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29.04.2026 14:57

ROUNDUP 2/Teure Energie: Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 Prozent

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WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Inflationsrate in Deutschland Richtung Drei-Prozent-Marke getrieben. Waren und Dienstleistungen waren im April 2,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnet hat. So hoch lag die Inflation zuletzt im Januar 2024, über drei Prozent war die Rate zuletzt im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent.

Der Krieg im Nahen Osten hat Heizen und Tanken hierzulande kräftig verteuert. Haushaltsenergie und Sprit kosteten im April satte 10,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schon im März hatte sich Energie in Deutschland rasant um 7,2 Prozent verteuert, die Inflation zog insgesamt auf 2,7 Prozent an. Von März auf April des laufenden Jahres legten die Verbraucherpreise nach Angaben der Statistiker insgesamt um 0,6 Prozent zu.

"Im April ist die Inflation nur wegen höherer Energiepreise gestiegen", ordnete Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ein. "Aber Umfragen zeigen, dass die Unternehmen rasch auf die Verteuerung der Energie reagieren und bald auch die Preise für andere Waren und Dienstleistungen deutlich anheben werden."

Sorge vor neuer Preiswelle

Weil teure Energie Produktions- und Transportkosten von Unternehmen steigen lässt, ist die Sorge groß, dass die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen weiter anziehen. Nach Daten des Ifo-Instituts plant eine steigende Zahl von Firmen Preiserhöhungen, etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel.

Friedrich Heinemann, Ökonom am Mannheimer Forschungsinstitut ZEW, prognostiziert, je länger die Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus andauere, desto wahrscheinlicher werde für Deutschland eine breite Inflation: "Dann wird es ungemütlich, auch für die Menschen, die kein Auto fahren."

Lebensmittelpreise ziehen an

Im April beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln nach Angaben der Statistiker etwas auf 1,2 Prozent. Im März hatten sich Lebensmittel noch um 0,9 Prozent verteuert.

Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die über viele Monate die größten Preistreiber waren, verteuerten sich im April zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent. Nach Einschätzung von Volkswirten dürften dazu Preiserhöhungen bei Flugtickets und Pauschalreisen maßgeblich beigetragen haben.

Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel, die von Ökonomen besonders beachtet wird, sank im April leicht von zuvor 2,5 Prozent auf 2,3 Prozent. Auf die Entwicklung der Inflation in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland schaut die Europäische Zentralbank (EZB) besonders. Dennoch wird bei der Zinssitzung an diesem Donnerstag noch keine Anhebung der Zinsen erwartet.

Viele Menschen schränken sich wegen hoher Preise ein

Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich Verbraucher für einen Euro leisten. In Umfragen sagen schon jetzt viele Menschen, dass sie kaum die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen können und Rücklagen aufgebraucht seien. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv gaben 58 Prozent der 1.005 Befragten an, sie hätten sich zuletzt im Alltag eingeschränkt.

Was bringt der "Tankrabatt"?

Für etwas Entlastung versucht die Bundesregierung zu sorgen: Die Steuern auf Diesel und Benzin werden vom 1. Mai bis 30. Juni um rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt. Die Mineralölwirtschaft hat angekündigt, dies an die Autofahrer weiterzugeben - manche bezweifeln das. Ökonomen glauben nicht, dass dieser "Tankrabatt" die Spritpreise nachhaltig senken wird. Zudem kommt er nur denjenigen zugute, die ein Fahrzeug mit Verbrennermotor fahren.

Volkswirte erwarten deutlich steigende Inflationsrate 2026

Noch vor dem Iran-Krieg hatten Volkswirte erwartet, dass die Inflationsrate in Deutschland dieses Jahr knapp über der Zwei-Prozent-Marke landen wird - ähnlich wie 2024 und 2025. Das ist längst Makulatur: Inzwischen rechnen führende Wirtschaftsforschungsinstitute damit, dass die Teuerungsrate im laufenden Jahr auf durchschnittlich 2,8 Prozent und 2027 auf 2,9 Prozent steigen wird.

Das wäre zwar noch weit unter dem Rekord für das wiedervereinigte Deutschland von 6,9 Prozent Inflation während des Ukraine-Krieges 2022. Heute sei die Lage eine andere als beim Energiepreisschock vor vier Jahren, sagt Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. "Die Inflation liegt im April etwa 4 Prozentpunkte niedriger als zum vergleichbaren Zeitpunkt nach Ausbruch des Ukrainekriegs", erklärt Kater. "Ob die Preissteigerungen in der zweiten Jahreshälfte anhalten oder sich wieder umkehren, hängt einzig und allein von der Öffnung der Straße von Hormus ab."/ben/als/DP/zb



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