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23.01.2026 06:37

Wer ist von Warnstreiks in NRW betroffen?

DÜSSELDORF/ESSEN (dpa-AFX) - An zwei Drittel der Universitätskliniken und allen Schulen in Nordrhein-Westfalen haben Gewerkschaften zu Warnstreiks aufgerufen. Wer wann von den Arbeitsniederlegungen betroffen ist.

An welchen Unikliniken wird gestreikt?

Für Dienstag (27. Januar) und Mittwoch (28. Januar) hat Verdi im Rahmen bundesweiter Aktionen an sechs Unikliniken in NRW zu Warnstreiks aufgerufen:

- Uniklinik Aachen

- Uniklinik Köln

- Uniklinik Münster

- Uniklinik Bonn

- Uniklinik Essen

- Uniklinik Düsseldorf

Welche Auswirkungen hat das?

Bei den Warnstreiks in den vergangenen Tagen hatte Verdi NRW erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu rechnen sei. Per Notdienstvereinbarung sei aber gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informieren Patienten.

Um welche Berufsgruppen geht es?

An den Unikliniken geht es um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.

Welche Schulen sind betroffen?

Für Donnerstag (29. Januar) hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit zu Warnstreiks an allen Schulen aufgerufen. Damit werden die Aktionen ausgeweitet. In NRW hatte es bislang einen Warnstreiktag an Schulen gegeben, von denen einige Städte und Regionen betroffen waren. Bei den Warnstreiks an Schulen geht es nicht nur um angestellte Lehrkräfte. Die Aktionen beziehen auch etwa Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter ein.

Was sollten Eltern machen?

Das Schulministerium rät Eltern, auf Informationen der Schule zu achten. Die Schulen seien bemüht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen. Beamtete Lehrkräfte dürften sich nicht an Streiks beteiligen und stünden grundsätzlich weiter zur Verfügung.

Was ist der Hintergrund dieser Warnstreiks?

Verdi fordert für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen - mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte.

Was ist mit dem Nahverkehr?

Die erste Verhandlungsrunde für die 30.000 Beschäftigten in mehr als 30 kommunalen Nahverkehrsbetrieben in NRW blieb am Mittwoch ohne Ergebnis. Dabei geht es um die Arbeitszeit und Zuschläge. Verdi kündigte kurzfristig keine Aktionen an, behält sich aber die Möglichkeit von Warnstreiks offen.

Drohen auch an Kitas Warnstreiks?

Für die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) NRW ging die erste Verhandlungsrunde am Dienstag ergebnislos zu Ende. Verdi NRW hat beschlossen, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten. Nähere Angaben machte die Gewerkschaft noch nicht. Sie fordert 500 Euro mehr für alle Beschäftigten.

Laut Verdi betrifft diese Tarifrunde Beschäftigte in zahlreichen Bereichen der sozialen Daseinsvorsorge, darunter Kindertagesstätten und Offener Ganztag, Pflege und Seniorenarbeit, Behindertenhilfe, Jugend- und Familienhilfe, soziale Beratung sowie Mitarbeitende in Verwaltung, Service und Ausbildung.

Warnstreiks auch hier möglich

Mögliche Warnstreiks könnten daher Einrichtungen in weiten Teilen des Landes Nordrhein-Westfalen und zentrale Angebote für Kinder, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf betreffen, zählte Verdi auf und erklärte: Die AWO sei mit insgesamt rund 35.000 tarifgebundenen Beschäftigten einer der größten Träger sozialer Dienstleistungen in NRW./vd/DP/zb



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