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09.07.2026 09:47

OTS: Allianz Trade / Studie: Die nächste schwere Flut würde Deutschland in ...

    Studie: Die nächste schwere Flut würde Deutschland in den folgenden
drei Jahren bis zu 108 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung kosten
Hamburg (ots) - Prävention rechnet sich vierfach

- Die direkten Flut-Schäden sind im vergangenen Vierteljahrhundert
  kontinuierlich gestiegen; europaweit summieren sie sich seit 2000 auf 226 Mrd.
  Euro
- Ein Hochwasserereignis 2027 könnte die deutsche Wirtschaftsleistung in den
  darauffolgenden drei Jahren kumuliert um rund 108 Mrd. Euro reduzieren
- Prävention zahlt sich aus: Jeder in Hochwasserschutz investierte Euro
  vermeidet Schäden in etwa vierfacher Höhe
- Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten sich die jährlichen
  durchschnittlichen Flutschäden in der EU und im Vereinigten Königreich bis
  2100 auf nahezu 50 Mrd. Euro pro Jahr versechsfachen

Hochwasser sind längst nicht mehr nur ein Umwelt- oder Infrastrukturproblem,
sondern entwickeln sich zunehmend zu einem erheblichen Wachstums- und
Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste
Analyse des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. Demnach könnte
ein signifikantes Hochwasserereignis die deutsche Wirtschaftsleistung in den
darauffolgenden drei Jahren[1] kumuliert um rund 108 Mrd. Euro reduzieren.
Gleichzeitig zeigt die Studie: Investitionen in Hochwasserschutz und
Anpassungsmaßnahmen zahlen sich volkswirtschaftlich mehrfach aus.

"Hochwasser sind extrem teuer - und sie häufen sich", sagt Milo Bogaerts, CEO
von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Flut-Schäden in
den fünf Jahren zwischen 2020 und 2025 liegen in ganz Europa rund 40 % über den
Schäden (Deutschland 184 %) im gesamten ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts (2000
bis 2009). Ein Hochwasser ist zwar zunächst ein lokaler Schock, die ökonomische
Folgewirkungen erfassen jedoch die gesamte Volkswirtschaft. Neben den direkten
und sichtbaren Schäden sind es vor allem die wirtschaftliche Reaktionen wie
ausbleibende Investitionen, geringere Einkommen und schwächeres Wachstum, die
die Kosten von Flutereignissen in die Höhe treiben."

Investitionen zahlen sich vierfach aus - ohne Anpassung drohen enorme Schäden

Angesichts dieser erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden besteht umso
größerer Handlungsbedarf bei der Klimaanpassung. Die ökonomische Bilanz von
Anpassungsmaßnahmen fällt eindeutig aus: Investitionen in natürliche
Rückhalteflächen, widerstandsfähige Infrastruktur und eine risikobewusste
Flächenplanung erzielen einen immensen volkswirtschaftlichen Nutzen.

"Investitionen in Hochwasserschutz zahlen sich aus", sagt Hazem Krichene, Senior
Klimaökonom bei Allianz Research. "Jeder investierte Euro spart Schäden in etwa
vierfacher Höhe. Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten die jährlichen
Flusshochwasserschäden in der EU und im Vereinigten Königreich bis 2100 um den
Faktor sechs auf nahezu 50 Mrd. Euro pro Jahr[2] ansteigen. Anpassung an
Hochwasserrisiken ist viel mehr als bloße Klimapolitik - sie ist vorsorgende
Wirtschafts- und Fiskalpolitik. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Nichtstuns
werden deutlich höher sein als die Kosten wirksamer Präventionsmaßnahmen."

Deutschland trägt die höchsten Hochwasserschäden Europas

Zwischen 2000 und 2025 verzeichnete Deutschland mit rund 69 Mrd. EUR (78 Mrd.
USD) die höchsten kumulierten Hochwasserschäden aller europäischen Länder. Damit
liegt Deutschland deutlich vor Italien (37 Mrd. EUR ) und Spanien (22 Mrd. EUR).
Ursache sind nicht nur einzelne Extremereignisse wie die Flutkatastrophe im
Ahrtal 2021, sondern auch die hohe Konzentration wirtschaftlicher Werte in
gefährdeten Regionen. Europaweit summierten sich die wirtschaftlichen
Flut-Schäden seit 2000 auf 226 Mrd. Euro.

