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| 13.07.2026 13:25 Lipowitz und Evenepoel: Frieden oder «schwelender Konflikt»? Tour de FranceLyon (dpa) - Florian Lipowitz ergatterte in der brütenden Hitze des Zentralmassivs auf der letzten Etappe vor dem ersten Ruhetag hastig Trinkflaschen aus dem Mannschaftswagen. Damit versorgte er kurze Zeit später auch Teamkollege Remco Evenepoel. So weit, so normal unter Radprofis. Aber dass das französische Fernsehen die Szene genüsslich in aller Ausführlichkeit bei der Tour de France ausstrahlte, überraschte schon und zeigte, wie sehr das Duo nach dem ersten Zwist unter Beobachtung steht. Bei den deutschen Kommentatoren von Eurosport sorgte sie für Heiterkeit. Lipowitz selbst will sich lieber auf die kommenden Aufgaben fokussieren. «Ich glaube, wir können so weit happy sein», sagte er. «Wir können jetzt nach vorne schauen.» Remco teilt öffentlich gegen Lipowitz ausTrotzdem wird in diesen Tagen jeder Auftritt der beiden Kapitäne des deutschen Red-Bull-Teams von Radsportexperten und -Fans neugierig seziert. Vor allem durch die harsche öffentliche Kritik des belgischen Olympiasiegers an Lipowitz nach der Bergetappe in den Pyrenäen steht das Duo im Fokus. «Ich habe um einen Kilometer Führungsarbeit gebeten, aber das ging nicht», hatte der 26-Jährige geschimpft. Die Mannschaft hat am Ruhetag nicht zu einer Presserunde eingeladen. Der meinungsstarke und extrem selbstbewusste Evenepoel mit dem stillen und zurückhaltenden Lipowitz: Ob das beim größten Radrennen der Welt als Doppelspitze funktionieren kann, wurde seit der Verpflichtung des Belgiers heiß diskutiert. Nach der kräftezehrenden ersten Tour-Woche sprach Lipowitz vor allem über die harten Bedingungen: «Natürlich mit der Temperatur hatte jeder zu kämpfen», sagte er. «Es war von Anfang an ein harter Start von der Tour. Ganz anders als letztes Jahr», sagte der Tour-Drittplatzierte der vergangenen Ausgabe. Instagram-Video bekommt höhnische KommentareWenn man sich im Team umhört, wird überall betont, dass beide Profis sich gut verstehen und es keine grundlegenden Diskrepanzen gibt. Nach den deutlichen Worten stellte Lipowitz klar: «Ich glaube, es ist alles geklärt.» Evenepoel hatte auf der Etappe in den Pyrenäen die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung durch Lipowitz auf dem Schlussanstieg bemängelt. Im Sprint der Verfolger setzte sich der Mexikaner Isaac del Toro vor Evenepoel durch. Auch ein anschließend veröffentlichtes Video der beiden im Teambus in den sozialen Medien sollte die Wogen glätten - sorgte aber auch für teils höhnische Kommentare im Netz. Darauf zu sehen: Beide sitzen im Teambus. Der Mitarbeiter des Teams hinter der Kamera sagt: «Draußen vor dem Bus warten sie darauf, dass ihr in einem heftigen Streit seid.» Im Chor antworten beide: «Nein.» Und Evenepoel fügte hinzu: «Man redet und man vergisst.» Sein Gesichtsausdruck wirkte dabei aber teils etwas versteinert. «Wir müssen über das Geiselvideo von Evenepoel und Lipowitz sprechen», scherzte jemand bei X. Ex-Profi und Experte Jens Voigt sagte zuletzt bei Eurosport, er verstehe zwar, dass Evenepoel den Sprint gern gewonnen hätte und er frustriert gewesen sei. Aber es gelte auch: «Die erste und einzige Regel ist: Niemals, niemals, niemals kritisierst du deine eigene Mannschaft.» Das sei ein Fehler gewesen. Dass das Thema vollkommen vom Tisch ist, bezweifelt der Voigt. «Ich befürchte, das ist ein kleiner schwelender Konflikt, der nicht mehr völlig zu löschen ist», sagte der 54-Jährige. Möglicherweise war es auch ein Versuch von Evenepoel, die Kapitänsfrage mit einer markigen Ansage in seinem Sinne zu entscheiden. Was passiert, wenn Lipowitz im Hochgebirge stärker ist?Der Belgier leistete an diesem letzten, eher leichteren Anstieg die meiste Arbeit in der Gruppe der Fahrer hinter Dominator Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard. Und auch in seiner Paradedisziplin Zeitfahren war er in Barcelona stärker als Lipowitz. Am ersten wirklich harten Berg der Tour, dem Tourmalet, konnte er seinem Teamkollegen aber nicht folgen - so wie es vor der Rundfahrt erwartet worden war. Anstiege dieser Kategorie kommen in den letzten Wochen der 113. Tour noch einige. Und dort wird wahrscheinlich auch der Kampf um das Podium entschieden werden. Lipowitz betonte vor dem Ruhetag: «Es kommen jetzt mehr härtere Etappen und ich glaube, dann wird es sich langsam selektieren. Gegen Ende der Woche, wenn wir da Richtung Markstein fahren, wird sich sicher noch mal was im Gesamtklassement tun.» Gut möglich, dass sich die Kapitänsfrage dann von alleine auflöst. Und dann muss der Belgier vielleicht Flaschen für Lipowitz holen. Weitere Nachrichten |
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