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01.07.2026 13:20

IRW-News: Dr. Reuter Investor Relations: Warum richtet Europa seinen Blick auf Brasilien, wenn es um kritische Rohstoffe geht?

IRW-PRESS: Dr. Reuter Investor Relations: Warum richtet Europa seinen Blick auf Brasilien, wenn es um kritische Rohstoffe geht?

Europas industrielle Zukunft könnte zunehmend von einem Land abhängen, das bislang eher mit Landwirtschaft, Biodiversität und Energie als mit strategischen Rohstoffen in Verbindung gebracht wurde. Doch angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen, fragiler Lieferketten und der rasant steigenden Nachfrage nach Zukunftstechnologien entwickelt sich Brasilien zu einem der wichtigsten Bausteine der europäischen Strategie zur Sicherung kritischer Rohstoffe.

Diese Entwicklung steht für einen grundlegenden Wandel der globalen Industriepolitik. Seltene Erden, Niob, Lithium, Graphit und andere kritische Mineralien gelten längst nicht mehr als gewöhnliche Rohstoffe. Sie bilden heute die Grundlage für Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien, Verteidigungstechnologien, Halbleiter, künstliche Intelligenz und moderne Fertigung.

Für Europa wird der verlässliche Zugang zu diesen Rohstoffen damit immer wichtiger.

Die Europäische Union ist weiterhin in hohem Maße auf den Import kritischer Rohstoffe angewiesen, während China bei der Verarbeitung und Raffination vieler dieser Materialien eine dominierende Stellung einnimmt. Nach Angaben des German Institute for Global and Area Studies (GIGA) entfallen rund 90 % der weltweit raffinierten Seltenen Erden für Permanentmagnete auf China. Damit verfügt das Land über erheblichen Einfluss auf eine der strategisch wichtigsten Lieferketten der Welt.

Diese starke Abhängigkeit bereitet europäischen Entscheidungsträgern zunehmend Sorgen. Die in den vergangenen Jahren von China eingeführten Exportbeschränkungen haben verdeutlicht, dass kritische Rohstoffe auch als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden können. Mit dem Critical Raw Materials Act sowie dem RESourceEU Action Plan hat die EU deshalb die Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung zu einer strategischen Priorität erklärt.

Vor diesem Hintergrund rückt Lateinamerika zunehmend in den Mittelpunkt der europäischen Rohstoffpolitik. Von den 34 kritischen Rohstoffen, die von der Europäischen Union identifiziert wurden, kommen 25 in Lateinamerika vor. Innerhalb dieser Region nimmt Brasilien aufgrund seiner außergewöhnlich vielfältigen und umfangreichen Rohstoffvorkommen eine Schlüsselrolle ein.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Europas Engagement inzwischen weit über diplomatische Absichtserklärungen hinausgeht.

Anfang dieses Jahres unterzeichneten Deutschland und Brasilien eine gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich kritischer und strategischer Rohstoffe. Die Vereinbarung umfasst Forschung, Exploration, Verarbeitungstechnologien, Finanzierung und Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette und unterstreicht die wachsende Übereinstimmung zwischen Europas industriepolitischen Zielen und Brasiliens Rohstoffpotenzial.

Dabei hat Brasilien deutlich gemacht, dass das Land künftig weit mehr sein möchte als lediglich ein Lieferant von Rohstoffen.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat wiederholt betont, dass Brasilien den Ausbau eigener Verarbeitungs- und Raffinerungskapazitäten anstrebt und einen größeren Teil der Wertschöpfung im eigenen Land halten möchte. Anstatt ausschließlich Rohstoffe zu exportieren, sucht Brasília gezielt internationale Partner, die in Raffination, industrielle Verarbeitung und den Aufbau nachgelagerter Industrien investieren.

Für Europa eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, widerstandsfähigere Lieferketten aufzubauen und gleichzeitig die industrielle Entwicklung in politisch verlässlichen Partnerländern zu fördern.

Die Dringlichkeit nimmt zusätzlich zu, weil Europa längst nicht mehr der einzige Wirtschaftsraum ist, der den brasilianischen Rohstoffsektor verstärkt in den Fokus rückt. Auch die Vereinigten Staaten intensivieren ihre Bemühungen, alternative Lieferketten für kritische Mineralien aufzubauen. Dadurch verschärft sich der Wettbewerb um hochwertige Projekte, die künftig den westlichen Bedarf decken könnten.

