Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
14.01.2026 14:37

ROUNDUP: Neuer EU-Kredit für Ukraine soll vor allem Militär stärken

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine soll nach dem Willen der Europäischen Kommission zu einem großen Teil den gegen Russland kämpfenden Streitkräften zugutekommen. Wie ein von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierter Vorschlag vorsieht, soll das ukrainische Militär mit 60 Milliarden Euro unterstützt werden.

Die verbleibenden 30 Milliarden Euro des insgesamt 90 Milliarden Euro umfassenden Kredits sollen dem Vorschlag der Brüsseler Behörde zufolge der Ukraine als Haushaltsunterstützung bereitgestellt werden.

Mit der Unterstützung werde sichergestellt, dass die Ukraine einerseits ihre Verteidigung auf dem Schlachtfeld stärken und ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen könne sowie andererseits den Staat sowie die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen aufrechterhalten könne, sagte von der Leyen.

Zuvor schon auf Kredit geeinigt

Dem konkreten Vorschlag der EU-Kommission war eine Einigung der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zur Finanzierung der Ukraine für die nächsten zwei Jahre vorangegangen. Bei einem Gipfeltreffen kurz vor Weihnachten hatten sie sich nach monatelangem Streit auf den Kompromiss verständigt, der Ukraine einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro für 2026 und 2027 zu geben. Die Verständigung sieht weiter vor, in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte für die Rückzahlung heranzuziehen, falls Moskau für Kriegsschäden keine Entschädigung leistet.

Rüstungsgüter sollen in Europa gekauft werden

Mit dem Geld für die Streitkräfte soll militärische Ausrüstung in der Ukraine, in den EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen gekauft werden, sagte von der Leyen. Hintergrund ist, dass vor allem die heimische Rüstungsindustrie gestärkt werden soll. Allerdings fügte die CDU-Politikerin hinzu, dass unter bestimmten Umständen auch die Beschaffung aus anderen Ländern erlaubt sein soll. "Grundsätzlich gilt also eine europäische Präferenz, nach einem Kaskadenprinzip: Vorrang für Europa, und wenn dies nicht möglich ist, Beschaffung im Ausland", so von der Leyen.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob die sogenannte Buy-European-Klausel die erforderliche Mehrheit im Kreis der Mitgliedstaaten findet. Über das Thema hatte es bereits in den vergangenen Wochen heftige Diskussionen gegeben. So forderten Länder wie die Niederlande eine größtmögliche Flexibilität, um die Ukraine so gut wie möglich unterstützen zu können. Vor allem Frankreich will hingegen nicht akzeptieren, dass große Mengen an EU-Geld für den Kauf von US-Waffen ausgegeben werden. Paris argumentiert dabei, dass eine Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie für die EU strategisch geboten sei. Die Bundesregierung warb zuletzt für eine Herangehensweise, an die der nun vorgelegte Kommissionsvorschlag erinnert.

Brisant ist das Thema auch, weil Deutschland und andere Nato-Staaten eigentlich auch in diesem Jahr für mindestens eine Milliarde US-Dollar (0,9 Mrd. Euro) pro Monat amerikanische Waffen und Munition für die Ukraine kaufen sollen. Dazu hatten sich die Länder im vergangenen Sommer bereiterklärt, um Forderungen von US-Präsident Donald Trump nachzukommen. Es gehe um den Erwerb von entscheidender Ausrüstung, zu der etwa Abfangraketen für Luftverteidigungssysteme, aber auch offensive Systeme zählten, erklärte Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Dezember bei einem Treffen mit den Außenministern der Bündnisstaaten in Brüssel. Insgesamt könnten etwa 15 Milliarden US-Dollar gebraucht werden.

Haushalts-Geld an Bedingungen geknüpft

Auch der 30-Milliarden-Kredit für den Haushalt der Ukraine ist an Bedingungen geknüpft. So soll Kiew Reformen erfüllen müssen, wie die Kommissionspräsidentin sagte. "Dazu gehören Verpflichtungen zu starken demokratischen Prozessen, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Bekämpfung von Korruption. Diese Bedingungen sind für jede finanzielle Unterstützung nicht verhandelbar." Die Reformen sollen das Land ihr zufolge auch näher an eine Mitgliedschaft in der EU heranführen.

