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12.02.2026 13:47

Deutsche Börse-News: Tiefrote Wochen für Bitcoin

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Nicht nur der Bitcoin fällt und fällt, der gesamte Kryptomarkt wackelt. Nur die üblichen wiederkehrenden Einbrüche oder das endgültige Ende des Kryptobooms? Fans zeigen sich zuversichtlich, Kritiker sehen sich bestätigt.

12. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Bitcoin schwächelt weiter. "Letzte Woche erlebten die Kryptomärkte einen ihrer historisch größten Tagesverluste seit Beginn der Aufzeichnungen", berichtet André Dragosch vom Emittenten Bitwise. Die Stimmung am Kryptomarkt befinde sich nahe einem historischen Tiefstand. "Ist der Bitcoin jetzt tot?", fragt die WirtschaftsWoche.

Der Kurs für die wichtigste Kryptowährung war vergangenen Freitag unter 61.000 US-Dollar gefallen. Am Donnerstagmorgen sind es 67.123 US-Dollar, immer noch fast eine Halbierung gegenüber dem Allzeithoch von knapp 126.000 US-Dollar vom Oktober. Auch für andere Währungen wie Solana oder Ethereum geht es immer weiter nach unten.

US-Finanzminister: Keine Bitcoin-Stabilisierung

Gründe gibt es einige: Zum einen hat die Risikoscheu zugenommen. Auch viele US-Tech-Werte haben zuletzt verloren, wenn auch auf hohem Niveau. Mit der Ernennung von Kevin Warsh zum neuen US-Notenbankchef sind zudem die Zinssenkungserwartungen zurückgegangen - schlecht für die zinslosen Kryptowährungen, die bei niedrigen Zinsen attraktiver werden. Auch ist das von vielen Krypto-Fans erwartete Ende der Fed-Unabhängigkeit mit dem neuen Kandidaten nun doch nicht so klar. Hinzu kommt die Enttäuschung darüber, dass aus den großen Bitcoin-Versprechungen von US-Präsident Donald Trump bislang nichts geworden ist. US-Finanzminister Scott Bessent stellte in einer Anhörung vor dem Kongress sogar klar, dass die Regierung keine Maßnahmen zur Bitcoin-Stabilisierung ergreifen werde.

Auch die Verkäufe von Bitcoin-ETFs in Milliardenhöhe spielen eine Rolle. Ein wichtiger Faktor sind zudem Unternehmen mit hohen Bitcoin-Beständen - allen voran MicroStrategy. Die könnten im Preisverfall zu Verkäufen gezwungen sein. Zuletzt hat auch noch der bekannte US-Investor und Finanzkrisenvorhersager Michael Burry vor einer "Todesspirale" gewarnt, einem Kreislauf aus fallenden Kursen und immer neuen Verkäufen.

"Üblicher Vierjahreszyklus", "solide Fundamentaldaten?

"Ausschlaggebend war kein einzelnes Ereignis, sondern vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, darunter die mangelnde Nachfrage institutioneller Investoren, makroökonomische Unsicherheiten und eine erhöhte Hebelpositionierung im Derivatemarkt", erklärt DZ Bank-Analyst Jonathan Osswald. Um ein neues Narrativ oder neue Skepsis handle es sich nicht. "Solange der Markt strukturell stark gehebelt bleibt, können selbst kleine externe Impulse überproportional starke Preisbewegungen auslösen."

"Der wichtigste Grund ist auch der einfachste: Langfristige Kryptoinvestoren haben verkauft, um dem Vierjahreszyklus zuvorzukommen", meint Dragosch von Bitwise mit Blick auf die schlechten Bitcoin-Jahre 2014, 2018, 2022 und möglicherweise auch 2026. "2018 fiel der Bitcoin um 84 Prozent, 2022 um 77 Prozent. Und heute fühlt es sich sehr ähnlich an wie damals." Rückblickend seien das aber "unglaubliche Kaufgelegenheiten" gewesen.

