Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
31.03.2026 12:55

ROUNDUP/Todesstrafe für Terroristen: Gesetz in Israel vor Prüfung

JERUSALEM (dpa-AFX) - Ein Gesetz in Israel über die Einführung der Todesstrafe für Terroristen steht nun vor einer Prüfung durch das höchste Gericht des Landes. Ein juristischer Experte geht davon aus, dieses könnte den kontroversen Vorstoß kippen.

Das israelische Parlament hatte das Gesetz am Montag mit knapper Mehrheit gebilligt. Es sieht vor, dass bei terroristisch motiviertem Mord mit dem Ziel der Vernichtung des Staates Israel die Todesstrafe oder lebenslange Haft verhängt werden kann. Vor israelischen Militärgerichten in den palästinensischen Gebieten ist die Todesstrafe in solchen Fällen sogar zwingend, sie muss bei Verurteilung binnen 90 Tagen durch Erhängen durch einen Gefängniswärter vollstreckt werden.

Kritiker sehen das Gesetz als rassistisch an, weil es de facto nur Palästinenser betrifft. Der Vorstoß von der Partei des rechtsextremen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir wird auch vom rechtskonservativen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterstützt.

Ben-Gvir: "Wir haben Geschichte geschrieben"

Ben-Gvir und Gleichgesinnte feierten nach Verabschiedung des Gesetzes überschwänglich und schenkten Sekt in Plastikgläsern aus. "Wir haben Geschichte geschrieben", sagte er anschließend in einer Videobotschaft. "Ein Terrorist, der zum Töten geht, soll wissen: Er wird an den Galgen kommen", sagte der Polizeiminister. "Und ich sage den Vertretern der Europäischen Union, die Druck ausgeübt und Israel bedroht haben: Wir haben keine Angst, wir geben nicht nach. In unserem Land, mit unserer Souveränität, werden wir unsere Bürger schützen."

Heftige internationale Kritik

International gab es scharfe Kritik an dem Gesetz. Auch die Bundesregierung sieht die Verabschiedung mit "großer Sorge". Die Ablehnung der Todesstrafe sei ein grundsätzliches Merkmal der deutschen Politik, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin mit. Die Bundesregierung sei zusätzlich besorgt, dass ein solches Gesetz "wohl ausschließlich auf Palästinenser in den palästinensischen Gebieten Anwendung finden würde", fügte Kornelius hinzu. "Deshalb bedauert sie die Entscheidung der Knesset und kann sie nicht gutheißen."

Die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Petra Bayr, teilte mit, die Abstimmung gefährde Israels Beobachterstatus bei der Parlamentarischen Versammlung der Menschenrechtsorganisation "ernsthaft". Die Mitglieder würden voraussichtlich am 22. April bei ihrer Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe auch über das neue Gesetz sprechen, kündigte Bayr an. Israel entferne sich von den Werten des Europarates, der sich entschieden gegen die Todesstrafe ausspreche.

Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien hatten bereits vor der Abstimmung "tiefe Besorgnis" über den Gesetzentwurf geäußert und die Todesstrafe als unmenschlich, erniedrigend und wirkungslos bezeichnet. Ihre Aufforderung, die Pläne aufzugeben, blieb jedoch erfolglos.

Amnesty: Gesetz festigt "System der Apartheid"

Amnesty International forderte die sofortige Aufhebung des Gesetzes und rief die internationale Gemeinschaft zu "maximalem Druck" auf Israel auf. Wenn sie gegen Palästinenser in den besetzten Gebieten verhängt würden, könnten Todesurteile auch Kriegsverbrechen gleichkommen, erklärte Amnesty-Regionaldirektorin Erika Guevara-Rosas.

Israel hatte die Todesstrafe für Mord im Jahr 1954 abgeschafft und nur in Ausnahmefälle, etwa gegen NS-Verbrecher oder bei Verrat in Kriegszeiten, beibehalten. Die Hinrichtung des deutschen NS-Verbrechers Adolf Eichmann im Jahre 1962 war die letzte Vollstreckung.

