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26.05.2026 13:07



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der DAX rückt nach einem starken Wochenauftakt wieder an sein Rekordhoch heran. Ob daraus mehr wird, dürfte vor allem das Zusammenspiel aus Ölpreis, Renditen und Zinserwartungen entscheiden. Charttechniker äußern sich bereits sehr zuversichtlich.

26. Mai 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Hoffnungen auf ein kurz bevorstehendes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Börsen zum Start der neuen Woche beflügelt. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) stieg um 1,0 Prozent auf rund 632 Punkte, der DAX (DE0008469008) legte sogar um 2,0 Prozent auf 25.389 Punkte zu. Nachdem die beiden Indizes bereits in der Vorwoche deutlich zulegen konnten (3,0 bzw. 3,9 Prozent), stehen sie nun kurz vor ihren Allzeithochs. Heute Morgen drohen zunächst allerdings leichte Rücksetzer, nachdem es im Nahen Osten wieder zu kriegerischen Handlungen gekommen ist und US-Präsident Donald Trump betonte, bei den Verhandlungen "keine Eile" zu haben. Die asiatischen Aktienmärkte verbuchten heute Morgen größtenteils moderate Abschläge, nachdem dort gestern (wie auch in den USA) nicht gehandelt wurde.

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1. Juni, 12 Uhr: Abgestürzt, aber nicht abgehakt: Neue Chancen bei Software-Aktien. Mit Stefan Waldhauser #305

Software-Aktien waren lange die Lieblinge der Börse - und sind dann brutal abgestürzt. Höhere Zinsen, sinkende Bewertungen und die Angst vor KI-Disruption haben viele frühere High-Growth-Stars schwer getroffen. Doch Stefan Waldhauser sieht gerade darin neue Chancen Wir wollen von Stefan wissen, ob aus dem Wachstumscrash neue Cashflow-Stories werden können. Und wie er den Börsengang von SpaceX als Investment bewertet. 

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Ölpreis "heute hü und morgen hott"

Markus Reinwand von der Helaba beschreibt die Lage an den Finanzmärkten als Bewegung "zwischen Hoffen und Bangen". Sobald Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Krieg bestehe, gebe der Ölpreis nach, ebenso die Anleiherenditen. Aktien, Gold und Euro legten dann zu. In die Gegenrichtung laufe das Muster, wenn der Ölpreis wegen fehlender Verhandlungsperspektiven steige.

Mit "heute hü und morgen hott" beschreiben die Strategen der NordLB die Entwicklung am volatilen Rohölmarkt. Der Preis für ein Fass Brent fiel gestern auf unter 96 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Heute Morgen liegt er bei 98 Dollar.

Berndt Fernow von der LBBW verweist darauf, dass die Börsen offenbar nicht mehr an eine erneute Eskalation der Kampfhandlungen am Persischen Golf glauben. Das begrenze allerdings auch das Überraschungspotenzial nach oben. Selbst eine konstruktive Lösung könne schnell einer nüchterneren Betrachtung der entstandenen wirtschaftlichen Schäden weichen.

Markus Reinwand

Markus Reinwand

Renditen als großer Risikofaktor

Neben der geopolitischen Lage bleibt der Renditeanstieg ein zentrales Thema. Aus Sicht der LBBW frisst sich die Krise am Persischen Golf über Energiepreise, Vorprodukte und Transportkosten weiter durch die Volkswirtschaften. Uwe Streich sieht darin einen Grund, warum die Notenbanken restriktiv bleiben dürften. In diesem Zusammenhang bezeichnet er die Kapitalkosten als "Achillesferse des KI-Booms", der als Triebfeder des anhaltenden Aufschwungs an den Aktienmärkten gilt. Der Aufbau immer größerer Rechenzentren benötigt hohe Investitionen und zunehmend auch Kapitalmarktfinanzierung. Steigende Zinsen erhöhen die Gewinnschwelle der Betreiber und verändern die Bewertungsmodelle der Investoren. Das trifft besonders Unternehmen, deren erwartete Erträge weit in der Zukunft liegen.

