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15.04.2026 08:47

OTS: Deloitte / Exportwachstum der Industrie droht Halbierung bis 2035 / ...

    Exportwachstum der Industrie droht Halbierung bis 2035 / Ausfuhren
könnten künftig um rund ein Prozent statt bisher zwei Prozent jährlich
zulegen
München (ots) -

- Exporte in die USA und China gehen laut aktueller Modellierung langfristig
  zurück
- Absatzvolumen in Europa mit 417 Milliarden Euro deutlich größer als in Amerika
  und Asien
- Frankreich bereits jetzt zweitgrößter Exportmarkt vor China

Die Exporte der deutschen Industrie könnten künftig deutlich langsamer wachsen
als bisher. Sind sie in den vergangenen zehn Jahren um 2,1 Prozent pro Jahr
gestiegen, könnte sich das Wachstum bis 2035 auf 1,3 Prozent jährlich
reduzieren, wie eine aktuelle Modellierung von Deloitte zeigt. Entscheidend für
den Rückgang ist, dass die Ausfuhren in die beiden größten Märkte - USA und
China - langfristig sinken könnten. Exporte in die Vereinigten Staaten gehen
nach dieser Prognose um -1,5 Prozent pro Jahr zurück auf 65 Milliarden Euro in
2035, die Ausfuhren nach China um -1,7 Prozent auf 41 Milliarden Euro. Ende 2025
lag das Volumen bei den beiden Ländern bei 76 beziehungsweise 49 Milliarden
Euro.

Die volatile Handelspolitik in jüngster Zeit hat der exportorientierten
deutschen Industrie erheblich zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr sind die
Ausfuhren in die USA im Vergleich zu 2024 um -13 Prozent und die nach China um
-16 Prozent zurückgegangen. China wurde damit als zweitgrößter Absatzmarkt von
Frankreich überholt. Die Ausfuhren dorthin lagen 2025 - trotz eines Rückgangs um
drei Prozent - mit 50 Milliarden Euro knapp vor China. "Es ist damit zu rechnen,
dass auch die Industrieexporte in die Niederlande und Großbritannien die
Ausfuhren in die Volksrepublik in wenigen Jahren übersteigen", sagt Oliver
Bendig, Partner und Leiter der Industrie-Beratung bei Deloitte. "Als
Industrienation braucht Deutschland ein neues Geschäftsmodell."

Die aktuelle Modellierung in der Studienreihe "Supply Chain Pulse Check" basiert
auf dem Global Trade Analysis Project (Purdue University) und analysiert die
künftigen Handelsmuster zwischen Deutschland und 71 Ländern in den Branchen
Maschinenbau, Elektro-, Auto- und Chemieindustrie. Berücksichtigt wurden unter
anderem BIP-Wachstum, Trends in der geopolitischen Ausrichtung zwischen
Deutschland und dem jeweiligen Handelspartner sowie die Entwicklung von Zöllen
und nicht-tarifären Handelshemmnissen bis einschließlich März 2026. Die
Exportdaten der vergangenen Jahre wurden vom Statistischen Bundesamt erhoben.
Eine vergleichbare Deloitte-Modellierung von 2024 ging von einem jährlichen
Wachstum der Industrieexporte von rund zwei Prozent aus.

Indien und Brasilien mit erheblichem Potenzial

Auch die Absätze in große Länder des globalen Südens wie Indien und Brasilien
sind 2025 um zwei beziehungsweise drei Prozent gesunken. Langfristig liegt hier
jedoch erhebliches Potenzial. Die Ausfuhren nach Indien könnten nach der
vorliegenden Projektion um 3,9 Prozent, die Exporte nach Brasilien um 4,1
Prozent wachsen. Damit würde der Absatz in diese beiden Länder 2035 bei 13
beziehungsweise 11 Milliarden Euro liegen. Auch Australien könnte mit einer
Steigerung von 4,7 Prozent auf neun Milliarden Euro an Bedeutung gewinnen. "Die
neuen Freihandelsabkommen sind Grund zur Hoffnung", sagt Dr. Jürgen Sandau,
Partner und Lieferkettenexperte bei Deloitte. "Doch Hoffnung allein reicht
nicht. Die Unternehmen müssen ihre Lieferketten wie auch ihre Absatzmärkte
diversifizieren und Europa muss seine Handelshemmnisse im Binnenmarkt weiter
abbauen."

Die Ausfuhren in große europäische Märkte wie die Niederlande (3%),
Großbritannien (4%) und Polen (6%) haben auch im vergangenen Jahr zugelegt.
Dieser Trend bleibt nach der vorliegenden Modellierung bestehen. So könnten die
Absätze nach Polen und Spanien um 2,9 und 2,3 Prozent auf 56 und 38 Milliarden
Euro in 2035 wachsen. In Summe könnten die zehn größten Märkte in Europa im Jahr
2035 ein Volumen von 417 Milliarden Euro aufweisen - beinahe doppelt so viel wie
in den größten Märkten Asiens und Amerikas inklusive China und der USA.
Langfristig könnte das Potenzial in Europa sogar größer ausfallen, wenn
Handelshemmnisse innerhalb der Europäischen Union in größerem Umfang abgebaut
werden.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des "Supply Chain Pulse Check" (https://www
.deloitte.com/de/de/Industries/industrial-construction/research/supply-chain-pul
se-check.html) .

Über Deloitte

Deloitte bietet führende Prüfungs- und Beratungsleistungen für nahezu 90% der
Fortune Global 500®-Unternehmen und Tausende von privaten Unternehmen an.
Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Unsere
Mitarbeitenden liefern messbare und langfristig wirkende Ergebnisse, die dazu
beitragen, das öffentliche Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken und unsere
Kunden bei Wandel und Wachstum unterstützen. Deloitte baut auf eine über
180-jährige Geschichte auf und ist in mehr als 150 Ländern tätig. Erfahren Sie
mehr darüber, wie die über 470.000 Mitarbeitenden von Deloitte zusammenarbeiten,
um das Leitbild "making an impact that matters" täglich zu leben:
http://www.deloitte.com/de .

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL), ihr
weltweites Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen
(zusammen die "Deloitte-Organisation"). DTTL (auch "Deloitte Global" genannt)
und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sowie ihre verbundenen Unternehmen sind
rechtlich selbstständige und unabhängige Unternehmen, die sich gegenüber Dritten
nicht gegenseitig verpflichten oder binden können. DTTL, jedes
DTTL-Mitgliedsunternehmen und verbundene Unternehmen haften nur für ihre eigenen
Handlungen und Unterlassungen und nicht für die der anderen. DTTL erbringt
selbst keine Leistungen gegenüber Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.deloitte.com/de/UeberUns . Wenn Sie keine Informationen mehr erhalten
wollen, antworten Sie bitte auf diese E-Mail.

Pressekontakt:

Christian Gressner
Head of Media | Corporate Communications
Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Rosenheimer Platz 4, 81669 München
Phone: +49 89 29036 5101 | Mobile: +49 151 18294129
mailto:cgressner@deloitte.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/60247/6255567
OTS:               Deloitte


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