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| 22.04.2026 12:09 Hessens Chemie schrumpft - Produktion ein Drittel unter 2021 IndustrieFrankfurt/Main (dpa) - Die hessische Chemieindustrie erwartet nach einem schwierigen Jahr 2025 neue Rückschläge durch den Nahost-Krieg. Eine Mehrheit der Unternehmen rechne in den kommenden Monaten mit Stagnation oder sinkenden Geschäften, berichteten der Branchenverband VCI Hessen und der Arbeitgeberverband HessenChemie in Frankfurt. «Der Irankrieg und die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten belasten das Chemiegeschäft zusätzlich.» In einer Verbandsumfrage rechneten 80 Prozent der Firmen mit stagnierender oder sinkender Produktion, 72 Prozent erwarteten rückläufige Umsätze, und 92 Prozent sahen keine Verbesserung ihrer Gewinne. Gut die Hälfte (58 Prozent) erwartete rückläufige Investitionen am Standort Hessen. Die Chemie leidet seit Jahren unter teurer Energie, Überkapazitäten am Weltmarkt und der schwachen Wirtschaft. Die Branche, die viel Gas und Öl verbraucht, ist vom Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs besonders betroffen. Öl und Gas spielen in der Chemie zudem eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika. Pharma wächst, Chemie stark DruckDie chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen, mit gut 55.000 Während die Pharmaindustrie den Umsatz leicht auf knapp 18,4 Milliarden Euro steigerte und dabei von Vorzieheffekten im Zollstreit mit den USA profitierte, schrumpfte die Chemie deutlich. Hier sank die Herstellung um gut vier Prozent und der Umsatz um gut sechs Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Seit 2021 sei die Chemie-Produktion in Hessen damit um 31 Prozent zurückgegangen. Die Verbände forderten ein Handeln der Politik. «Die Sozialabgaben liegen bereits bei 42,3 Prozent – mit steigender Tendenz. Das schwächt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit», monierte Oliver Coenenberg, Vorstandsvorsitzender von HessenChemie. Es brauche Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege. Zusätzlicher Kostendruck im Arzneibereich, wie von Gesundheitsministerin Nina Warken geplant, sei ein Problem, kritisierten die Verbände. Neue Belastungen der Pharmabranche würden den Standort schwächen. Zudem müssten die Vorschriften sowie die Energiekosten sinken, der Industriestrompreis könne nur ein erster Schritt sein. Weitere Nachrichten |
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