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| 12.06.2026 05:59 DW-Intendantin Massing warnt vor zu engem Auftrag für Auslandssender BONN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Intendantin der Deutschen Welle (DW), Barbara Massing, hat sich gegen eine zu enge Auslegung des künftigen Auftrags des Auslandssenders ausgesprochen. Hintergrund ist eine Debatte über die künftige Ausrichtung der DW. Anfang Juni hatte das Bundeskabinett eine Stellungnahme zur Aufgabenplanung des Senders beschlossen. Zugleich arbeitet die Bundesregierung an einer Reform des Deutsche-Welle-Gesetzes. "Für mich ist entscheidend, dass bei der DW-Gesetzesnovelle der Blick geweitet bleibt", sagte Massing der Deutschen Presse-Agentur. "Dieses Gesetz wird wahrscheinlich für die nächsten 20 Jahre halten müssen. Alles, was man jetzt abschneidet, kann man nicht kurzfristig wieder aufbauen." Regierung setzt auf stärkere Fokussierung In der Stellungnahme, die der dpa vorliegt, heißt es, maßgeblich für den Erfolg der DW sei nicht die größtmögliche globale Reichweite, sondern ihre Wirkung in für Deutschland und Europa besonders relevanten Zielregionen. Medienstaatsminister Wolfram Weimer hatte die Deutsche Welle in einer Mitteilung als "Deutschlands mediale Botschafterin im Ausland" bezeichnet. Angesichts der geopolitischen Lage müsse sich der Sender stärker auf Regionen konzentrieren, die für Deutschland und Europa besonders relevant seien. Massing warb dagegen dafür, auch Regionen außerhalb Europas im Blick zu behalten. "Nur weil eine Region geografisch weit entfernt ist, heißt das nicht, dass sie nicht relevant ist für Deutschland", sagte sie. Indien, Indonesien oder der südamerikanische Mercosur-Raum seien für die deutsche Wirtschaft und internationale Beziehungen von großer Bedeutung. Die Deutsche Welle könne als Brückenbauerin einen wichtigen Beitrag leisten. Debatte über Finanzierung Die Diskussion fällt in eine Zeit finanzieller Einschnitte. Die Deutsche Welle muss nach eigenen Angaben in diesem Jahr 21 Millionen Euro einsparen. Grund sind ein um zehn Millionen Euro reduzierter Bundeszuschuss sowie zusätzliche Belastungen durch Tarifsteigerungen. Massing warb vor diesem Hintergrund für eine langfristige Finanzierungsperspektive. "Ich glaube, die Vorstellung, dass man in Länder hineingeht, wenn eine Krise entsteht, und wieder herausgeht, wenn die Krise vorbei ist, funktioniert nicht", sagte sie. "Ich brauche Medienmarken, denen die Menschen glauben und vertrauen. Deshalb brauche ich langfristige Präsenzen in den Märkten." Sonst funktioniere das auch im Moment der Krise nicht./svv/DP/zb Weitere Nachrichten |
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