Auch Maximiliaan Michielsen von 21shares zeigt sich zuversichtlich. "Dass der Bitcoin 24/7 handelbar ist, verstärkte die Preisbewegungen", stellt er fest. "Kryptowährungen werden weiterhin im Einklang mit der allgemeinen makroökonomischen Stimmung gehandelt, während im Hintergrund still und leise die Infrastruktur ausgebaut wird." Mit der Normalisierung der Volatilität würden sich die Märkte wieder auf Fundamentaldaten konzentrieren - und die seien nach wie vor solide.

Hohe Abflüsse in den USA

Wie Emittent WisdomTree meldet, gab es in Europa im Januar noch Nettozuflüsse in physisch gesicherte Bitcoin-ETNs von 246 Millionen US-Dollar, in den USA hingegen Abflüsse von fast 1,6 Milliarden US-Dollar. "Europäische Investoren nutzen die Preisschwäche für ihre strategische Allokation. US-Investoren verhielten sich eher taktisch", erklärt Dovile Silenskyte. Bei Ethereum-ETNs sah es ähnlich aus.

Im Krypto-ETN-Geschäft hierzulande ist wenig los. "Bei uns kommen die Bewegungen nicht an, der Handel mit Krypto-ETNs spielt keine große Rolle", berichtete Michael Norizin, der bei Lang & Schwarz ETFs, ETCs und ETNs handelt. Ivo Orlemann von der ICF Bank sieht Käufe und Verkäufe auf niedrigem Niveau, etwa im WisdomTree Physical Bitcoin (GB00BJYDH287) und im VanEck Bitcoin (<DE000A28M8D0).

ETN-Handel: Bitcoin bleibt oben

Im Handel mit Krypto-ETNs an der Deutschen Börse waren auch im Januar Bitcoin-Tracker die Umsatzspitzenreiter. Ganz oben auf der Umsatzliste steht diesmal der iShares Bitcoin (XS2940466316). Ebenfalls viel um ging in Bitcoin-ETNs von WisdomTree (GB00BJYDH287), Bitwise (DE000A27Z304), 21shares (CH0454664001), CoinShares (GB00BLD4ZL17) und VanEck (DE000A28M8D0). Wichtigste Währungen jenseits des Bitcoin waren Solana mit dem 21Shares Solana Staking (CH1114873776) und Ethereum mit dem VanEck Ethereum (DE000A3GPSP7).

"Starke Nerven gefragt"

Bitcoin-Kritiker sehen sich unterdessen bestätigt. Die Verbraucherplattform Finanztip hatte zumindest immer davon abgeraten, Bitcoin als Schwerpunkt der Geldanlage oder gar Basis der privaten Altersvorsorge zu nutzen. Dafür seien die Risiken "schlicht zu hoch". Spekulative Anlagen wie der Bitcoin sollten nicht mehr als 10 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen. Zudem sollte in Bitcoin ausschließlich Geld fließen, auf das man im schlimmsten Fall komplett verzichten könne. Ein Totalausfall sei möglich. "Wenn Du bereits in Bitcoin investiert bist, brauchst Du aktuell starke Nerven. Dir sollte bewusst sein, dass es noch weiter bergab gehen kann. Überleg Dir also, ob die Geldanlage noch zu Deiner persönlichen Risikobereitschaft passt", rät die Finanztip-Expertin Nadine Graf.

Der Krypto-Analyst Timo Emden hält es für auffällig, dass sich der gesamte Kursrückgang nicht in einem abrupten Einbruch entladen hat, sondern sich über Monate hinweg in Etappen vollzog. Dieser "schleichende Crash" könne sich fortsetzen, erklärte Emden dem ZDF. Abgesänge auf den Bitcoin hält er aber für verfrüht. Der starke Kursrückgang könne auch als Teil der bekannten hohen Bitcoin-Volatilität verstanden werden.

Von Anna-Maria Borse, 12. Februar 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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