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22.04.2026 07:22

OTS: BearingPoint GmbH / Neues Konsumverhalten in Deutschland: Weniger ...

    Neues Konsumverhalten in Deutschland: Weniger Besitz, mehr Nutzung:
Spenden und Mietmodelle auf Rekordniveau (FOTO)
Frankfurt am Main, 22. April 2026 (ots) - Studie von BearingPoint zeigt:
Verbraucherinnen und Verbraucher setzen verstärkt auf Weitergabe und
gemeinschaftliche Nutzung. Preisdruck und Vertrauensdefizite bremsen jedoch
nachhaltige Kaufentscheidungen

Die neue Ausgabe des Sustainable Retail Barometer der Management- und
Technologieberatung BearingPoint zeigt ein wieder deutlich wachsendes
Nachhaltigkeitsbewusstsein in Deutschland. Gleichzeitig offenbart die Studie
eine zunehmende Diskrepanz zwischen Anspruch und tatsächlichem Verhalten: Viele
Konsumentinnen und Konsumenten identifizieren sich mit nachhaltigen Werten,
treffen aber dennoch oft Entscheidungen, die rein vom Preis oder von mangelndem
Vertrauen in Marken geprägt sind. Dieses Spannungsfeld prägt den deutschen
Einzelhandel stärker denn je.

Bereits der Blick auf die grundsätzliche Haltung zeigt diesen Zwiespalt: 62
Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigen
Nachhaltigkeitsaspekte bei Kaufentscheidungen, ein Wert, der jedoch unter dem
europäischen Durchschnitt (69 Prozent) liegt. Auch beim Vertrauen in die
nachhaltigen Maßnahmen von Händlern und Herstellern zeigt sich Zurückhaltung.
Der deutsche Markt bleibt hier kritisch - ein Umstand, der Unternehmen zwingt,
Transparenz und Glaubwürdigkeit konsequenter in den Mittelpunkt ihrer Marken-
und Produktkommunikation zu stellen.

Zahlungsbereitschaft - Deutschland ist europäische Ausnahme

Ein besonders markantes Ergebnis der Studie betrifft die Zahlungsbereitschaft
für nachhaltigere Produkte: Deutschland zeigt hier eine außergewöhnlich starke
Polarisierung, die deutlich über die in anderen europäischen Märkten hinausgeht.

Während in Deutschland überdurchschnittlich viele Verbraucherinnen und
Verbraucher bereit sind, höhere Preisaufschläge von mehr als 10 Prozent
zugunsten von Nachhaltigkeit zu akzeptieren, ist gleichzeitig auch der Anteil
jener signifikant größer, die kategorisch jeden Aufpreis ablehnen.

In keiner anderen der untersuchten europäischen Länder ist diese
"Zwei-Extrem-Landschaft" so klar ausgeprägt wie in Deutschland. Für Unternehmen
bedeutet das: Nachhaltigkeitspreisstrategien müssen hier besonders differenziert
gestaltet werden - Premiumangebote für hochengagierte Zielgruppen einerseits,
zugängliche und preisbewusste nachhaltige Alternativen andererseits.

Trend zu Nutzung statt Besitz

Diese Ambivalenz wirkt sich auch auf die zirkulären Konsummuster aus. Während
Deutschland in den vergangenen Jahren stark vom Secondhand-Trend geprägt war,
zeigt die aktuelle Studie erstmals eine Abschwächung der Secondhand-Dynamik in
Deutschland, während sie im europäischen Vergleich weiter zunimmt. Insbesondere
Secondhand-Käufe über den Handel verlieren in Deutschland an Bedeutung, während
Privatverkäufe europaweit stärker wachsen. Auch Reparaturen werden seltener
durchgeführt, vor allem von jüngeren Konsumentengruppen, die sich zunehmend
anderen Nutzungsformen zuwenden.

Gleichzeitig lässt sich ein klarer Gegentrend beobachten: Das Mieten gewinnt in
Deutschland weiter an Bedeutung. Bereits 58 Prozent der deutschen
Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Mietmodelle - ein Wert, der deutlich
über dem EU-Durchschnitt liegt. Besonders junge Erwachsene und Menschen mit
höherem Bildungsgrad greifen verstärkt auf mietbasierte Produktangebote zurück
und etablieren damit ein Konsumverhalten, das stärker auf Nutzung statt Besitz
ausgerichtet ist.

Nachhaltigkeit im Lebensmittelsektor deutlich über EU-Niveau

Im Lebensmittelsektor zeigt sich Deutschland dagegen traditionell stark. Hier
bestätigen die diesjährigen Ergebnisse einmal mehr die Vorreiterrolle: 84
Prozent der Deutschen kaufen Großgebinde oder nutzen Pfandsysteme, 83 Prozent
bevorzugen regionale Produkte und 79 Prozent greifen zu Bio-Lebensmitteln -
jeweils Werte, die klar über dem europäischen Durchschnitt liegen.

