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19.02.2025 06:17

Viel Lob, wenig Substanz: Trump und Musk im Interview

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump und Tech-Milliardär Elon Musk haben sich in einem gemeinsamen Interview gegenseitig mit Komplimenten bedacht und Kritik an ihren radikalen Kürzungsaktionen zurückgewiesen. "Ich wollte jemanden finden, der klüger ist als er. Ich habe überall gesucht. (...) Ich konnte niemanden finden, der klüger war, richtig", sagte Trump über Musk in dem Gespräch mit Fox-News-Moderator Sean Hannity. Musk äußerte sich ähnlich positiv über Trump: "Ich habe viel Zeit mit dem Präsidenten verbracht, und nicht ein einziges Mal habe ich ihn etwas tun sehen, das gemein oder grausam oder falsch war."

Fox-News-Moderator Hannity schwärmt für Trump

Hannity stellte in dem im Weißen Haus aufgezeichneten Interview wie auch schon bei seinem letzten Gespräch mit Trump so gut wie keine kritischen Fragen. Stattdessen ließ er wiederholt Bewunderung für Trump durchblicken. "Ich kenne ihn seit 30 Jahren, und ich habe noch nie jemanden gesehen, der so viel einstecken musste wie er", sagte der 63 Jahre alte Moderator etwa. Trump und Musk saßen auf Stühlen nebeneinander - das Interview hatte eher etwas von einem netten Plausch als einer ernsthaften journalistischen Auseinandersetzung mit Musks und Trumps Plänen.

Fox News gilt als Trumps Haus- und Hofsender, dort muss der Republikaner selten mit Kritik rechnen. Gleichzeitig warf der Republikaner in dem Interview mit Hannity anderen Medien Voreingenommenheit vor. Musk und Trump betonten, dass die Medien es nicht schaffen würden, einen Keil zwischen sie zu treiben.

Seit seinem Amtsantritt treibt Trump den Umbau des Staatsapparats voran. Er betraute Musk mit der Senkung der Regierungsausgaben und schuf dafür das Gremium Doge ("Department of Government Efficiency")

- mit unklaren Befugnissen. Musk verteidigte sein Vorgehen und

verglich die Kritik an seinen radikalen Sparmaßnahmen und Kündigungen mit einer "täglichen proktologischen Untersuchung".

Musk: Bürokratie widersetzt sich dem Präsidenten

"Es gibt eine riesige Bundesbürokratie, die sich dem Präsidenten und dem Kabinett unerbittlich widersetzt", behauptete Musk weiter. Auch Trump äußerte sich abwertend über Regierungsbeamte und sprach mit Blick auf ihre Arbeit von Betrug.

Gleichzeitig erklärte Musk: "Wenn der Wille des Präsidenten nicht umgesetzt wird - und der Präsident den Willen des Volkes repräsentiert - bedeutet das, dass der Wille des Volkes nicht umgesetzt wird, und das bedeutet, dass wir nicht in einer Demokratie leben, sondern in einer Bürokratie." Diese Aussage ist stark vereinfachend lässt etwa die Gewaltenteilung außer Acht. Außerdem repräsentiert der US-Präsident nicht allein den Willen des Volkes. Der - anders als der Präsident - direkt vom Volk gewählte Kongress vertritt ebenfalls den Willen der Bürgerinnen und Bürger.

Trump versicherte, dass Musk sich bei seiner Tätigkeit für Doge im Falle eines Interessenkonflikts heraushalten werde. Wie genau das aussehen und wer das sicherstellen soll, ließ der Republikaner offen. Der Tech-Milliardär profitiert von diversen Regierungsaufträgen - etwa für sein Raumfahrtunternehmen SpaceX./nau/DP/zb



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