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| 30.04.2026 05:57 Deutschland verliert im KI-Ranking Platz an Kanada BERLIN (dpa-AFX) - Im Wettbewerb um die besten Köpfe im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) steht Deutschland in der Europäischen Union an der Spitze - kann aber mit den globalen Marktführern USA, Indien, Großbritannien und Kanada nicht mithalten. Das geht aus einer Arbeitsmarktstudie des Berliner Thinktanks Interface (ehemals Stiftung Neue Verantwortung) hervor. Kanada zieht an Deutschland vorbei Noch im Jahr 2024 belegte Deutschland weltweit den vierten Platz, direkt hinter den dominierenden Nationen USA, Indien und Großbritannien - und lag dabei noch komfortabel vor Kanada und Frankreich. Im Jahr 2025 ist Kanada jedoch an der Bundesrepublik vorbeigezogen. Global gesehen wird der Arbeitsmarkt für KI-Fachkräfte durch ein amerikanisch-indisches Duopol dominiert. Die USA haben mit 1.001.839 KI-Talenten knapp die historische Millionenmarke überschritten, dicht gefolgt von Indien, das nach einer Aufholjagd nun 991.788 Talente stellt. Weit dahinter festigte Großbritannien mit 145.461 Experten den dritten Rang, während Kanada mit einem großflächigen Talentaufbau auf 133.280 Fachkräfte an der Bundesrepublik vorbeizog. Deutschland rutschte folglich mit 117.336 Talenten auf den fünften Platz ab. KI-Boom in München und Berlin Innerhalb der Europäischen Union bleibt Deutschland der führende KI-Standort. Besonders bei den hoch spezialisierten Forschern und Ingenieuren untermauert die Bundesrepublik mit über 17.000 Experten seine Position als führender europäischer KI-Hub. Angetrieben wird dieser Boom von zwei Metropolen: München führt EU-weit bei diesen Spitzenkräften mit über 3.000 Experten, dicht gefolgt von Berlin mit 2.850. Die Bundesrepublik werde zunehmend zu einem Magneten für internationale Nachwuchskräfte, was sich unter anderem in einem Anstieg der Einschreibungen indischer Studierender um fast 20 Prozent zeige. US-Visa-Politik schreckt KI-Talente ab Dass Deutschland überhaupt so viele internationale Talente anziehen kann, ist nach Einschätzung der Studienautoren größtenteils einer historischen Schwächeperiode des bisherigen globalen Monopolisten USA geschuldet. Das US-Modell, das jahrzehntelang darauf basierte, die klügsten internationalen Studenten ins Land zu holen und in heimische Arbeitskräfte umzuwandeln, stehe unter einem beispiellosen politischen Druck. Im September 2025 führte die US-Regierung drastische Hürden ein, darunter eine hohe Zusatzgebühr von 100.000 US-Dollar für H-1B-Visa, also für genau jenen Visatyp, der von Technikunternehmen stark genutzt wird. Gepaart mit weitreichenden Budgetkürzungen in der zivilen Wissenschaftsfinanzierung und Restriktionen bei Studentenvisa führte dies zu einem starken Einbruch der Ankünfte indischer Studenten um 46 Prozent und chinesischer Studenten um 26 Prozent. Für ein Land, in dem 67 Prozent der Top-KI-Forscher im Ausland geboren wurden, gleicht dies einer Zäsur. Das Resultat ist ein historisches Novum: Erstmals seit Jahren wandern nun mehr KI-Talente aus den USA nach Europa ab, als umgekehrt aus Europa in die USA abwandern. Geringer Frauenanteil in Deutschland Diese geopolitische Großwetterlage biete Deutschland eine einmalige Chance, die es jedoch durch einen strukturellen blinden Fleck bei der Frauenförderung zu verspielen drohe. Das deutsche KI-Ökosystem wachse zwar rasant, werde aber paradoxerweise immer männlicher. Bei den Basis-KI-Kräften (Tier 0) fiel der Frauenanteil in Deutschland auf 28,9 Prozent - der niedrigste Wert unter allen untersuchten EU-Ländern, die durchschnittlich auf 36,7 Prozent kommen. Auch bei den Spitzenforschern (Tier 2) rutschte die Frauenquote von 21,4 Prozent auf 19,3 Prozent ab. "Deutschland ist ein Land, in dem Frauen auf dem Arbeitsmarkt insgesamt zwar stark vertreten sind, sich dies jedoch im KI-Sektor nicht widerspiegelt." Die Analyse der globalen Bewegung von KI-Arbeitskräften stützt sich auf Daten von Revelio Labs, ein Unternehmen für Workforce Intelligence, das öffentlich zugängliche Berufsprofile, Stellenanzeigen und verwandte Quellen auswertet. Der Datensatz vom Oktober 2025 umfasste insgesamt 616 Millionen Personen der weltweiten Erwerbsbevölkerung./chd/DP/zb Weitere Nachrichten |
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