DAX-Konzerne mit solider Bilanz

Demgegenüber steht hierzulande eine Berichtssaison, die aus Sicht der LBBW weniger schwach ausfiel als befürchtet. Fernow verweist darauf, dass sich die positiven und negativen Ausblicke der DAX-Unternehmen in etwa die Waage hielten. In den Quartalszahlen spiegelten sich die neuen Probleme erst in Ansätzen wider. Positiv wertet er unter anderem Aussagen von Infineon, aus der Chemieindustrie, von einigen Automobilherstellern und aus dem Investitionsgüterbereich. Fernow sieht darin einen Hinweis auf eine gewisse Resilienz der DAX-Konzerne. In der vorangegangenen Berichtssaison habe es noch mehr negative Ausblicke gegeben.

Das technische Bild weiß zu überzeugen

Aus charttechnischer Sicht ist das Allzeithoch bei 25.507 Punkten für den DAX noch in dieser Woche "greifbar nahe", wie Marcel Mußler von den Mußler Briefen gestern Mittag schrieb. Auch darüber hinaus ergeben sich jetzt nach seiner Analyse "ganz neue mittelfristige Perspektiven", wenn auch die US-Märke "nach oben wegziehen". Der technische Analyst verweist dabei auf einen neuen Aufwärtstrendkanal, der aktuell bei 26.430 Punkten verläuft und perspektivisch weiter ansteigt. Ralf Umlauf von der Helaba ist ebenfalls optimistisch für den DAX: "Die Indikatoren stehen weiteren Kursgewinnen nicht entgegen, das Allzeithoch ist in Reichweite." Mußler verweist zudem auf den Nebenwerte-Index SDAX (DE0009653386), der bereits neue Rekordhochs markiert hat. Das Kursbarometer bestätige sich "als Frontrunner in der DAX-Familie, der jetzt Lust auf mehr macht".

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Dienstag, 26. Mai

16.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen. Die Deutsche Bank erwartet einen Rückgang von 92,8 auf 91,9 Punkte. Die Commerzbank stellt sich auf 91,5 Punkte ein, die LBBW auf rund 90 Punkte. Als Belastungsfaktoren nennt die LBBW höhere Energiepreise und die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irankrieg.

Donnerstag, 28. Mai

11.00 Uhr. Eurozone: Wirtschaftsstimmung. Die LBBW geht von einem leichten Rückgang des Wirtschaftsvertrauens aus und verweist auf steigende Finanzierungskosten, eine verhaltene Industriekonjunktur sowie eine nur zögerliche Erholung im Dienstleistungssektor. Die Deka sieht die Stimmung durch hohe Energiepreise,

Lieferkettenprobleme und Unsicherheit belastet.

14.30 Uhr. USA: Auftragseingang langlebiger Güter. Der Konsens liegt bei einem Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Deutsche Bank ist mit 0,1 Prozent deutlich vorsichtiger, LBBW und Deka gehen von 3,0 Prozent aus. Bei der Deka heißt es, der zivile Flugzeugbau dürfte stützen.

14.30 Uhr. USA: Preisindex der privaten Konsumausgaben. Die Commerzbank und die Deutsche Bank erwarten für die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie einen Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Commerzbank verweist darauf, dass dies einer Jahresrate von 3,3 Prozent entspräche und damit klar über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank läge; die Deka spricht von einem fünften unerwünscht hohen Preisanstieg in Folge.

17.30 Uhr. Eurozone: Rede von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel. Die LBBW erwartet Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs im Euroraum. Die Märkte dürften vor allem auf Signale zu möglichen Zinssenkungen oder einer längeren Pause achten.

Freitag, 29. Mai

14.00 Uhr. Deutschland: Inflationsdaten. Commerzbank und LBBW rechnen beim nationalen Verbraucherpreisindex mit einem Rückgang der Jahresrate auf 2,7 Prozent, die Deutsche Bank mit 2,82 Prozent, die Deka dagegen mit unverändert 2,9 Prozent. Die meisten Volkswirte verweisen auf dämpfende Effekte durch niedrigere Energiepreise beziehungsweise den Tankrabatt.

Von Thomas Koch, 26. Mai 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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