Hochwasser bremsen Investitionen und Wachstum

Ein schweres Hochwasser wirkt sich auf Investitionen, Einkommen, Konsum und
öffentliche Finanzen aus. Besonders betroffen sind die
Unternehmensinvestitionen. Eine neuerliche schwere Flut 2027 in Deutschland
würde in den Jahren bis 2030 zu einem kumulierter Rückgang der
Bruttoanlageinvestitionen von 11,9 % führen, was einem Verlust von rund 83,6
Mrd. Euro entspräche. Damit verzeichnet Deutschland den höchsten absoluten
Investitionsausfall aller untersuchten Länder.

"Sachschäden sind nur eine Komponente bei den Kosten von Hochwassern", sagt
Krichene. "Das Wirtschaftswachstum leidet langfristig. Ursache für den von uns
modellierten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 0,7 %
beziehungsweise 108 Mrd. Euro sind neben den direkten Sachschäden vor allem
verzögerte Investitionen, Produktionsunterbrechungen, gestörte Lieferketten und
schwächere Konsumnachfrage."

Kaufkraft weggespült: Haushalte mit Mehrkosten und Einkommensausfällen

Neben Unternehmen geraten auch private Haushalte unter Druck. Das reale
verfügbare Einkommen in Deutschland sinkt nach einem schweren Hochwasserereignis
kumuliert um rund 4,1 %. Reparaturkosten, Einkommensausfälle und steigende
Lebenshaltungskosten belasten die Kaufkraft über mehrere Jahre hinweg.

"Fluten treffen private Haushalte besonders stark", sagt Krichene. "Zum einen
natürlich, weil das eigene Zuhause betroffen und teilweise die Existenz
gefährdet ist. Zum anderen aber auch finanziell und über viele Jahre.
Entsprechend geht auch der private Konsum zurück. Für Deutschland führt ein
Flutereignis zu einen kumulierten Konsumverlust von rund 44 Mrd. Euro.
Gleichzeitig steigt das Preisniveau leicht an, da beschädigte Infrastruktur und
Lieferkettenengpässe das Angebot von Waren und Dienstleistungen einschränken."

Zusätzliche Belastung für die öffentlichen Haushalte

Hochwasser verschlechtern zudem die finanzielle Lage des Staates. Für
Deutschland würde sich das staatliche Defizit zwischen 2027 und 2030 kumuliert
um 1,7 Prozentpunkte des BIP ausweiten. Höhere Ausgaben für Soforthilfe,
Wiederaufbau und Infrastruktur treffen dabei auf rückläufige Steuereinnahmen.
Hochwasserrisiken sind auch eine finanzpolitische Herausforderung und die
Prävention eine Form vorsorgender Fiskalpolitik.

Deutschland verbessert Rahmenbedingungen - Umsetzung bleibt aber (zu) langsam

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 wurden in Deutschland Frühwarnsysteme
ausgebaut, das Klimaanpassungsgesetz verabschiedet und Hochwassergefahrenkarten
überarbeitet. Dennoch gibt es auch weiterhin erhebliche Defizite bei der
Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen.

Ein Beispiel ist das Nationale Hochwasserschutzprogramm. Obwohl seit 2013
Maßnahmen im Umfang von 6 bis 7 Mrd. Euro geplant wurden, sind bislang lediglich
etwas mehr als 500 Mio. Euro tatsächlich abgeflossen. Zentrale Hindernisse sind
vor allem langwierige Genehmigungsverfahren sowie die komplexe
Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Die vollständige Studie (ENG, pdf) finden Sie hier:

https://bit.ly/4h2CUqv

[1] Die Berechnung basiert auf der Simulation eines Hochwasserereignisses, das
von Satelliten erkannt wird. Die Berechnung der ökonomischen Auswirkungen
bezieht sich auf ein Ereignis 2027 und die Folgen in den drei darauffolgenden
Jahren zwischen 2027 und 2030.

[2] Die Kosten wurden unter Annahme einer Klimaerwärmung von 3°C bis 2100
berechnet ohne entsprechende Anpassungsmaßnahmen.

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und
anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz
gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100
Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,
um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die
Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen
kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff
auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt
umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen
Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und
gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte
und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating
von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im
Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900
Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen
konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit
Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören
u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der
branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der
Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der
"Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und
Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten
Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen
ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß
der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen
einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der
Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen
einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen
Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw.
ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich
der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen,
sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen,
regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die
Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge
und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine
Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

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