Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
18.03.2026 16:30

ROUNDUP 2/Schneller gründen und expandieren: 'EU Inc.' soll helfen

(Neu: weitere Details)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Unternehmen sollen in der EU schneller gegründet werden und leichter über Ländergrenzen hinweg aktiv sein können. "Jeder Unternehmer kann dann innerhalb von 48 Stunden von jedem Ort in der Europäischen Union aus ein Unternehmen gründen - und zwar vollständig online", sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission. Sie stellte den Vorschlag für eine "EU Inc." genannte neue Unternehmensform in Brüssel vor. Die Gründung soll maximal 100 Euro kosten und auch ohne ein bestimmtes Startkapital möglich sein.

Die EU Inc. soll ein Baustein werden beim Plan, die europäische Wirtschaft zu stärken. Für die Umsetzung sind die Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments nötig. Sorgen bereiten manchen insbesondere mögliche Auswirkungen auf Arbeitnehmer.

Unternehmen sollen leichter expandieren können

Als EU Inc. kann dem Vorschlag zufolge grundsätzlich jedes Unternehmen eingetragen werden, unabhängig von der Größe. Für sie soll vieles einfacher sein. Unter anderem sollen persönliche Behördengänge entfallen, Vorstandstreffen online möglich sein und Unternehmen schneller abgewickelt werden können. Informationen sollen in einem zentralen EU-Register hinterlegt werden, zwischen Behörden geteilt werden können und nicht mehrfach angegeben werden müssen.

Das Ziel: mehr Innovation in Europa, Investitionen in Start-ups und leichtere Expansion in den gesamten europäischen Binnenmarkt. Denn die Regeln sollen grundsätzlich in der ganzen EU gleich sein, unabhängig vom Sitz des Unternehmens. Bisher seien Unternehmen, die in der EU expandieren wollen, dagegen mit 27 nationalen Rechtssystemen und mehr als 60 Unternehmensformen konfrontiert. Das kostet Zeit und Geld.

Nationale Regelungen etwa zu Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht werden laut Kommission aber nicht berührt. In diesen Bereichen soll das Recht des Staates gelten, in dem die EU Inc. eingetragen ist. So sollen etwa Arbeitnehmerrechte gewahrt werden.

Sorge um Arbeitnehmerrechte

Vor der Vorstellung des Kommissionsvorschlags hatten sich unter anderem Gewerkschaften besorgt gezeigt, ob dies ausreichend sichergestellt ist. Auch SPD-Politiker René Repasi, der im Europaparlament federführend für einen Vorschlag zum gleichen Thema war, warnte, es wäre bei Umsetzung des EU- Inc.-Vorschlags der Kommission einfach, wirtschaftliche Tätigkeit und rechtlichen Sitz einer Gesellschaft voneinander zu trennen. Es bestehe die Gefahr, dass so die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer umgangen würden. Diese sind etwa in Deutschland vergleichsweise groß.

Der zuständige EU-Kommissar Michael McGrath sieht hier durch die EU Inc. keine Veränderung. Die Frage, welches Arbeitsrecht gelte, werde genauso behandelt wie bei einem bestehenden Unternehmen. "Generell gilt: Es kommt darauf an, wo die Arbeit stattfindet, wo der Arbeitsort ist, und nicht darauf, wo sich der Sitz oder der Ort der Registrierung des Unternehmens befindet." Man könne stolz auf das europäische Arbeitsrecht sein. "Und wir wollen zwar eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit erreichen, aber sicherlich nicht auf Kosten der Arbeitnehmer von EU-Unternehmen oder anderen Unternehmen." Auch im Steuerrecht sollten die Regeln der Mitgliedstaaten weiter gelten.

Ein wichtiges Element, um gute Arbeitnehmer in Europa zu halten, ist aus Sicht von McGrath auch die vorgesehene Möglichkeit, Mitarbeitern Aktienoptionen zu geben, also die Chance, später günstig Anteile am Unternehmen zu kaufen. EU- Inc.-Unternehmen sollen EU-weite Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter einrichten können. Sie seien aber kein Ersatz für faire Löhne, so McGrath. Die Aktienoptionen sollen dem Vorschlag zufolge einheitlich erst dann besteuert werden, wenn die Aktien veräußert werden.

