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11.03.2026 10:29

Kommt Freigabe von Ölreserven? G7-Energieminister offen

Steigende Ölpreise

Paris (dpa) - Deutschland und die weiteren G7-Staaten haben sich angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs grundsätzlich offen für eine Freigabe von Ölnotreserven gezeigt und wollen auf oberste Ebene über das Thema beraten. «Prinzipiell unterstützen wir die Implementierung proaktiver Maßnahmen, um die Situation anzugehen, die Nutzung strategischer Reserven eingeschlossen», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Energieminister der Länder, die Frankreich als derzeitiger G7-Vorsitz verbreitete. Die Ölpreise waren nach Kriegsbeginn deutlich gestiegen. 

Zu den G7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien. Am Nachmittag wollen die Staats- beziehungsweise Regierungschefs der Länder in einer Videokonferenz über die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs und die Energielage beraten. Dabei soll es auch um Maßnahmen zum Gegensteuern gehen. Denkbar ist, dass dann eine Entscheidung über die Freigabe von nationalen Ölreserven getroffen wird.

Mehrfach hatte es dazu in den vergangenen Tagen Gespräche gegeben. Die Internationale Energieagentur berief auch mit Blick darauf am Dienstag eine Sondersitzung ein. Ergebnisse oder eine Entscheidung verkündete die IEA dazu bisher nicht. In der Nacht zu Montag war der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent, die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten ist, auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022 geklettert. Mittlerweile ging der Preis aber wieder zurück. Frankreich betonte mehrfach, dass es zwar höhere Preise gebe, eine Ölknappheit in Europa aber nicht drohe.

IEA-Länder nutzten Reserven mehrfach in Krisenzeiten

Die 32 IEA-Mitgliedsländer verfügen über 1,2 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl in der Notreserve. Hinzu kommen laut der in Paris ansässigen Organisation 600 Millionen Barrel Industrievorräte.

Ihre strategischen Ölreserven geben Volkswirtschaften jeweils in Krisensituationen frei, um den Ölmarkt zu stabilisieren oder auf Versorgungsengpässe zu reagieren. Zu diesem Mittel wird selten gegriffen. Der IEA zufolge geschah dies seit ihrer Gründung vor gut 50 Jahren bereits fünfmal in koordinierter Weise. Auch Deutschland hatte sich daran in der Vergangenheit beteiligt.

Die Anlässe für die früheren Freigaben der Notreserven waren der Golfkrieg 1990/91, die von den Hurrikans «Katrina» und «Rita» 2005 angerichteten Schäden in den USA sowie der Ausfall libyscher Ölexporte im Jahr 2011. Zuletzt wurden 2022 wegen des Ukraine-Kriegs nationale Ölreserven freigegeben und das gleich zweimal.

Weitere Mittel zum Gegensteuern

Die IEA, die Mitte der 1970er Jahre als Reaktion auf die damalige Ölkrise gegründet wurde, listet aber auch andere mögliche Maßnahmen, um auf Notsituationen wie plötzliche Versorgungsengpässe zu reagieren. Die Mitgliedsländer könnten Einschränkungen auferlegen, etwa das Fahren eingrenzen oder Öl rationieren. Auch könnten sie versuchen, Öl, wo es geht, durch andere Kraftstoffe zu ersetzen, oder Ersatzkapazitäten für die Ölproduktion hochzufahren. Schließlich kann laut IEA auch zeitweise der Umwelt- oder Qualitätsstandard gesenkt werden, um so bei der Versorgung flexibler zu werden.



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