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25.05.2026 04:20

Bahn-Regionalchef: 90 Prozent Pünktlichkeit sind das Ziel

Bahn

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn will im Regionalverkehr wieder eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 90 Prozent erreichen - einen genauen Zeitplan gibt es dafür aber nicht. «Die Herausforderung ist, den Abwärtstrend schnell zu stoppen. Da müssen wir gemeinsam im Systemverbund neue Lösungen finden», sagte der Chef der DB-Regionalverkehrstochter, Harmen van Zijderveld, der Deutschen Presse-Agentur. 

«Ich hoffe, dass das laufende Jahr mit vielen wichtigen Bauvorhaben weitere spürbare Verbesserungen auch auf der Infrastrukturseite bringen wird», sagte van Zijderveld. Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo hat für das laufende Jahr rund 28.000 Baustellen geplant.

Eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 90 Prozent gab es im Nahverkehr zuletzt im März 2025. Im April 2026 waren es 89,1 Prozent. «Unser Ziel ist, wieder stabil über das Niveau von 90 Prozent bei der Pünktlichkeit zu kommen», sagte van Zijderveld. Die Pünktlichkeit im Nahverkehr ist deutlich höher als im Fernverkehr. Das liegt unter anderem an den kürzeren Fahrwegen der Züge. Zudem gibt es im Nahverkehr deutlich mehr Fahrten - unpünktliche Fahrten fallen also nicht gleich so stark ins Gewicht.

Marode Infrastruktur bremst Züge aus

Als Hauptgrund für die Unpünktlichkeit gilt bei der Bahn allgemein der schlechte Zustand der Infrastruktur. Das Streckennetz ist an vielen Stellen marode. Im vergangenen Jahr konnte mit 26.000 Baustellen für rund 19,9 Milliarden Euro lediglich ein weiterer Verfall verhindert werden, die Zustandsnote verbesserte sich aber nicht. Im laufenden Jahr stehen rund 23 Milliarden Euro zur Verfügung.

Ein weiterer Grund für Verspätungen sind überlastete Knoten, dazu gehören etwa die großen Städte. «Wir sehen, dass wir in manchen Situationen einen Fahrplan haben, der bei der Belastung der Infrastruktur so nicht mehr sinnvoll ist», sagte van Zijderveld. Kleine Probleme wirken sich dann schnell auf viele Züge aus, weil diese in enger Taktung hintereinanderfahren. 

Wie können die Knoten entlastet werden? 

Eine Möglichkeit wäre wohl, weniger Züge fahren zu lassen - politisch gilt das aber als letzter Weg, wenn alle anderen Ideen gescheitert sind. Das Signal, dass Zugverkehr abbestellt wird, möchte niemand gerne senden.

Es sei gut, dass auf politischer Ebene Diskussionen zur Optimierung des Fahrplans geführt werden. Hier könne man bereits mit «minimalinvasiven Eingriffen» große Effekte erzielen, sagte van Zijderveld. Eine vom Bundesverkehrsministerium initiierte «Taskforce zuverlässige Bahn» schlug im März in ihrem Bericht unter anderem sogenannte Jokergleise und mehr Puffer im Fahrplan vor. 

Jokergleise meint Gleise in Bahnhöfen, die freigehalten werden, um auf Störungen flexibler reagieren zu können. Zusätzliche Gleise könnten kurzfristig Engpässe entschärfen. Auch über «Flex-Abfahrten» wurde zuletzt diskutiert: Züge könnten zum Beispiel eine Minute vor der offiziell angegebenen Zeit abgefertigt werden, um pünktlicher loszufahren.

Zahl der Fahrgäste bei DB Regio deutlich gewachsen

Bei internen Themen von DB Regio sieht sich van Zijderveld auf dem richtigen Weg. «Wir haben schon viel erreicht und beispielsweise in den letzten drei Jahren die ausgefallenen Zugkilometer wegen Personalmangels dank 20.000 neuer Kolleginnen und Kollegen um 80 Prozent reduzieren können», sagte er.

Die Zahl der Fahrgäste sei im Regionalverkehr zuletzt deutlich gestiegen - der Manager führt das auch auf die steigenden Preise für Benzin zurück. «Im April hatten wir 12 Millionen mehr Reisende - und damit knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum», sagte van Zijderveld. Das Deutschlandticket sei in Zeiten, in denen niemand sagen könne, wie sich die Spritpreise entwickeln, «in seiner Einfachheit und mit seinem Preisniveau eine große Hilfe», auch wenn der Startpreis von 49 Euro über die Jahre nicht gehalten werden konnte.

Bahn im Sommer mit Sonderaktion für Deutschlandtickets

Derzeit kostet das Deutschlandticket, das bundesweit zur Fahrt im ÖPNV berechtigt, 63 Euro pro Monat. Auf den Preis haben die Bahn und auch die anderen Verkehrsunternehmen keinen direkten Einfluss, er wird politisch in Verhandlungen zwischen Bund und Ländern festgelegt. 

Die Bahn will aber über einen anderen Weg den Kauf des Tickets diesen Sommer attraktiver machen: «Wir werden für diesen Sommer jedem, der ein Deutschlandticket neu über unsere Kanäle bucht, eine Probe-Bahncard 25 für 5,99 Euro anbieten», sagte van Zijderveld. «So haben die Kunden nicht nur im Nahverkehr, sondern auch im Fernverkehr Zugang zu verbesserten Konditionen.» Eine Probe-Bahncard 25 ist drei Monate gültig und kostet normalerweise 19,90 Euro (2. Klasse). Bei Buchung mit einer solchen Bahncard werden 25 Prozent vom Ticketpreis erlassen.



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