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| 22.04.2026 12:46 APA ots news: Kapitalisierung verbessert, Kosten-Ertrags-Verhältnis... APA ots news: Kapitalisierung verbessert, Kosten-Ertrags-Verhältnis schlechter, Finanzstabilität gut Präsentation des 51. Financial Stability Report der OeNB Wien (APA-ots) - Die heimischen Banken nutzten das abermals sehr gute Ergebnis 2025 zur Stärkung ihrer Kapitalbasis. Damit bleibt auch in Zeiten erhöhter geopolitischer Unsicherheit die Finanzstabilität gut. Während die Kreditvergabe leicht an Fahrt aufnahm, hat sich die negative Dynamik bei der Kreditqualität stabilisiert, also nicht weiter verschlechtert. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie gewerblichen Immobilienunternehmen bleibt die Kreditqualität jedoch angespannt. Geopolitische Situation trübt Konjunkturaussichten, positiver Wachstumsausblick der für den österreichischen Bankensektor wichtigen CESEE Region "Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten und der darauffolgende Anstieg der Energiepreise haben erneut zu großer Unsicherheit geführt. Diese Unsicherheit und die direkten Auswirkungen des Krieges auf die Preise belasten die Wachstumsaussichten fast aller Branchen in Österreich und Europa", so Gouverneur Martin Kocher. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet in ihrer Prognose vom März 2026 im Basisszenario heuer ein gedämpftes Wirtschaftswachstum von 0,5 % für Österreich; die Arbeitslosenquote soll bei 7,5 % bleiben. Seit der Veröffentlichung der Prognose hat sich die Konjunktur trotz höherer und volatiler Energiepreise recht robust gezeigt. Die OeNB hält daher an ihrer Wachstumsprognose vom März fest, sieht aber ein Aufwärtsrisiko für die Inflationsprognose. Der etwas bessere Wachstumsausblick für Zentral-, Ost- und Südosteuropa ( CESEE), wo österreichische Banken rund ein Drittel ihres Kreditengagements haben, wirkt nach wie vor positiv. Bankensektor hoch profitabel und gut kapitalisiert, die Bedeckung der Kreditrisiken mit Wertberichtigungen hat sich jedoch weiter reduziert Robuste Erträge und rückläufige Risikovorsorgen trugen dazu bei, dass der Bankensektor im Jahr 2025 trotz steigender Betriebskosten einen hohen Gewinn von 11,8 Mrd EUR erzielte. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist auf höhere Gewinne der Großbanken zurückzuführen, vor allem im Inlandsgeschäft. Das Engagement in der CESEE-Region, die aufgrund von Akquisitionen weiter an Bedeutung gewinnen wird, trug ebenfalls zur guten Gewinnsituation des österreichischen Bankensektors bei. "Der weitaus überwiegende Teil der guten Gewinne wurde von den Banken für die Stärkung ihrer Kapitalbasis verwendet. Die harte Kernkapitalquote des Bankensektors erreichte mit 19,0 % einen Höchststand. Dies ist gerade vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten im geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld zu begrüßen", so Direktor Thomas Steiner. Im Jahr 2025 gewann die inländische Kreditvergabe der österreichischen Banken aufgrund einer höheren Dynamik im Hypothekargeschäft mit privaten Haushalten weiter an Fahrt, während die Kreditvergabe an Unternehmen gedämpft blieb. Der Anteil notleidender Kredite (NPL-Quote) stabilisierte sich nach den jüngsten Zuwächsen bei 3 %. Insbesondere bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen sowie gewerblichen Immobilienkrediten ist die NPL-Quote mit 6,3 % bzw. 8,3 % im Jahresvergleich nach wie vor ansteigend - Ende 2024 lagen sie noch bei 6,1 % und 6,3 % - und deutlich über dem Durchschnitt. Da die Dotierung der Risikovorsorgen für Kreditausfälle im Jahr 2025 zurückging, verringerte sich die Deckung von NPLs mit Wertberichtigungen auf unter 40 %. Immobilienkredite bleiben entscheidendes Thema für Finanzstabilität und Bankenaufsicht Seit 2022, als die Zinsen zu steigen begannen, verzeichneten die österreichischen Banken einen starken Anstieg der NPL-Quote bei gewerblichen Immobilienkrediten (CRE-Krediten). Besonders ausgeprägt ist dieser Anstieg im gewerblichen Wohnen, wo mittlerweile über 14 % der Kredite notleidend sind. Im europäischen Vergleich sticht der österreichische Bankensektor nicht nur durch diesen Anstieg, sondern auch durch den Anteil der CRE-Kredite an den gesamten Unternehmenskrediten von 43 % hervor. Immobilien spielen daher als Sicherheiten bei NPL-Abwicklungen eine entscheidende Rolle, umso wichtiger ist daher aus Sicht der Finanzstabilität deren konservative Bewertung. In diesem Zusammenhang empfahl das Finanzmarktstabilitätsgremium die Stärkung der Risikotragfähigkeit der Banken im CRE-Segment durch eine Erhöhung des sektoralen Systemrisikopuffers (sSyRP) bis Mitte 2026 auf 2 % und bis Mitte 2027 auf 3,5 %. Ein von der OeNB regelmäßig aktualisiertes CRE-Dashboard erleichtert zudem das Monitoring dieses für die österreichischen Banken wichtigen Segments für alle Marktteilnehmer. Dank gesunkener Zinsen hat sich die Wohnimmobilienkreditvergabe von ihrem Tiefpunkt Ende 2023 deutlich erholt, und die Vergabestandards bleiben vor dem Hintergrund eines entsprechenden Rundschreibens der Finanzmarktaufsicht (FMA) sowie der Leitlinie des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) hoch. ( FMA-Rundschreiben zur soliden Vergabe von privaten Wohnimmobilienkrediten und FMSG- Leitlinie aus der Presseaussendung zur 44. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums .) Empfehlungen der OeNB Angesichts der jüngsten Zunahme geopolitischer Risiken sollen die österreichischen Banken ihre Widerstandsfähigkeit absichern, um den Finanzierungs- und Investitionsbedarf von Haushalten und Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten decken zu können. Um systemische Risiken einzudämmen, empfiehlt die OeNB den Banken daher: - eine angemessene Kreditrisikosteuerung, einschließlich - eines aktiven Managements von notleidenden Krediten (inklusive deren konsequenten Abbau), - höherer Risikovorsorgen (insbesondere für den unbesicherten Teil der Kredite) und - einer konservativen Bewertung der Sicherheiten; - die Einhaltung strengerer aufsichtsrechtlicher Anforderungen für Gewerbeimmobilienkredite (insbesondere des sektoralen Systemrisikopuffers); - die Absicherung der guten Kapitalisierung; - die weitere Einhaltung nachhaltiger Vergabestandards bei Wohnimmobilienkrediten; und - die Sicherung einer nachhaltigen Profitabilität, insbesondere durch - strukturelle Kostendisziplin und - Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung und Cybersicherheit. Der Financial Stability Report 51 ist auf der OeNB-Website abrufbar. Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Mag. Marlies Schroeder, MiM Telefon: +43-1-404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0127 2026-04-22/12:41 Weitere Nachrichten |
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