Brasilien befindet sich damit zunehmend im Zentrum eines globalen Wettbewerbs um strategische Rohstoffe.

Vor diesem geopolitischen Hintergrund gewinnen einzelne Entwicklungsprojekte erheblich an Bedeutung.

Zu den Unternehmen, die sich in diesem Umfeld positionieren, gehört St George Mining. Das Araxá-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais hat aufgrund seiner Kombination aus Seltenen Erden und Niob in den vergangenen Monaten verstärkt internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

St George übernahm das Projekt Anfang 2025 und konzentriert sich seitdem auf die Erweiterung der Ressourcenbasis, metallurgische Untersuchungen und die Weiterentwicklung des Projekts. Das Projekt liegt unmittelbar neben etablierten Niob-Minen in einer der bekanntesten Bergbauregionen Brasiliens und verbindet eine ausgezeichnete Infrastruktur mit einer kontinuierlich wachsenden Ressourcenbasis.

Die jüngsten Bohrergebnisse lieferten erneut breite und hochgradige Mineralisierungsabschnitte und deuten darauf hin, dass sich die Lagerstätte über die bislang definierten Grenzen hinaus erstreckt.

Im März 2026 veröffentlichte das Unternehmen ein deutlich erweitertes Ressourcenmodell. Demnach verfügt Araxá über insgesamt 70,91 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Ressourcen mit durchschnittlich 4,06 % Total Rare Earth Oxides (TREO) sowie über eine bedeutende Niob-Ressource. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die größte karbonatitgebundene Hartgesteinslagerstätte für Seltene Erden in Südamerika.

Die Bedeutung des Projekts geht jedoch weit über seine Geologie hinaus.

Das spanische Engineering-Unternehmen Técnicas Reunidas unterzeichnete kürzlich eine Absichtserklärung mit St George Mining, um Produkte aus Araxá hinsichtlich ihrer möglichen Einbindung in europäische Verarbeitungsprozesse zu untersuchen. Die Initiative ist Teil von PERMANET, einem von der Europäischen Union geförderten Projekt zum Aufbau einer integrierten europäischen Wertschöpfungskette für Permanentmagnete.

Ziel ist es herauszufinden, welchen Beitrag zukünftige Produkte aus Araxá zum Aufbau unabhängiger europäischer Lieferketten für Seltene Erden außerhalb Chinas leisten können.

Auch institutionelle Investoren scheinen die wachsende strategische Bedeutung des Projekts zunehmend zu erkennen.

Im Juni 2026 sicherte sich St George Mining im Rahmen einer institutionellen Platzierung Kapitalzusagen in Höhe von 60 Millionen australischen Dollar. Der bestehende Großaktionär Hancock Prospecting beteiligte sich dabei mit weiteren 20 Millionen australischen Dollar. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Mittel die Machbarkeitsstudien, die Projektentwicklung sowie nachgelagerte Entwicklungsprogramme beschleunigen und damit den Aufbau alternativer Lieferketten für Seltene Erden und Niob unterstützen.

Bemerkenswert ist diese Investition jedoch nicht allein aufgrund ihres Umfangs, sondern vor allem wegen der langjährigen Erfolgsbilanz von Hancock Prospecting im Bereich kritischer Rohstoffe.

Unter der Führung von Executive Chairman Gina Rinehart hat Hancock eines der bedeutendsten Beteiligungsportfolios im internationalen Seltene-Erden-Sektor aufgebaut. Das Unternehmen ist heute größter Aktionär von MP Materials in den USA, größter Anteilseigner von Arafura Rare Earths in Australien sowie zweitgrößter Aktionär von Lynas Rare Earths. Gemeinsam repräsentieren diese Unternehmen einen Großteil der bestehenden beziehungsweise künftigen Seltene-Erden-Produktion außerhalb Chinas.

