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17.03.2026 13:10

Gewinn bei Audi steigt überraschend

Autoindustrie

Ingolstadt (dpa) - Audi hat gegen den Branchentrend im vergangenen Jahr mehr Gewinn gemacht. Nach Steuern verdienten die Ingolstädter Autobauer 4,6 Milliarden Euro - 10 Prozent mehr als 2024, wie die VW-Tochter mitteilte. Neben einem guten vierten Quartal verdankt Audi den Anstieg aber vor allem einer Ausgleichszahlung aus dem Mutterkonzern. Die Zahlen betreffen den Teilkonzern Audi, zu dem neben der Kernmarke auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören. 

Zölle kosteten 1,2 Milliarden

Insgesamt verdoppelte sich das Finanzergebnis auf 2,2 Milliarden Euro. Der Großteil davon geht auf die Ausgleichszahlung zurück, die Finanzchef Jürgen Rittersberger mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bezifferte. Das operative Ergebnis sank dagegen um knapp 14 Prozent. 

«Wir haben ein anspruchsvolles Jahr finanziell robust abgeschlossen», sagte Rittersberger. Unter anderem hatten die neuen US-Zölle Audi 1,2 Milliarden Euro gekostet, die das Unternehmen nicht über höhere Preise weitergeben konnten. Weitere je 0,4 Milliarden kosteten Rückstellungen für CO2 und der vor einem Jahr verkündete Jobabbau. 

Zudem leidet Audi unter dem starken Wettbewerbsdruck in China. Im Bereich der Elektroautos und Hybride herrsche dort ein Preiskrieg, sagte Rittersberger. Positiv auf die Audi-Zahlen wirkten - neben der Zahlung aus Wolfsburg - unter anderem gute Auslieferungszahlen zum Jahresende und «hohe Kostendisziplin». 

Beim Jobabbau mehr als die Hälfte geschafft 

Beim Jobabbau kommt Audi voran: Von der ersten Tranche - 6.000 Jobs bis 2027 - habe man 65 Prozent bereits vollzogen oder vertraglich fixiert, sagte Rittersberger. Das entspricht 3.900 Jobs. Bis 2029 sollen es im sogenannten Zukunftspaket insgesamt 7.500 werden.

Zu Spekulationen um weitere Sparprogramme im VW-Konzern gefragt, sagte Audi-Konzernchef Gernot Döllner: «Wir fühlen uns mit unserem Zukunftspakt gut aufgestellt». Man arbeite intensiv daran, die dort vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Personalvorstand Xavier Ros war im Gespräch mit der «Augsburger Allgemeinen» sogar noch deutlicher: «Es wird keinen weiteren Stellenabbau über die vereinbarten 7.500 Arbeitsplätze hinaus geben.»

Auch im laufenden Jahr will Audi weiter sparen. Der Margen- und Effizienzdruck bleibe hoch, sagte Rittersberger. Dennoch soll die operative Marge auf 6 bis 8 Prozent steigen, das wäre klar mehr als die 5,1 Prozent des abgelaufenen Jahres. Dabei erwartet Audi auch 2026 hohe Belastungen aus den US-Zöllen. Man gehe von einem ähnlichen Zollniveau wie 2025 aus - dann aber nicht nur neun, sondern zwölf Monate lang, also mit insgesamt höheren Kosten, sagte Rittersberger.

Die Umsätze sollen mit 63 Milliarden bis 68 Milliarden Euro auf ähnlichem Niveau wie 2025 bleiben. Vergangenes Jahr waren sie um 1 Milliarde auf 65,5 Milliarden Euro gestiegen. Das China-Geschäft, wo die Absätze sanken, wird wegen Joint-Ventures bei Audi allerdings nicht im Umsatz abgebildet. 

Lücke zu BMW und Mercedes verkleinert

Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen beiden großen Konkurrenten wieder an, da BMW im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen musste, Mercedes sogar einen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro. 

Die Entscheidung über ein mögliches Werk in den USA verzögert sich weiter. Ursprünglich hätte sie bereits getroffen sein sollen, sagte Konzernchef Döllner. Die Entscheidung werde in diesem Jahr im VW-Konzernvorstand getroffen. Anders als etwa Konkurrent BMW hat Audi bisher kein eigenes US-Werk und ist daher besonders stark von den dortigen Zöllen betroffen. 

2025 hatte Audi 1,62 Millionen Autos der Kernmarke ausgeliefert. Dazu kamen 10.747 Lamborghini und 10.131 Bentleys, die beide zum Audi-Konzern gehören.

Die Mitarbeiter bei Audi bekommen für das vergangene Jahr eine niedrigere Ergebnisbeteiligung. Für Facharbeiter liegt sie bei 1.740 Euro plus 1.100 Euro Zahlung in die betriebliche Altersvorsorge. Das ist weniger als die Hälfte des Wertes vor einem Jahr. Die Betriebsräte der deutschen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm hätten gerne mehr für die Beschäftigten. Sie forderten eine «Anerkennungsprämie für die besondere Leistung der Belegschaft im vergangenen Jahr».



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