Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
25.03.2026 14:22

ROUNDUP 2: Beschäftigte in Chemie- und Pharmabranche bekommen mehr Geld

(neu: mehr Details und Zitate)

BAD BREISIG (dpa-AFX) - Lohnplus in schwierigen Zeiten: Die rund 585.000 Beschäftigten in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie erhalten mehr Geld. Darauf haben sich die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC nach zweitägigen Verhandlungen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig geeinigt. Zudem verpflichten sich die Arbeitgeber zu Zahlungen für die Beschäftigungssicherung in der kriselnden Chemieindustrie.

Mit dem neuen Tarifvertrag steigen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in zwei Stufen, allerdings nur moderat: ab Januar 2027 um 2,1 Prozent und ab Januar 2028 um weitere 2,4 Prozent. Von März bis Dezember des laufenden Jahres bleiben die Entgelte auf bisherigem Niveau. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags reicht über 27 Monate bis Ende Mai 2028, der alte war im Februar ausgelaufen. Unternehmen, die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, können eine oder beide Stufen der Tariferhöhung um drei Monate vorziehen.

Geld zur Jobsicherung

Für 2026 und 2027 zahlen die Unternehmen zudem einen Beitrag zur Beschäftigungssicherung von je 300 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. Für Auszubildende sind 150 Euro vorgesehen. Rechnerisch kommen damit rund 350 Millionen Euro über zwei Jahre zusammen.

Das Geld fließt in den seit 2010 bestehenden Demografie-Fonds der Branche, der bisher genutzt wird, um etwa Altersteilzeit und betriebliche Altersversorgung zu finanzieren. Er wird nun zur Jobsicherung erweitert: Aus dem Topf können Projekte zur Standortsicherung, Umqualifizierung oder Arbeitszeitreduzierung bezahlt werden. Das sei ein bundesweites Novum in einem großen Flächentarifvertrag, so die IG BCE. "Kein tarifgebundener Betrieb kann sich künftig mehr herausreden, es gebe keine Alternative zum Stellenabbau", sagte Verhandlungsführer Oliver Heinrich.

"Einigung spiegelt Krise der Branche wider"

"Die Einigung spiegelt die Krise der Branche wider", sagte BAVC-Präsidentin Katja Scharpwinkel. Damit verbessere man Perspektiven für Standort und Beschäftigung. Matthias Bürk, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, betonte, die lange Laufzeit gebe Firmen viel Planungssicherheit. Zudem zahlten die Arbeitgeber erst ab 2027 - "und das zu krisengerechten Konditionen".

Aus Sicht von IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis sind die Arbeitnehmer für den "Krisen-Abschluss" bis an die Schmerzgrenze gegangen. Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre habe sowohl der Branche als auch ihren Beschäftigten zugesetzt. Mit dem Iran-Krieg habe sich die Lage nochmals zugespitzt.

Zähe Gespräche

Die Gespräche in Bad Breisig waren die dritte Verhandlungsrunde auf Bundesebene. Die IG BCE wollte Jobs in der Konjunkturflaute sichern und höhere Entgelte über der Inflationsrate erreichen, wenngleich sie auf eine konkrete Lohnforderung verzichtete. Sie musste nun Abstriche machen.

Die Arbeitgeber pochten dagegen auf Lohnzurückhaltung angesichts der Krise der Chemie. BAVC-Verhandlungsführer Bürk betonte, die Branche produziere 20 Prozent weniger als 2018, zahle aber deutlich höhere Tariflöhne.

Chemie in der Krise, Pharma legt zu

Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Pharmabranche wächst, steckt die Chemie seit langem in der Flaute. Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen.

Der Iran-Krieg hatte die Lage verschärft, denn die Branche ist vom Anstieg der Energiepreise stark betroffen. Sie verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Sparen und Hoffen auf die Wende

Chemieunternehmen wie BASF und Evonik haben bereits Sparmaßnahmen samt Stellenabbau verkündet. Der US-Konzern Dow schließt Anlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt und Wacker Chemie aus München meldete einen Rekordverlust für 2025. BASF-Chef Markus Kamieth zufolge erlebt die Chemieindustrie "wohl ihre schwierigste Zeit seit 25 Jahren". Aus Sicht des Ifo-Instituts drohen der Branche dieses Jahr weitere Produktions- und Jobkürzungen.