Amnesty sprach von einer "Zurschaustellung von Grausamkeit, Diskriminierung und absoluter Missachtung der Menschenrechte" und warf Israel vor, ein "System der Apartheid gegen Palästinenser" zu festigen.

Experte: Höchstes Gericht könnte Gesetz kippen

Aus dem Zwang zur Verhängung der Todesstrafe ergibt sich nach Ansicht von Experte Amir Fuchs vom israelischen Demokratie-Institut ein juristisches Problem. "So etwas gibt es in keiner demokratischen Rechtsordnung: Eine Todesstrafe, die zwingend ist", sagte Fuchs dem israelischen TV-Sender N12. "Es muss immer einen Ermessensspielraum für das Gericht oder die Staatsanwaltschaft bei der Strafbeantragung geben", sagte er.

Das neue Gesetz gehöre daher für ihn zu "den Dingen, die Gerichte in der Regel aufheben". Selbst in demokratischen Staaten mit Todesstrafe, wie den USA, gebe es keine Todesstrafe als Zwang.

Das neue Gesetz richte sich ausschließlich gegen Terroristen, die Juden angreifen, erklärte Fuchs weiter. Seinen Worten zufolge würde diese Bestimmung einer gerichtlichen Überprüfung wegen Diskriminierung nicht standhalten. Eine Klage des israelischen Bürgerrechtsverbands liegt bereits beim höchsten Gericht.

Vertreter der Opposition hatten den Mitgliedern von Netanjahus rechtsreligiöser Regierung vorgeworfen, sie schadeten mit dem Gesetz wissentlich und ohne Not dem internationalen Ansehen Israels - obwohl es auch ihnen klar sei, dass das höchste Gericht es mit hoher Wahrscheinlichkeit kippen werde./le/DP/stw



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   22 23 24 25 26    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.197     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
31.03.2026 14:44 Original-Research: PNE AG (von First Berlin Equity Research ...
31.03.2026 14:41 Trump zu Großbritannien: 'Holt euch euer eigenes Öl'
31.03.2026 14:41 IW: Bürger arbeiten weniger für Sprit als in früheren Krisen
31.03.2026 14:35 EQS-News: Worthington Steel überschreitet die Mindestannahm...
31.03.2026 14:33 IRW-News: Inturai Ventures Corp.: Inturai Ventures treibt di...
31.03.2026 14:30 EQS-Adhoc: RIXX Invest AG: RIXX Invest AG prüft strategisch...
31.03.2026 14:30 APA ots news: OMV und XRG schließen Transaktionen zur Grün...
31.03.2026 14:29
31.03.2026 14:25 Neue Partnerschaft: Ita jetzt Teil der Star Alliance
31.03.2026 14:25 EQS-News: MCE 2026: Midea stellt sein professionelles Servic...
31.03.2026 14:25 Original-Research: Valneva SE (von First Berlin Equity Resea...
31.03.2026 14:19 Aktien New York Ausblick: Dow probiert Erholung - 45.000 Pun...
31.03.2026 14:19 Iran-Krieg zieht Golfstaaten in wirtschaftliche Schieflage
31.03.2026 14:18 ROUNDUP/Polen: Preisdeckelung für Treibstoff ist in Kraft
31.03.2026 14:18 Merz: 80 Prozent Rückkehrquote hat al-Scharaa genannt
31.03.2026 14:16 EQS-News: Übernahmeangebot von Worthington Steel erfolgreic...
31.03.2026 14:15 EQS-Stimmrechte: SMT Scharf AG (deutsch)
31.03.2026 14:14 EQS-Adhoc: Gateway Real Estate AG veröffentlicht vorläufig...
31.03.2026 14:07 Oster-Waffenruhe? - Kreml fordert von Selenskyj Vorschlag
31.03.2026 14:06 EQS-Gesamtstimmrechtsmitteilung: Zalando SE (deutsch)
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
01.04.2026

AVENTRON AG
Geschäftsbericht

Y.D. MORE INVESTMENTS LTD
Geschäftsbericht

WCM BETEILIGUNGS- UND GRUNDBESITZ AG
Geschäftsbericht

VESYNC CO LTD
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services