber auch die Affenpocken immer mal aus, aber lediglich punktuell. Das machen sie bei Weitem nicht so effizient wie die Grippe oder Sars-CoV-2", sagte der Pockenvirologe.

Die momentan festgestellten Erkrankungen betreffen laut WHO hauptsächlich - aber nicht nur - Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben. Bei allen derzeit genetisch analysierten Fällen handele es sich bei dem Erreger um die westafrikanische Variante, auch bei dem Patienten in München. Sie führt im Vergleich zur zentralafrikanischen Variante grundsätzlich zu milderen Verläufen.

Mit einem weiteren Anstieg der Infektionen rechnet auch Clemens Wendtner, Chefarzt der infektiologischen Klinik des Schwabinger Krankenhauses, wo der Münchner Patient behandelt wird - ein 26 Jahre alter Mann aus Brasilien. Er war von Portugal über Spanien nach München gereist und hatte sich zuvor in Düsseldorf und Frankfurt/Main aufgehalten.

In Nordrhein-Westfalen liegen nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums Hinweise "auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus" vor. Diesen Hinweisen werde nachgegangen, sagte ein Sprecher am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Allgemein geht man davon aus, dass die westafrikanischen Affenpocken eine Sterblichkeit von insgesamt einem Prozent haben, das betrifft vor allem Kinder unter 16 Jahren", sagte Wendtner. "Man muss aber bedenken, dass diese Daten aus Afrika nicht zwingend übertragbar auf das Gesundheitswesen in Europa oder den USA sind, bei uns wäre die Sterblichkeit eher niedriger anzusetzen. Das ist eine Erkrankung, die meines Erachtens nicht das Potenzial hat, die Bevölkerung massiv zu gefährden."

Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Übertragen wird der Erreger Virus vor allem über direkten Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Materialien.

Vorsicht ist nach Ansicht Wendtners bei immunsupprimierten Patientengruppen geboten, also solchen mit nur schwachen Abwehrkräften. "Dazu gehören beispielsweise HIV-Patienten ohne ausreichende medikamentöse Krankheitskontrolle, aber zum Beispiel auch Tumorpatienten mit schwerer Immunsuppression etwa nach Stammzelltherapie." Es werde diskutiert, ob man diese Risikogruppen mit einer Impfung schütze. Seit 2013 ist in der EU demnach der Impfstoff Imvanex zugelassen. Auch die Impfung von Kontaktpersonen wird momentan geprüft. Die WHO wollte Experten einberufen, um mögliche Impfempfehlungen zu erörtern.

Mit dem Medikament Tecovirimat gibt es neben der Impfung eine in der EU zugelassene Therapiemöglichkeit für die Affenpocken-Erkrankung. Die WHO wies allerdings darauf hin, dass die Gegenmittel momentan nicht flächendeckend verfügbar seien. Reisebeschränkungen oder Absagen von Veranstaltungen in betroffenen Ländern sind aus Sicht der WHO derzeit nicht notwendig. Es könne bei Massenveranstaltungen zwar zu Ansteckungen kommen, Vorsichtsmaßnahmen gegen Covid-19 würden aber auch gegen Affenpocken wirken.

Den Patienten in Deutschland geht es den Angaben der Ärzte und Behörden zufolge gut. Der Münchner Patient habe relativ wenig Symptome, sagte Wendtner. Der Zustand der beiden Patienten in Berlin sei stabil, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstag mitteilte. Mit welche Variante sich diese beiden angesteckt haben, sei bisher unklar, entsprechende Analysen liefen./ags/DP/jha



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 143     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
26.06.2022 17:25 Bayerns Innenminister verteidigt Umfang des G7-Polizeieinsat...
26.06.2022 17:24 Johnson lobt Deutschlands Unterstützung für die Ukraine
26.06.2022 17:14 G7: Klimaschützer werfen Scholz Abkehr von Vereinbarungen v...
26.06.2022 17:10 Athen lässt russischen Tanker mit iranischem Öl frei
26.06.2022 17:10 ROUNDUP/Scholz: G7 geschlossen und entschlossen gegen Russla...
26.06.2022 17:07 GESAMT-ROUNDUP 2: G7-Staaten zeigen Geschlossenheit - Kiew u...
26.06.2022 17:04 Bericht: AS Rom träumt von Cristiano Ronaldo
26.06.2022 17:01 Premier bis in die 30er Jahre? - Johnson irritiert mit Äuß...
26.06.2022 16:55 Ukrainischer Außenminister fordert von G7 härtere Russland...
26.06.2022 16:53 Neue Daten zu Omikron-Impfstoffen - Unmut über Zulassungspr...
26.06.2022 16:45 GESAMT-ROUNDUP: Erstmals wieder Raketen auf Kiew - G7 betone...
26.06.2022 16:40 Wissing will besseres Internet im ICE
26.06.2022 16:31 ROUNDUP 2/Start der Sommerferien: Die Bewährungsprobe für ...
26.06.2022 16:26 Experte: Geplantes Corona-Sachverständigengutachten hilft n...
26.06.2022 16:23 Witze über Putin und Söders G6 - Splitter vom G7-Gipfel
26.06.2022 16:22 ROUNDUP: Ausländische Helfer sollen Ferienchaos an Flughäf...
26.06.2022 16:22 Im Meistertrikot zur Tour: Politt weiter auf Erfolgskurs
26.06.2022 16:20 EU dürfte Pläne für Gold-Importverbot gegen Russland unte...
26.06.2022 16:19 Biden: G7-Staaten wollen Importverbot für russisches Gold v...
26.06.2022 16:17 Die G20 killen? EU-Ratspräsident sieht G7-Staaten vor schwe...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
27.06.2022

Japan
Geschäftsklimaindex

USA
Bestellung langlebiger Wirtschaftsgüter

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services