Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
04.06.2026 20:16

ROUNDUP 2: Dobrindt für neue Aufnahmeregeln bei ukrainischen Männern

(durchgehend aktualisiert)

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Deutschland will ukrainischen Männern im wehrpflichtigen Alter die Aufnahme in der Europäischen Union erschweren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machte bei einem EU-Treffen deutlich, einen entsprechenden Vorschlag zum Ausschluss von Männern bestimmter Altersgruppen von der Aufnahmerichtlinie für Geflüchtete aus der Ukraine unterstützen zu wollen. Nach dpa-Informationen zeichnete sich bei den Besprechungen der EU-Innenminister in Luxemburg bereits ab, dass es eine Mehrheit für das Vorhaben geben könnte, 23 bis 60 Jahre alte Männer künftig anders zu behandeln.

Vor dem Treffen sagte Dobrindt, es gebe von den Mitgliedstaaten unterschiedliche Diskussionsbeiträge zu dem Thema. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir eine Regelung erreichen können, die sich in diese Richtung auch bewegt, wenn auch die Details noch nicht ausdiskutiert worden sind."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich bereits vergangenes Jahr deutlich positioniert und vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj strengere Ausreisebestimmungen für junge Männer gefordert. "Ich habe ihn gebeten, dafür zu sorgen, dass diese jungen Männer im Land bleiben, weil sie im Land gebraucht werden und nicht in Deutschland", sagte Merz.

Ukraine-Flüchtlinge müssen in der EU nicht Asyl beantragen

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine finden in der Europäischen Union nach der sogenannten Massenzustromrichtlinie Aufnahme, ihre Schutzersuchen werden also nicht individuell geprüft. Diese EU-Regel läuft aktuell bis zum 4. März 2027.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, lagen bei dem Treffen der EU-Innenminister zwei Vorschläge auf dem Tisch: Eine Verlängerung der geltenden Schutzregelung für alle Ukraine-Flüchtlinge in der aktuellen Fassung um ein weiteres Jahr oder eine Verlängerung, bei der ukrainische Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren vom vorübergehenden Schutz ausgeschlossen würden.

EU-Kommission offen: "Das wollen auch die Ukrainer von uns"

Sollte die Europäische Kommission in ihrem ausstehenden Vorschlag die zweite Variante wählen und die EU-Mitgliedstaaten anschließend zustimmen, würde die neue Regelung aber wohl nur bei neu in die EU kommenden Männern Anwendung finden.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner zeigte sich offen für die Idee. "Das wollen auch die Ukrainer von uns", sagte der österreichische Politiker. Er gehe davon aus, dass es dazu eine Art Konsens geben könnte. "Wir müssen ganz genau vor allem den Mitgliedsstaaten zuhören, die besonders betroffen sind." Dazu gehöre neben Deutschland auch Polen, Tschechien und Österreich. Brunner kündigte an, die Europäische Kommission wolle in den nächsten Wochen basierend auf den Diskussionen einen Rechtstext vorlegen.

Wer aktuell nicht aus der Ukraine ausreisen darf

Männer zwischen 23 und 60 Jahren unterliegen in der Ukraine weiter einem Ausreiseverbot. Für den Kriegsdienst eingezogen werden aktuell jedoch erst Wehrpflichtige ab 25 Jahren. Nach Daten der EU hielten sich im März knapp 29 Prozent der 4,33 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine, die in den Mitgliedstaaten vorübergehenden Schutz gemäß der Richtlinie erhalten haben, in Deutschland auf, rund 22 Prozent in Polen und 9 Prozent in Tschechien.

Grüne und Linke kritisieren Idee

Die Grünen-Migrationsexpertin, Filiz Polat, warnte, für die Mitgliedsstaaten würde ein Ausschluss von Männern im wehrpflichtigen Alter zu einem bürokratischen Mehraufwand führen und mit einem unschönen Prüfaufwand bei den Kommunen verbunden sein. Die Bundestagsabgeordnete fügte hinzu, es sei schon jetzt erkennbar, dass die Einschränkungen im temporären Schutz viele betroffene Männer in das reguläre Asylverfahren drängen würden. Dieses würde den ukrainischen Männern dem Vorschlag nach auch weiterhin offen stehen.

