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12.01.2026 11:15



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Ein Plus von rund 3 Prozent in der ersten Handelswoche - das war ein guter Start in das neue Jahr. Auch für den weiteren Verlauf herrscht überwiegend Zuversicht, trotz der neuesten Entwicklungen in Venezuela und Iran.

12. Januar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Das neue Jahr präsentiert sich wie das alte Jahr: An den Börsen geht es aufwärts. "Die Kapitalmärkte starteten mit einer beeindruckenden Dynamik in das Jahr 2026", stellt Commerzbank-Analyst Pascal Reichert fest. Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA habe sowohl den ?-lpreis als auch die globalen Aktien- und Anleihenmärkte "völlig kalt gelassen".

Auch das Grönland-Thema und die Unruhen im Iran spielen keine Rolle. Am Montagmorgen steht der DAX (DE0008469008) bei 25.230 Punkten nach 25.281 Zählern als neuen Rekord vom am Freitag sowie 25.262 zum Wochenschluss. Auch der Stoxx Europe (EU0009658202) liegt auf Rekordniveau. Die US-Märkte hatten am Freitag ebenfalls zugelegt.

Von sich reden macht weiter Gold: Der Preis ist in der Nacht auf Montag abermals auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Ein Grund: verschärfte Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. "Wie am Sonntag bekannt wurde, leitete das US-Justizministerium ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Notenbankchef Jerome Powell ein", erläutert Sandro Pannagl von der LBBW. Offiziell begründe die Behörde den Schritt mit Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten am Fed-Hauptquartier. Powell habe dieser Darstellung jedoch ungewöhnlich deutlich widersprochen.

Hohe Einigkeit: Viel Zuversicht für 2026

Die Commerzbank blickt auch für den weiteren Jahresverlauf mit vorsichtigem Optimismus auf das Aktienjahr 2026. "Unter anderem weitere Leitzinssenkungen in den USA und eine wieder stärkere Wirtschaft in Deutschland dürften die Aktienmärkte weiter antreiben", erklärt Pascal Reichert. Laut Martin Zurek von der Weber Bank spricht die hohe Einigkeit der Prognosen zwar für eine positive Marktstimmung, erhöhe vor dem Hintergrund bereits ambitionierter Bewertungen aber die Anfälligkeit für Enttäuschungen. "In den großen Marktregionen wird weiterhin ein solides, zweistelliges Gewinnwachstum erwartet, doch bereits moderate Abweichungen könnten spürbare Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben."

Helaba: Nur Seitwärtsbewegung

Markus Reinwand von der Helaba ist ohnehin skeptischer: Dem Jahresauftakt werde zwar eine Indikatorfunktion für das Gesamtjahr zugeschrieben, derartige Schlüsse seien aber mit Vorsicht zu genießen. Die überwiegenden Teile der Kursanstiege seien durch eine Ausweitung der Bewertung erkauft worden. Viele Indizes hätten dadurch Bewertungsniveaus außerhalb des historischen Normalbandes erreicht. "Die meisten Indizes sind damit teuer. Künftige Kursanstiege müssen somit durch entsprechende Verbesserungen der Gewinnperspektiven untermauert werden." Die Bank rechnet für 2026 lediglich mit einer Seitwärtsbewegung.

"Jetzt noch mehr drin"

Aus technischer Sicht ist nach Einschätzung von Christoph Geyer allerdings "noch mehr drin". Zwar befänden sich die Indikatoren im überkauften Bereich und die Umsätze hätten nur unwesentlich angezogen. "Üblich und klassisch wäre nun ein Pull-Back an die Ausbruchszone. Mit dem Ausbruch hat sich die Lage allerdings deutlich verändert und damit verbessert", erklärt der technische Analyst. Vorsicht sei aber geboten, wenn die alte Widerstandszone wieder unterschritten werde. "Derzeit deutet nichts darauf hin, es sollte aber auf ein solches Szenario geachtet und gegebenenfalls sofort entsprechend reagiert werden."

Ein Höhepunkt dieser Woche: Am morgigen Dienstag startet die US-Berichtssaison mit Zahlen von JPMorgan, im weiteren Wochenverlauf folgen Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley. "Die Berichtssaison dürfte entscheidend für die Entwicklung der Aktienmärkte im ersten Quartal sein", erklärt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Er erwartet ein Gewinnwachstum deutlich über den aktuellen Analystenprognosen von 6,4 Prozent.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 13. Januar

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Dezember. Die zollbedingten Preiseffekte fielen 2025 überraschend gering aus, wie die DekaBank feststellt. Ein Teil dieser Kosten werde zwar noch an die Endkunden weitergereicht werden, insgesamt dürften die US-Verbraucherpreise im Dezember aber nicht auffallend gegenüber dem Vormonat angestiegen sein.

Mittwoch, 14. Januar

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze November. Die Helaba erwartet ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Donnerstag, 15. Januar

10.00 Uhr. Deutschland: BIP 2025, erste Schätzung. Nach zwei Jahren mit einer Schrumpfung hat sich 2025 die "deutsche Misere" laut DekaBank fortgesetzt mit einem Plus von nur 0,1 Prozent.

11.00 Uhr. Eurozone: Industrieproduktion November. Am Markt wird eine Stagnation gegenüber dem Vormonat erwartet.

Von Anna-Maria Borse, 12. Januar 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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