Der Chemie-Abschluss ist die erste größere Einigung in der Industrie in diesem Jahr. Für den öffentlichen Dienst der Länder hat Verdi einen Abschluss über 27 Monate erreicht, der Beschäftigten in drei Stufen 5,8 Prozent mehr Geld bringt. Streiks machen den Bürgern vor allem im Verkehr das Leben schwer, wenn Piloten der Lufthansa oder Bahn- und Busfahrer die Arbeit niederlegen. Im Herbst verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern über die Gehälter von rund 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie.

In der Chemieindustrie haben es die Tarifpartner erneut geschafft, ohne Arbeitskämpfe zu einer Einigung zu kommen. Den letzten Streik in der Branche gab es vor mehr als einem halben Jahrhundert - im Jahr 1971./als/DP/stw



Weitere Nachrichten
Name Kurs Währung Datum Zeit Handelsplatz
BASF SE 50,740 EUR 26.03.26 17:39 Xetra
BAYER AG 38,275 EUR 26.03.26 17:35 Xetra
DEUTSCHE LUFTHANSA A... 7,532 EUR 26.03.26 17:35 Xetra
EVONIK INDUSTRIES AG 15,590 EUR 26.03.26 17:35 Xetra
MERCK KGAA 106,900 EUR 26.03.26 17:35 Xetra
WACKER CHEMIE AG 81,500 EUR 26.03.26 17:35 Xetra
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   32 33 34 35 36    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.381     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
25.03.2026 14:57 Merz offen für weitere Maßnahmen gegen hohe Energiepreise
25.03.2026 14:52 ROUNDUP: Pharmakonzern Boehringer setzt auf Standort Deutsch...
25.03.2026 14:42 Aktien Frankfurt: Dax verteidigt Erholung nach US-Plan für ...
25.03.2026 14:41 ROUNDUP: Für wie krisenanfällig Beschäftigte ihre Unterne...
25.03.2026 14:40 Neue EU-Zollbehörde kommt nach Lille
25.03.2026 14:36 JPMorgan hebt Ziel für K+S auf 13,70 Euro - 'Neutral'
25.03.2026 14:35 ANALYSE-FLASH: UBS hebt Ziel für K+S auf 11,50 Euro - 'Sell'
25.03.2026 14:33
25.03.2026 14:33 Munich Re sieht Cybercrime auf dem Vormarsch
25.03.2026 14:31 Original-Research: CENIT AG (von GBC AG): Kaufen
25.03.2026 14:30 Original-Research: CENIT AG (von GBC AG): BUY
25.03.2026 14:28 EQS-News: Merck übernimmt das HBM-Portfoliounternehmen Tern...
25.03.2026 14:27 IRW-News: Lobe Sciences Ltd.: Lobe Sciences Ltd. meldet verb...
25.03.2026 14:24 OTS: DISQ Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH &am...
25.03.2026 14:23 Schleppende Einführung der E-Akten in Kliniken
25.03.2026 14:22 ROUNDUP 2: Beschäftigte in Chemie- und Pharmabranche bekomm...
25.03.2026 14:21 Barclays belässt Heidelberg Materials auf 'Overweight'
25.03.2026 14:20 Barclays belässt EssilorLuxottica auf 'Overweight'
25.03.2026 14:18 DZ Bank senkt fairen Wert für Carl Zeiss Meditec - 'Halten'
25.03.2026 14:17 OTS: Paulaner Brauerei Gruppe / Paulaner Brauerei Gruppe tre...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
26.03.2026

NAM FONG INTL
Geschäftsbericht

ORIENTAL CRYSTAL
Geschäftsbericht

WORKFORCE LTD
Geschäftsbericht

WINFARM S.A.
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services