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06.03.2026 20:29

Ölpreis beschleunigt Höhenflug - Katar warnt - Trump droht

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag ihren Höhenflug wegen des Iran-Kriegs beschleunigt. Schon im Mittagshandel setzten sie zu einem weiteren Preissprung an. Am Abend kostete Rohöl aus der Nordsee 93,16 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit über acht Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg noch deutlicher um mehr als zwölf Prozent auf gut 91 Dollar.

Der Iran-Krieg und die Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleiben bestimmende Themen und sorgen vor dem Wochenende für einen weiteren Preisschub. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende hat sich Rohöl der Sorte Brent um mehr als 27 Prozent verteuert.

Angeheizt wurde der Ölpreis durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump, nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Iran abschließen will. Stattdessen müsse es auf eine "bedingungslose Kapitulation" hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

Zuvor hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview mit der "Financial Times" vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann ist nach Einschätzung des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.

Seit den Angriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge am Persischen Golf, durch die in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird. Zuletzt haben Irans Streitkräfte eigenen Angaben zufolge einen Öltanker angegriffen. Das Schiff "in US-Besitz" sei vor der Küste Kuwaits attackiert worden und stehe in Flammen, hieß es.

Wie lange die Ölpreise auf dem hohen Niveau bleiben werden, lasse sich im Moment kaum abschätzen, heißt es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Dekabank. "Alles wird davon abhängen, in welchem Ausmaß und für wie lange Beeinträchtigungen der Rohstoffförderung und des Transports vorliegen werden."

Unterdessen hat die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte, sie sehe angesichts des Kriegs im Nahen Osten keine Notwendigkeit, die Ölreserven für den Notfall freizugeben. Weltweit seien Ölvorräte reichlich vorhanden und die Auswirkungen des Konflikts voraussichtlich nur vorübergehend.

Russische Unternehmen werden unterdessen nach Angaben der Regierung in Moskau in Kürze einen Teil ihrer Flüssiggaslieferungen von Europa nach Asien umleiten. Die Unternehmen wollten nicht auf weitere Sanktionen aus Brüssel warten und orientierten sich nach Osten um, sagte der für Energiefragen zuständige Vizeregierungschef Alexander Nowak. Als mögliche Partner für langfristige Verträge nannte er Indien, Thailand, die Philippinen und China./jkr/jsl/jha



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