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21.01.2026 16:04

ROUNDUP/Wegen USA und China: Wadephul für mehr Afrika-Kooperation

NAIROBI (dpa-AFX) - Deutschland will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika angesichts einer unberechenbaren Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und massiver chinesischer Konkurrenz stärker als bisher ausbauen. "Afrika ist ein Chancenkontinent", auch für die deutsche Wirtschaft, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem kenianischen Amtskollege Musalia Mudavadi in Nairobi. Dies sei bisher nicht ausreichend in Deutschland wahrgenommen worden.

"Deswegen sehen wir immer wieder, dass bedauerlicherweise ein chinesisches Engagement vor uns da ist, schneller da ist und effektiver hilft", sagte Wadephul. Daraus müsse jetzt die Lehre gezogen werden: "Wir müssen flexibler werden, wir müssen schneller werden." Am Nachmittag wurde Wadephul auch von Präsident William Ruto empfangen.

Wie aktiv China in Afrika ist, ist gerade in Nairobi unübersehbar. In vielen Teilen der Stadt ziehen chinesische Baufirmen Apartmentblocks und Bürohochhäuser hoch - auch in der Umgebung des Hotels, in dem Wadephul wohnt. Zugleich ist Kenias Regierung angesichts der bei China aufgenommenen Kredite tief verschuldet - Peking hält etwa zwei Drittel der bilateralen externen Schulden. Sparmaßnahmen sorgen für soziale Unruhe bei der jungen Generation, die auch auf den Arbeitsmarkt im Ausland hofft.

Wadephul: Wirtschaftspotenzial längst nicht ausgeschöpft

Die Zollpolitik der US-Regierung sei ein klares Signal, dass alle Länder ihr Wirtschaftsportfolio diversifizieren müssten, sagte Wadephul. "Der afrikanische Kontinent birgt dabei voraussichtlich großes Wachstumspotenzial." Wadephul ist mit einer Wirtschaftsdelegation in Kenia. Derzeit sind rund 120 deutsche Unternehmen in Kenia vertreten.

Das gemeinsame Wirtschaftspotenzial von Deutschland und Kenia sei aber noch längst nicht ausgeschöpft, sagte Wadephul. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff, Gesundheit, Maschinen und Anlagenbau sowie E-Mobilität sehe er Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

Kenia Partner bei internationaler Zusammenarbeit und im UN-System

"Die regelbasierte internationale Ordnung steht massiv unter Druck", Instabilität, Klimawandel und Gesundheitskrisen seien grenzüberschreitende Herausforderungen, sagte Wadephul. "In dieser Welt im Umbruch brauchen wir einander, denn nur gemeinsam können wir die großen Herausforderungen angehen." Kenia sei "ein echtes Schwergewicht, politisch wie wirtschaftlich, mit einer Führungsrolle weit über Ostafrika hinaus."

Minister verweisen auf Chancen durch Migrationsabkommen

Beide Minister verwiesen auf Chancen durch das 2024 noch von der Ampel-Regierung beschlossene deutsch-kenianische Migrationsabkommen, das Fachkräften einen legalen Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt ebnet.

Wadephul lässt sich Sprengfallen-Bekämpfung zeigen

Beim Besuch eines multinationalen Schulungszentrums für humanitäre Friedenseinsätze ließ sich Wadephul eine Lehrvorführung von der Bekämpfung von improvisierten Sprengfallen zeigen. Kenia engagiert sich im Kampf gegen regionale Krisen und Konflikte etwa im Sudan, in Südsudan sowie im Ostkongo und ist wichtiger Truppensteller bei der Mission der Afrikanischen Union in Somalia. Auf US-Bitte hatte Kenia 2023 die Führung einer Stabilisierungsmission unter UN-Mandat auf Haiti übernommen.

Besuch beim deutschen Anlagen-Spezialisten Krones

Wadephul besuchte zudem ein Ausbildungszentrum der Krones AG in Nairobi. Das Unternehmen mit Sitz bei Regensburg produziert Anlagen und Maschinen für die Herstellung, Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln. Die Niederlassung dient als Service-Hub, Schulungs- und Vertriebszentrum für Ostafrika und hat rund 110 Mitarbeiter. Krones beschäftigt weltweit an mehr als 100 Standorten etwa 18.500 Mitarbeiter und hatte 2024 einen Konzernumsatz von 5,2 Milliarden Euro.

Kenia ist die viertgrößte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas nach Nigeria, Südafrika und Äthiopien. Die Regierung des ostafrikanischen Landes versucht politisch für möglichst viele Partner anschlussfähig zu bleiben. Außenpolitisch gelten etwa die USA und Großbritannien beim Kampf gegen Terror durch die Al-Shabaab-Miliz aus Somalia als unverzichtbar. Zugleich gibt es enge Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und China./bk/czy/DP/mis



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