Vor diesem Hintergrund erscheint das fortgesetzte Engagement von Hancock bei St George Mining als konsequente Fortsetzung einer langfristigen Investitionsstrategie entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Seltenen Erden. Anstatt ausschließlich auf bereits produzierende Unternehmen zu setzen, investiert Hancock gezielt auch in fortgeschrittene Entwicklungsprojekte mit strategischem Potenzial. Für Investoren liefert das Engagement einen weiteren Hinweis darauf, dass erfahrene und langfristig orientierte Investoren weiterhin erhebliches Potenzial in Projekten sehen, die künftig zur Diversifizierung westlicher Lieferketten beitragen könnten.

Die jüngsten Entwicklungen bei Hancock Prospecting zeigen zudem, dass strategische Investoren kritische Rohstoffe zunehmend im Zusammenhang mit einem wesentlich größeren Technologie-Ökosystem betrachten.

Im Juni 2026 kündigte Hancock eine bedeutende Beteiligung an SpaceX an, einem der weltweit führenden Unternehmen der Raumfahrtindustrie. Auch wenn diese Investition unabhängig vom Bergbauportfolio des Unternehmens erfolgte, unterstreicht sie einen immer deutlicher werdenden Trend: Zukunftsbranchen wie Raumfahrt, künstliche Intelligenz, Verteidigung, Robotik und die Energiewende sind in hohem Maße auf eine sichere Versorgung mit kritischen Rohstoffen angewiesen. Für langfristig orientierte Investoren wird der Zusammenhang zwischen Spitzentechnologie und Rohstoffsicherheit daher immer offensichtlicher.

Ein ähnlicher Wandel ist inzwischen auch im Bergbausektor zu beobachten.

Investoren bewerten Projekte heute nicht mehr ausschließlich anhand kurzfristiger Rohstoffpreise. Stattdessen rückt zunehmend die Frage in den Vordergrund, welche Rolle einzelne Lagerstätten künftig innerhalb strategischer Lieferketten einnehmen können. Regierungen fördern den Aufbau eigener Verarbeitungsindustrien, Industrieunternehmen sichern sich langfristige Bezugsquellen und institutionelle Investoren investieren gezielt in Projekte, die dazu beitragen können, die Abhängigkeit von wenigen dominierenden Anbietern zu verringern.

Das Araxá-Projekt scheint innerhalb dieses strukturellen Trends gut positioniert zu sein.

Bemerkenswert ist zudem, dass auch industrielle Marktteilnehmer das Potenzial des Projekts zunehmend erkennen. Im Juni vereinbarte Amperex Technology Limited (ATL), das von St George als einer der weltweit führenden Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien bezeichnet wird, im Rahmen einer umfassenderen Restrukturierungsvereinbarung den Erwerb einer strategischen Beteiligung an St George Mining. Auch wenn daraus derzeit noch keine konkreten Geschäftsbeziehungen abgeleitet werden können, verdeutlicht der Einstieg das wachsende Interesse industrieller Unternehmen an Projekten, die künftig wichtige Rohstoffe für moderne Fertigungsindustrien liefern könnten.

Für Europa reichen die Auswirkungen dieser Entwicklung weit über einzelne Bergbauprojekte hinaus.

Das Zusammenspiel aus dem EU-Mercosur-Abkommen, der intensiveren Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Deutschland sowie dem zunehmenden Engagement europäischer Industrieunternehmen bei brasilianischen Rohstoffprojekten deutet auf eine neue strategische Ausrichtung hin. Ziel ist es nicht mehr allein, den Zugang zu Rohstoffen sicherzustellen. Vielmehr sollen widerstandsfähige industrielle Wertschöpfungsketten entstehen, die Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien, Verteidigungstechnologien, Luft- und Raumfahrt, moderne Fertigung sowie digitale Infrastruktur langfristig unterstützen.

Dies markiert einen grundlegenden Wandel in der europäischen Industriepolitik.

Über Jahrzehnte hinweg verließ sich Europa weitgehend auf globale Märkte und internationale Lieferketten. Die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben jedoch die Verwundbarkeit dieses Modells deutlich gemacht. Heute setzen politische Entscheidungsträger verstärkt auf eine breitere Diversifizierung der Bezugsquellen, den Ausbau eigener Verarbeitungskapazitäten und langfristige Partnerschaften mit politisch verlässlichen, rohstoffreichen Staaten.

