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| 01.07.2026 11:12 Korruptions-Razzia wegen Tickets für Fußball-EM 2024 ErmittlungenDüsseldorf (dpa) - Wegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-EM 2024 in Deutschland haben Ermittler bundesweit zahlreiche Stadtverwaltungen durchsucht. Das hat eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) NRW bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA NRW ermitteln wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. Stadtverwaltungen sollen tausende EM-Tickets zu Vorzugspreisen erhalten haben. Diese seien von einigen Städten genutzt und unterschiedlich verwendet worden, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit. Innenminister Reul kündigt konsequente Aufklärung an«Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil. Wer im öffentlichen Dienst die Hand aufhält, bekommt von uns Besuch», teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft lebten vom Vertrauen der Menschen in den Sport und in die Behörden, die ihn möglich machen. «Dieses Vertrauen lassen wir nicht durch ein paar Einladungen und Eintrittskarten beschädigen. Der Verdacht wiegt schwer, und genau deshalb wird er konsequent aufgeklärt», sagte Reul. Die Ermittler des LKA arbeiteten «gründlich, sachlich und ohne Ansehen der Person». Informationen der «Bild»-Zeitung, wonach auch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bunds in Frankfurt durchsucht worden sei, bestätigten die Ermittler offiziell zunächst nicht. Die Maßnahmen dauerten noch an. Die Beschuldigten hätten bislang keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, hieß es. Es gelte die Unschuldsvermutung. 66-Jähriger aus Gelsenkirchen im FokusAus Sicherheitskreisen hieß es, ermittelt werde gegen einen 66-jährigen Deutschen und einen 46-jährigen Franzosen. Zur Ausrichtung des Turniers sei die Euro 2024 GmbH als Tochtergesellschaft der UEFA Events SA und der DFB EURO GmbH gegründet worden. So soll der 66-Jährige als ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen zum EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen worden sein. Er habe dadurch im Rahmen seiner Amtsausübung einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt. Er sei bereits wegen Betrugsverdachts sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt polizeilich in Erscheinung getreten und inzwischen nicht mehr für die Stadt Gelsenkirchen tätig. Nach den Ermittlungen sei davon auszugehen, dass vergleichbare Einladungen auch an EM-Projektleitungen weiterer Gastgeberstädte ausgesprochen wurden, teilten die Kreise mit. Ferner habe sich der Verdacht einer strukturierten Vorteilsgewährung durch die Euro 2024 GmbH ergeben. Diese soll mehrere tausend Eintrittskarten zur internen Verwendung an die zehn Austragungsstädte vergeben haben. Ob und in welchem Umfang diese Karten und Einladungen zu Spielbegegnungen angenommen wurden, sei ebenfalls Gegenstand des Verfahrens. Durchsuchungen in neun AustragungsstädtenDurchsuchungen sollte es entsprechend bei den Stadtverwaltungen Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München geben. Bei der Stadtverwaltung Leipzig werde ein sogenanntes Herausgabe-Ersuchen vollstreckt. Durchsucht werden sollten zudem zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, ein Unternehmen in Bayern sowie die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main als früherer Sitz der Euro 2024 GmbH. Weitere Nachrichten |
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