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| 24.04.2026 11:16 FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Krypto-Fans schnuppern Morgenluft. Der Bitcoin hat die Tiefs hinter sich gelassen. Die Nachfrage nach Krypto-ETNs belebt sich. Wegen der geopolitischen Unsicherheiten rechnen viele aber mit anhaltend hoher Volatilität. 24. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Kryptowährungen sind auf Erholungskurs - vor allem der Bitcoin. Treiber der jüngsten Aufwärtsbewegung: die gute Stimmung rund um Tech-Aktien und die leichte Entspannung im Iran-Konflikt. US-Präsident Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran überraschend verlängert. Als weiterer Grund werden Käufe von MicroStrategy genannt. Das Unternehmen unter der Führung von Michael Saylor soll erneut Bitcoin gekauft haben. Der Bitcoin wird am Donnerstagmorgen zu knapp 78.000 US-Dollar gehandelt. Im Tief im Februar waren es unter 61.000 US-Dollar, im Allzeithoch im Oktober vergangenen Jahres allerdings fast 126.000 US-Dollar. Ethereum hat sich ebenfalls etwas erholt und wird jetzt zu 2.340 US-Dollar gehandelt. Die Verluste gegenüber dem Allzeithoch sind aber noch höher. Noch schlechter sieht es für Solana aus mit einem Minus von 70 Prozent gegenüber dem Rekordstand. "Marktvolatilität kurzfristig auf einem erhöhten Niveau" Laut Andre Dragosch von Bitwise geht der Bitcoin-Anstieg auch auf eine höhere Unsicherheit über die Zukunft der dominanten Reservewährung zurück - dem US-Dollar. Der Iran-Krieg habe das bestehende Petrodollar-System geschwächt und alternative Wertspeicher wie Bitcoin beflügelt. "Die Tatsache, dass Bitcoin inzwischen für Mautzahlungen an der Straße von Hormus akzeptiert wird, spricht Bände." Der Bitwise "Cryptoasset Sentiment Index" hat Dragosch zufolge jetzt das höchste Niveau seit Januar 2026 erreicht und signalisiert ein leicht bullishes Sentiment. "Dies deutet auf eine Rückkehr von allgemeinem Risikoappetit hin." Allerdings dürften erneute geopolitische Spannungen - insbesondere rund um die Straße von Hormus - die Marktvolatilität kurzfristig auf einem erhöhten Niveau halten. "Zinssenkungen in die Zukunft verschoben" Seit Jahresanfang ergibt sich für den Bitcoin ohnehin immer noch ein Minus von 11 Prozent. Als Grund dafür sieht Dovile Silenskyte vom Emittenten WisdomTree das allgemeine makroökonomische Umfeld. "Die Zinsen bleiben relativ hoch, und die Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen haben sich weiter in die Zukunft verschoben", erklärt sie. Dennoch sei die Volatilität des Bitcoin nicht ungewöhnlich. "Die annualisierte 90-Tage-Volatilität liegt weiterhin bei knapp 60 Prozent und entspricht damit weitgehend dem langfristigen historischen Durchschnitt." Erstmals wieder Zuflüsse Die Erholung schlägt sich auch im ETN-Markt nieder: "Anlageprodukte für digitale Vermögenswerte verzeichnen vergangene Woche Zuflüsse in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar, die dritte positive Woche in Folge und der stärkste Wert seit Januar", berichtet Emittent CoinShares. Schon im März war es laut WisdomTree wieder zu Zuflüssen in physische Bitcoin-ETNs gekommen. Für das erste Quartal meldet WisdomTree für die USA aber immer noch Abflüsse von knapp 500 Millionen US-Dollar, für Europa Zuflüsse in ähnlicher Höhe. Wieder mehr Handel Auch im Handel mit Krypto-ETNs macht sich der jüngste Anstieg der Kryptowährungen bemerkbar. "Seit rund anderthalb Wochen sehen wir vermehrt Nachfrage nach Krypto-ETNs", berichtet Janis Völker von Lang & Schwarz. Klar im Fokus: Bitcoin, gefolgt von Ethereum. Die kleineren Coins spielten keine Rolle. Auch ICF-Händler Ivo Orlemann meldet etwas mehr Käufe. Besonders gefragt bei der ICF-Kundschaft: der Invesco Physical Bitcoin (XS2376095068). ETN-Handel: Bitcoin bleibt oben Im Handel mit Krypto-ETNs an der Deutschen Börse waren auch im März Bitcoin-Tracker die eindeutigen Umsatzspitzenreiter. Ganz oben auf der Umsatzliste steht der iShares Bitcoin (XS2940466316). Ebenfalls viel um ging in Bitcoin-ETNs von 21shares (CH0454664001), VanEck (DE000A28M8D0), WisdomTree (GB00BJYDH287), Bitwise (DE000A27Z304) und CoinShares (GB00BLD4ZL17). Wichtigste Währung jenseits des Bitcoin war Ethereum mit Produkten von VanEck (DE000A3GPSP7) und CoinShares (GB00BLD4ZM24). "Ent-Dollarisierung beschleunigt sich" Laut Maximiliaan Michielsen von 21shares hängt die weitere Entwicklung unverändert von geopolitischen Nachrichten und der US-Notenbank ab. "Ein Scheitern der Verhandlungen zwischen USA und Iran und ein deutlicher Anstieg des Ölpreises wäre das zentrale Abwärtsrisiko." Er hält die strukturellen Treiber für den Bitcoin aber für intakt. "Die globale Verschuldung steigt weiter an, die Fed bleibt zwischen energiepreisbedingter Inflation und nachlassendem Wachstum gefangen, und die Instrumentalisierung von Währungen sowie die Ent-Dollarisierung beschleunigen sich", erklärt er. "Insgesamt dürfte die Bitcoin-Korrektur ausgelaufen sein." Von Anna-Maria Borse, 24. April 2026, © Deutsche Börse AG (Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.) Weitere Nachrichten |
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