Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
20.04.2026 14:58

Merz als «Herr Merkel» und ein ungewöhnlicher Messe-Rundgang

Weltgrößte Industrieschau

Hannover (dpa) - Es dauert nur wenige Minuten, dann gehen sie getrennte Wege: Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva teilen ihren Rundgang über die Hannover Messe auf – ausgerechnet bei einem Termin, der traditionell ein Bild enger Partnerschaft liefern soll.

Während Lula bei brasilianischen Ausstellern bleibt, zieht Merz weiter über das Gelände und schaut sich unter anderem Roboter und neue Technologien an. Der gemeinsame Rundgang ist damit praktisch beendet, bevor er richtig begonnen hat. Bei Polizei und Messe sorgt der ungewöhnliche Ablauf für Verwunderung. «Das haben wir noch nie erlebt», heißt es.

Kurz darauf folgt die nächste Irritation: Am Stand von Phoenix Contact, einem Unternehmen, das Elektronik und Elektromechanik herstellt, wird Merz mit seiner Vorgängerin verwechselt. «Recht herzlich willkommen, Herr Merkel, äh Herr Bundeskanzler Merz», sagt Geschäftsführer Dirk Görlitzer.

«Welt kann nicht mit Lügen regiert werden»

Noch kurz zuvor ist das Bild ein anderes: Merz und Lula demonstrieren Einigkeit. Am Stand des Partnerlandes Brasilien betont der Kanzler die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten. «Das ist unsere Antwort auf die großen Verwerfungen, die wir gegenwärtig erleben», sagt er. Das Abkommen, mit dem eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entstehen soll, tritt am 1. Mai vorläufig in Kraft.

Auch Lula wirbt dafür, die Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas «immer produktiver, immer effektiver und immer besser» zu machen. Wie Merz verteidigt er die auf Regeln und internationalen Institutionen basierende Weltordnung. «Die Welt kann nicht mit Lügen regiert werden», sagt er. 

Handel und Rohstoffe im Fokus

Später rückt die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Bei den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen wirbt Merz für einen deutlichen Ausbau der Handelsbeziehungen. Der bilaterale Handel solle «in den nächsten Jahren» verdoppelt werden, sagt der Kanzler.

Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern lag nach Angaben von Merz im Jahr 2024 bei mehr als 20 Milliarden Euro. Für Volkswirtschaften dieser Größe sei das «entschieden zu wenig». Das Mercosur-Abkommen soll das ändern.

Brasilien bezeichnet Merz in einer «schwieriger werdenden Welt» als «Schlüsselpartner». Beide Länder hätten ein gemeinsames Interesse an verlässlichen, regelbasierten Beziehungen.

Zugleich rückt die Frage nach Rohstoffen stärker in den Fokus. Brasilien verfüge über ein «enormes Potenzial» bei seltenen Erden, sagt Merz. Große Chancen sieht er im Abbau von Metallen, die für Elektromobilität und Windkraft benötigt werden. Deutschland sei bereit, Brasilien «mit technologischem Know-how und Expertise zu unterstützen», um diese Beziehungen weiter auszubauen.

Deutschland als «die Lokomotive» Europas

Bei einem weiteren Auftritt betont Merz das wirtschaftliche Gewicht Europas. Die EU habe 450 Millionen Konsumenten – 100 Millionen mehr als die Vereinigten Staaten, sagt er. «Verdammt noch mal: Was hindert uns denn daran, dieses Selbstbewusstsein jetzt auch zu zeigen?» Denn: «Wir brauchen uns nicht zu verstecken.»

Deutschland müsse dabei «das Zugpferd», «die Lokomotive» in der EU sein. Zugleich kündigt der Kanzler an, sich in Brüssel für bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen einzusetzen. «Ich gehe für uns auch in den europäischen Clinch», sagt er. «Notfalls müssen wir dann auch mal öffentlich miteinander streiten, wo wir eigentlich hinwollen in dieser Europäischen Union.»

Industrie warnt vor Dauerkrise

Deutliche Kritik muss Merz von den Vertretern der Industrie einstecken. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», fordert der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht», sagt Bertram Kawlath vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 

Der Industrieverband BDI kippt angesichts des Iran-Kriegs seine Prognose für 2026 und rechnet bestenfalls noch mit einem Nullwachstum bei der Industrieproduktion. «Der Iran-Krieg sorgt dafür, dass der Aufschwung weit ins zweite Halbjahr verschoben wird, vermutlich eher nach 2027», sagt BDI-Präsident Peter Leibinger. Die Krise in Nahost sei dabei aber nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur. «Die Ursache liegt bei uns.»

Zwar würden die hohen staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Nachfrage stützen. «Sie reichen aber alleine nicht aus für einen spürbaren Aufschwung», so Leibinger. «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst.»

Weltgrößte Industrieschau

Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen noch bis Freitag auf dem Messegelände ihre Neuheiten. Hauptthemen der Messe sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung. Im vergangenen Jahr kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   4 5 6 7 8    Berechnete Anzahl Nachrichten: 495     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
20.04.2026 15:20
20.04.2026 15:20 dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 20.04.2026 - 15.15 Uhr
20.04.2026 15:18 Bernstein belässt RWE auf 'Market-Perform' - Ziel 57 Euro
20.04.2026 15:17 Bernstein senkt Ziel für EssilorLuxottica - 'Market-Perform'
20.04.2026 15:17 Barclays belässt Unicredit auf 'Overweight' - Ziel 88,90 Eu...
20.04.2026 15:16 EQS-Adhoc: SURTECO GROUP SE: Verlängerung der bestehenden F...
20.04.2026 15:14 ROUNDUP: Tankrabatt könnte nur mit Verzögerung wirken
20.04.2026 15:08 Bernstein hebt Ziel für Diageo auf 2400 Pence - 'Outperform'
20.04.2026 15:08 Bernstein hebt Ziel für AB Inbev auf 87 Euro - 'Outperform'
20.04.2026 15:02 EQS-News: Bio-Gate AG steigert im Geschäftsjahr 2025 den Um...
20.04.2026 15:00 Lufthansa Technik sieht U-Boot-Jäger-Wartung als Zeitenwende
20.04.2026 14:58 Rheinmetall beginnt mit Serienproduktion von Drohnenbooten
20.04.2026 14:58 Merz als «Herr Merkel» und ein ungewöhnlicher Messe-Rundgang
20.04.2026 14:57 Verband warnt vor Engpässen bei Start des Tankrabatts
20.04.2026 14:52 Rheinmetall beginnt mit Serienproduktion von Drohnenbooten
20.04.2026 14:51 WDH/Libanon: Regierung verhandelt mit Israel - keine andere ...
20.04.2026 14:50 Kassenärzte und Kliniken warnen vor schlechterer Versorgung
20.04.2026 14:41 Libanon: Regierung verhandelt mit Israel - keine andere Part...
20.04.2026 14:38 Aktien Frankfurt: Neue Unsicherheiten in Nahost belasten nac...
20.04.2026 14:35 IRW-News: Kingsmen Resources Ltd.: Kingsmen beginnt im Silbe...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
20.04.2026

CNB FIN CP PA
Geschäftsbericht

GLP J-REIT
Geschäftsbericht

DONTNOD ENTERTAINMENT SA
Geschäftsbericht

BEIJING JIAYU DOOR WINDOW AND CURTA
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services