Die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Clara Bünger, sagte, ein "Ausschluss von Männern im wehrfähigen Alter wäre nicht nur für die Betroffenen fatal, sondern zugleich ein Angriff auf das Recht auf Kriegsdienstverweigerung". Kriegsdienstverweigerung sei ein Menschenrecht, das in der Ukraine nicht gewährleistet sei. Deshalb müsse diesen Menschen Schutz gewährt werden.

Kritik der EU-Kommission: Dobrindt verteidigt Grenzkontrollen

Beim Thema Grenzkontrollen verteidigte Dobrindt das Vorgehen der Bundesregierung gegen die Kritik der EU-Kommission, die Deutschland rät, Alternativen zu ihrer bis Mitte September 2026 verlängerten Maßnahme zu finden. "Wir haben jetzt genau in den letzten Monaten feststellen können, wie wirkungsvoll unsere Maßnahmen sind beim Zurückdrängen der illegalen Migration", sagte Dobrindt. Diese Erfolge dürfe man jetzt auch nicht gefährden.

EU-Kommissar Brunner betonte, dass die EU mit der Asylreform auf einem guten Weg sei und die europäischen Außengrenzen nun besser geschützt würden. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, schrittweise von diesen Grenzkontrollen wegzugehen", sagte Brunner.

In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht kritisierte die Brüsseler Behörde, die allgemeinen Verlängerungen der deutschen Grenzkontrollen seien nicht genügend begründet. Es fehle etwa eine Erklärung, warum die vom Bundesinnenministerium angegebene Bedrohung an jedem einzelnen Grenzabschnitt identisch sein solle und wie diese Bedrohungen durch Grenzkontrollen gemindert würden.

Die Europäische Kommission schlägt der Bundesrepublik und anderen Mitgliedsländern stattdessen Alternativen vor, um eingeführte Grenzenkontrollen im Schengen-Raum wieder abzubauen./tre/DP/he



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:  1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 903     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
04.06.2026 22:50 ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Boeing auf 'Buy' - Ziel 29...
04.06.2026 22:41 RBC hebt Ziel für Oracle auf 190 Dollar - 'Sector Perform'
04.06.2026 22:38 US-Militär: 207 Tote seit Angriffen auf Schmuggler-Boote
04.06.2026 22:37 Putin wirft Europa Ignoranz bei Ehrung von Andrij Melnyk vor
04.06.2026 22:32 Bayern-Basketballer im Finale - Bamberg verkürzt gegen Alba
04.06.2026 22:30 AKTIE IM FOKUS 2: Broadcom-Lauf stößt an Grenzen - Belastu...
04.06.2026 22:24 ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Broadcoms KI-Ausblick brems...
04.06.2026 22:16 Selenskyj bietet Putin direkte Friedensgespräche an
04.06.2026 22:15 Aktien New York Schluss: Broadcoms KI-Ausblick bremst Tech-A...
04.06.2026 21:52 Putin: Warnung vor russischer Bedrohung ist Unsinn
04.06.2026 21:45 AfD-Politiker werben in Russland für neue Kontakte
04.06.2026 21:44 Jefferies belässt Boeing auf 'Buy' - Ziel 295 Dollar
04.06.2026 21:43 Jefferies belässt Adyen auf 'Buy' - Ziel 1166 Euro
04.06.2026 21:18 Spahn verteidigt Warken: 'Ausgewogenes Paket'
04.06.2026 21:13 Devisen: Eurokurs kehrt zurück über 1,16 US-Dollar
04.06.2026 21:09 WDH: Putin offen für assoziierte EU-Mitgliedschaft der Ukra...
04.06.2026 21:04 Offen für assoziierte EU-Mitgliedschaft der Ukraine
04.06.2026 21:00 'Zutiefst bewegt': Starmer trifft Familie von Henry Nowak
04.06.2026 20:50 Offiziell: Iraola wird neuer Trainer beim FC Liverpool
04.06.2026 20:45 Israels Armee: Vier Hamas-Mitglieder im Gazastreifen getötet
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
04.06.2026

ECOMIAM S.A.
Geschäftsbericht

EDINBURGH WORLDWIDE INVESTMENT TRUST PLC
Geschäftsbericht

PERSONAL ASSETS TRUST PLC
Geschäftsbericht

SCHRODER REAL ESTATE INVESTMENT TRUST LTD.
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services