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| 16.04.2026 13:56 Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust In MillionenhöheRenningen (dpa) - Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage im Renningen sagte. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009. Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist - jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein - war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben. Bosch muss Milliarden einsparenDie schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück. Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen - unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. Verhandlungen über Stellenabbau abgeschlossenDie Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. Die beschlossenen Maßnahmen setze man jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich um, sagte Hartung bei der Bilanzvorlage. Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt - 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.000 Menschen - und damit 6.700 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres. Wird 2026 besser für Bosch?Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit etwas besseren Geschäften. Zwar geht das Management weiter davon aus, dass die hohe Unsicherheit - vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten - die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten. Zudem baut der Konzern darauf, dass sich erste positive Effekte aus den Sparprogrammen bemerkbar machen. Diese seien eine wichtige Voraussetzung für profitables Wachstum, sagte Hartung. Die Bosch-Geschäftsführung peilt 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr operativer Gewinn hängenbleiben. Statt zwei Prozent wie 2025 rechnen die Manager mit vier bis sechs Prozent. Weitere Nachrichten |
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