Neben diesen etablierten Praktiken zeigt sich auch eine bemerkenswerte
Veränderung im Konsum tierischer Produkte: Rund 29 Prozent der Deutschen geben
an, tierische Produkte nie oder zumindest seltener zu konsumieren - ein Wert,
der zum einen über dem europäischen Durchschnitt liegt und zum anderen im
Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegen ist. Dieser Trend deutet auf eine
wachsende Offenheit gegenüber pflanzenbasierten Ernährungsformen hin und schafft
zusätzlichen Raum für nachhaltige Produktinnovationen im Lebensmittelsektor.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass Nachhaltigkeit im Food-Bereich nicht nur als
Trend, sondern als fest verankertes Kaufmotiv verstanden wird. Gleichzeitig
lehnen 29 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher nach wie vor
jegliche zusätzlichen Kosten für nachhaltigere Alternativen ab, während eine
wachsende Gruppe bereit ist, deutlich höhere Preise zu akzeptieren. Diese
Polarisierung ist in Deutschland stärker ausgeprägt als im EU-Vergleich.

Weitergeben statt Wegwerfen prägt das Konsumverhalten vieler Deutscher

Spenden zählen zu den am stärksten verankerten nachhaltigen Konsumpraktiken in
Deutschland. Das Sustainable Retail Barometer zeigt, dass ein großer Teil der
Verbraucherinnen und Verbraucher ihre nicht mehr benötigten Produkte weitergibt
- sei es im privaten Umfeld oder an Organisationen. Besonders auffällig ist die
hohe Bereitschaft, im persönlichen Umfeld zu spenden: Fast vier von fünf
Deutschen geben gebrauchte Gegenstände an Bekannte oder Nachbarinnen und
Nachbarn weiter. Auch die Spende an Vereine oder gemeinnützige Organisationen
ist fest etabliert und liegt bei 68 Prozent, damit allerdings unter den
europäischen Vergleichswerten (73 Prozent). Auffällig ist zudem, dass jüngere
und höher gebildete Zielgruppen besonders aktiv spenden und diese Form der
Weitergabe als selbstverständlich betrachten.

Nikolaos Sioulvegas, Partner bei BearingPoint und Retail-Experte, ordnet die
Ergebnisse ein:

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass Nachhaltigkeit im deutschen Einzelhandel
ein integraler Bestandteil der Kaufentscheidung ist. Viele Menschen wollen
nachhaltiger leben, doch Preissensibilität und Skepsis gegenüber Marken
erschweren konsequentes Handeln. Unsere Studie zeigt klar: Nachhaltige Angebote
allein reichen nicht aus - sie müssen glaubwürdig sein, Mehrwert stiften und für
unterschiedliche Zielgruppen erschwinglich bleiben. Die zunehmende Bereitschaft,
für nachhaltigere Alternativen auch höhere Preise zu zahlen, ist eine Chance.
Sie entfaltet ihr Potenzial jedoch nur dort, wo Unternehmen ihre Versprechen
nachweislich einlösen und Vertrauen kontinuierlich aufbauen. Unternehmen müssen
deshalb ihre Strategie entsprechend weiterentwickeln, sei es durch transparente
Kommunikation, den Ausbau zirkulärer Geschäftsmodelle oder durch neue Preis- und
Produktstrategien, die der zunehmenden Differenzierung der Konsumentengruppen
gerecht werden."

Die vollständigen Ergebnisse des Sustainable Retail Barometer 2025 stehen auf
der Website von BearingPoint zum Download bereit: Sustainable Retail Barometer:
Nachhaltiges Konsumverhalten | BearingPoint Deutschland (https://www.bearingpoin
t.com/de-de/publikationen-and-events/publikationen/sustainable-retail-barometer-
2025/)

Über die Studie

Das Sustainable Retail Barometer 2025 basiert auf einer Online-Befragung von
4.000 europäischen Konsumentinnen und Konsumenten, darunter 500 in Deutschland.
Untersucht wurden nachhaltige Konsumpraktiken in fünf Non-Food-Sektoren sowie im
Lebensmittelbereich. Ergänzt wird die Analyse durch Fragen zu Vertrauen,
Preisbereitschaft, zirkulären Nutzungsformen und Einstellungen gegenüber
nachhaltigen Marken.

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit
europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner
Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,
indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,
Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten
dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte
SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte
Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die
Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und
Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und
engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen
Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's
Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die
hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

Weitere Informationen:

Homepage: https://www.bearingpoint.com/

LinkedIn: http://www.linkedin.com/company/bearingpoint

Instagram: https://www.instagram.com/bearingpoint_dach/

Pressekontakt:

Alexander Bock
Global Senior Manager Communications
Tel: +49 89 540338029
E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/68073/6260093
OTS:               BearingPoint GmbH


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