Unternehmen hoffen auf "echten Schub" für Startup-Standort

Mehrere Wirtschaftsverbände begrüßten den Vorschlag der EU-Kommission grundsätzlich. Der deutsche Digitalverband Bitkom rechnet mit einem "echten Schub" für den Startup-Standort Europa. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warb für Tempo und Pragmatismus im Gesetzgebungsverfahren und praktikable Lösungen für offene Fragen bei der EU Inc.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) teilte mit, die EU Inc. verspreche spürbare Vereinfachungen. "Sonderinteressen" im Arbeitsrecht, im Insolvenzrecht oder im Finanzierungsrecht sollten im Gesetzgebungsprozess nicht zu Voraussetzungen des Gesamtprojekts gemacht werden, warnte DIHK-Chefjustitiar Stephan Wernicke. "Vereinfachung für alle, nicht Perfektion oder rechtlicher Idealismus ist das Ziel."

Die Gewerkschaft Verdi forderte die Bundesregierung auf, "sich schützend vor die Arbeitnehmerrechte"zu stellen. EU Inc. solle auf Start-ups und ähnliche Unternehmen begrenzt und vor allem die Unternehmensmitbestimmung auf europäischer Ebene dauerhaft geschützt werden.

EU will Binnenmarkt stärken

Die Europäische Union will Europas Wirtschaft und ihre Wettbewerbsfähigkeit mit verschiedenen Maßnahmen stärken. Der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi hatte 2024 in einem Bericht angemahnt, die EU müsse im Konkurrenzkampf mit den USA und China deutlich innovativer werden.

Italiens Ex-Premierminister Enrico Letta kritisierte 2024 in seinem Bericht zur Zukunft des EU-Binnenmarkts unter anderem, dass Unternehmen in der EU stark unter national unterschiedlichen Rechtsformen und Regeln litten. Er empfahl ein einheitliches EU-Regelwerk für Unternehmen, für das sich Unternehmen anstelle der 27 nationalen Systeme entscheiden könnten ("28. Regime"), und warb für schnellere und digitale Verfahren.

Auch beim Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag soll Wettbewerbsfähigkeit ein Schwerpunkt sein./wea/DP/zb



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.178     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
18.03.2026 18:00 EQS-Stimmrechte: CANCOM SE (deutsch)
18.03.2026 17:59 EQS-DD: Viromed Medical AG (deutsch)
18.03.2026 17:55 Kehrtwende eines Kriegsbefürworters: Putin gehört vor Geri...
18.03.2026 17:55 Deutsche Anleihen: Gestiegene Rohölpreise belasten Kurse
18.03.2026 17:51 Aktien Frankfurt Schluss: Dax bricht Erholungsversuch ab - ?...
18.03.2026 17:48 Umfrage für Rheinland-Pfalz: CDU weiter knapp vor SPD
18.03.2026 17:45 Iran dämmt Brände nach Angriff auf Gasanlagen ein
18.03.2026 17:44 EQS-News: Freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot der B...
18.03.2026 17:36 WOCHENVORSCHAU: Termine bis 1. April 2026
18.03.2026 17:36 TAGESVORSCHAU: Termine am 19. März 2026
18.03.2026 17:34 Original-Research: Deutsche Rohstoff AG (von First Berlin Eq...
18.03.2026 17:33 EQS-News: ams OSRAM zeigt microLED-Arrays mit höchster Effi...
18.03.2026 17:27 Devisen: Euro gibt nach - Erneuter Ölpreisanstieg belastet
18.03.2026 17:23 AKTIE IM FOKUS: Prosus schwer belastet von Tencent-Neuigkeit...
18.03.2026 17:20 Zwickauer Mauritius Brauerei meldet Insolvenz an
18.03.2026 17:20 dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 18.03.2026 - 17.15 Uhr
18.03.2026 17:10 Original-Research: Österreichische Post AG (von Montega AG)...
18.03.2026 17:02 Ausnahme für Schifffahrt soll Spritpreise in den USA senken
18.03.2026 17:00 S-Bahn fährt nicht: Bahn bietet Leihräder als Ersatz an
18.03.2026 16:56 WDH: Dramatische Finanzlage: Städtetag fordert Milliarden-H...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
18.03.2026

WITAN INVESTMENT TRUST PLC
Geschäftsbericht

TAMASKA OIL & GAS LTD
Geschäftsbericht

GUNSON RESOURCES
Geschäftsbericht

SMARTBROKER HOLDING AG
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services