Brasilien erfüllt diese Voraussetzungen zunehmend.

Das Land verfügt über weltweit bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden, Niob, Graphit, Lithium, Nickel sowie zahlreichen weiteren Rohstoffen, die von der Europäischen Union als strategisch eingestuft werden. Gleichzeitig zeigen die verschiedenen Kooperationsabkommen mit Deutschland und der Europäischen Union, dass sich die Zusammenarbeit zunehmend von politischen Absichtserklärungen hin zu konkreten industriellen Projekten entwickelt.

Auch Brasiliens eigene Ambitionen entwickeln sich weiter.

Das Land möchte sich nicht länger ausschließlich als Rohstoffexporteur positionieren, sondern den Ausbau eigener Verarbeitungsindustrien vorantreiben, internationale Investitionen anziehen und einen größeren Teil der Wertschöpfung im eigenen Land realisieren. Diese Strategie passt hervorragend zu Europas Ziel, integrierte Lieferketten aufzubauen, die weit über die reine Rohstoffförderung hinausreichen.

Für Bergbauunternehmen in Brasilien könnte sich daraus ein attraktives Marktumfeld ergeben. Projekte mit hochwertigen Lagerstätten, guter Infrastruktur, einem stabilen regulatorischen Umfeld und Potenzial für industrielle Partnerschaften dürften zunehmend in den Fokus rücken, wenn Regierungen und Industrie nach langfristig verlässlichen Lieferanten suchen.

Das Araxá-Projekt vereint viele dieser Eigenschaften.

Die Kombination aus Größe, Gehalt, Standort und wachsender institutioneller Unterstützung positioniert das Projekt in einem der dynamischsten Segmente des globalen Rohstoffmarktes. Zwar stehen - wie bei jedem Großprojekt - noch umfangreiche Entwicklungsarbeiten bevor. Dennoch spiegelt das zunehmende Interesse am Projekt die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen wider, die derzeit den Markt für kritische Rohstoffe prägen.

Letztlich wird Europas Weg zu größerer strategischer Autonomie von weit mehr abhängen als nur von neuen Gesetzen.

Der Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten erfordert langfristige Investitionen, internationale Partnerschaften und die Erschließung neuer Rohstoffquellen, die den zukünftigen industriellen Bedarf decken können. Brasilien verfügt über viele der Rohstoffe, die Europa benötigt. Europa wiederum bringt Kapital, Technologie und industrielles Know-how mit.

Entscheidend wird nun die Umsetzung sein.

Gelingt es Regierungen, Industrie und Investoren, ihre strategischen Ziele in langfristige Partnerschaften zu überführen, könnte Brasilien zu einem der wichtigsten Pfeiler der europäischen Industrie der Zukunft werden. Unternehmen mit strategisch bedeutenden Projekten wie St George Mining und dem Araxá-Projekt könnten sich damit an der Schnittstelle zweier langfristiger Megatrends positionieren: Europas Streben nach größerer Rohstoffsicherheit und Brasiliens Aufstieg zu einem der weltweit wichtigsten Lieferanten jener Rohstoffe, auf denen die Industrien der Zukunft aufbauen werden.

Quellen

https://www.riotimesonline.com/eu-four-brazil-critical-mineral-projects-hannover/

https://www.intellinews.com/europe-eyes-brazil-s-rare-earth-rush-448080/?source=latam-metals-and-mining

https://www.riotimesonline.com/eu-brazil-rare-earths-serra-verde-us-deal-june-2026/

https://www.giga-hamburg.de/en/publications/giga-focus/europe-s-quest-for-critical-raw-materials-in-latin-america

https://agenciabrasil.ebc.com.br/en/economia/noticia/2026-04/brazil-germany-ink-deal-critical-minerals-and-rare-earths

https://www.stgm.com.au/

https://www.reuters.com/business/media-telecom/australias-richest-person-rinehart-takes-1-billion-stake-spacex-ipo-wsj-reports-2026-06-15/?utm_source=chatgpt.com

Lassen Sie sich in den Verteiler für St George Mining oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: Verteiler St George Mining oder Nebenwerte.

St George Mining

Land: Australien

ISIN: AU000000SGQ8

https://stgm.com.au/

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