Bevor Geld in die Ukraine fließen kann, müssen das Europäische Parlament und die EU-Länder noch zustimmen. Man zähle auf rasches Zustimmen der beiden Institutionen, sagte von der Leyen, "damit wir bereits im April die erste Auszahlung vornehmen können".

Anderes Finanzierungsmodell lange diskutiert

Vor der Verständigung der EU-Staats- und Regierungschefs auf den Kredit war monatelang ein Finanzierungsmodell diskutiert worden, nach dem vor allem in Belgien festgesetzte Gelder der russischen Zentralbank direkt für Darlehen an die Ukraine in Höhe von bis zu 210 Milliarden Euro eingesetzt werden sollten. Vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz war ein Verfechter des Projekts mit dem Namen Reparationsdarlehen. Dieser Plan scheiterte am Ende am Widerstand von Ländern wie Frankreich und Italien, nachdem zuvor vor allem Belgien zu große rechtliche und politische Risiken gesehen hatte.

Nun ist vorgesehen, das Geld zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufzunehmen und es dann an die Ukraine weiterreichen. Die Absicherung soll über den EU-Gemeinschaftshaushalt erfolgen. Ungarn, Tschechien und die Slowakei haben allerdings ausgehandelt, nicht an den Kosten beteiligt zu werden.

Gleichzeitig betonte von der Leyen in Brüssel, dass der Vorschlag für ein Reparationsdarlehen auf dem Tisch bleibe. "Für uns ist es wichtig, Russland unmissverständlich daran zu erinnern, dass wir uns das Recht vorbehalten, die immobilisierten russischen Vermögenswerte zu nutzen", sagte sie einige Wochen dem vierten Jahrestag von Russlands Angriff auf die Ukraine./rdz/DP/jha



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.052     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
14.01.2026 16:30 EQS-Stimmrechte: Scout24 SE (deutsch)
14.01.2026 16:30 ROUNDUP: Angespannte Ruhe nach Massenprotesten im Iran
14.01.2026 16:29 Firma ruft Ofen-Fleischkäse zurück - weil Käse darin ist
14.01.2026 16:29 Klingbeil: Brauchen mehr europäischen Patriotismus
14.01.2026 16:28 ROUNDUP: Gold und Silber mit weiteren Rekorden - Rally geht ...
14.01.2026 16:23 Klingbeil: Brauchen mehr europäischen Patriotismus
14.01.2026 16:22 Irans Justiz stellt Demonstranten unter Generalverdacht
14.01.2026 16:19 Preis-Frage bei Lebensmitteln: Wie teuer darf es sein?
14.01.2026 16:19 JPMorgan belässt GSK auf 'Underweight' - Ziel 1700 Pence
14.01.2026 16:15 Schlag gegen Cyberkriminelle in Deutschland
14.01.2026 16:15 Milliardenschwer: Osapiens aus Mannheim wird zum 'Einhorn'
14.01.2026 16:13 Entscheidung über nächstes HSV-Spiel weiter offen
14.01.2026 16:07 Apple: Kein KI-Training mit Nutzerdaten
14.01.2026 16:03 EQS-Adhoc: PNE reduziert Ertragserwartung für das Geschäft...
14.01.2026 15:56 Aktien New York: Weitere Verluste
14.01.2026 15:56 Torhüter Wolff provoziert Österreich vor «Handball-Cordoba»
14.01.2026 15:48 Sanktionszoff: Umgang mit Irans Revolutionsgarden spaltet EU
14.01.2026 15:45 ROUNDUP: Bessere Geschäfte im US-Einzelhandel
14.01.2026 15:35 ROUNDUP: Wie Brauer auf Verbraucher reagieren
14.01.2026 15:32 Interessenkonflikte? Grüne sehen offene Fragen bei Reiche
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
14.01.2026

TOKYO IND EDUCAT
Geschäftsbericht

E2OPEN PARENT HOLDINGS
Geschäftsbericht

TEAMO PRODUCTIONS HQ LIMITED
Geschäftsbericht

DIPLOMA PLC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services