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24.03.2026 11:57



    Alvarez & Marsal veröffentlicht aktuellen Distressed Alert: Deutsche
Unternehmen geraten strukturell weiter unter Druck
N.Y./München (ots) -

- Neue A&M-Analyse zeigt steigenden Anteil von Unternehmen in finanzieller
  Schieflage (+14,8 %) und tiefgreifende strukturelle Branchenprobleme

Alvarez & Marsal, (A&M) (https://www.alvarezandmarsal.com/) , eines der weltweit
führenden Beratungsunternehmen, zeigt in der neuen Ausgabe seines A&M Distressed
Alert (ADA), dass sich die finanzielle Lage deutscher Unternehmen deutlich
verschärft hat. Laut der aktuellen Analyse ist der Anteil finanziell
angespannter Unternehmen in Deutschland innerhalb eines Jahres von 13,6%
(FY2024) auf 14,8% (LTM 2025) gestiegen. Gleichzeitig gelten inzwischen 40% der
untersuchten Unternehmen als strukturell nicht robust (FY24: 32,1%), weitere
21,5% als leistungsschwach (FY24: 18,8%).

Die aufgezeigte Entwicklung fällt in eine Phase anhaltender wirtschaftlicher
Schwäche. Zwar konnte Deutschland 2025 eine technische Rezession vermeiden, aber
nach zwei Jahren wirtschaftlicher Schrumpfung bleibt die deutsche Wirtschaft in
einer Stagnationsphase. Besonders betroffen sind die klassischen
exportorientierten Kernindustrien wie Produktion, Automobilindustrie und Chemie,
die lange Zeit als Wachstumsmotoren fungierten.

Strukturelle Belastungen verschärfen den Druck auf Unternehmen

A&M identifiziert in seinem ADA mehrere, seit Jahren bekannte, aber weiterhin
ungelöste Probleme.

Hohe Energiepreise belasten trotz Investitionen in Dekarbonisierung weiterhin
die Kostenbasis, während ein anhaltender Fachkräftemangel operative Abläufe und
Transformationsvorhaben bremst. Bürokratische Hürden verzögern Investitionen
trotz politischer Reformankündigungen. Hinzu kommen in Vergleich hohe
Unternehmenssteuern sowie politische Unsicherheiten, insbesondere durch US-Zölle
und eine volatile globale Handelspolitik, die Planungssicherheit und
Investitionsbereitschaft beeinträchtigen.

Parallel dazu verändert sich das industrielle Fundament Deutschlands, da sich
Unternehmen weg von Hochpräzision und reiner Kosteneffizienz hin zu digitalen,
klimaneutralen und resilienteren Geschäftsmodellen bewegen. Automatisierung,
datengetriebene Produktion und KI ersetzen zunehmend klassische
Produktionsprozesse, allerdings mit einem hohen Investitionsbedarf .

"Die aktuelle Schwächephase ist kein zyklisches Phänomen, sondern Ausdruck
tiefgreifender struktureller Veränderungen. Viele deutsche Unternehmen stehen
gleichzeitig unter Kosten-, Transformations- und Investitionsdruck", kommentiert
Volker Gross (https://www.alvarezandmarsal.com/our-people/volker-gross) ,
Managing Director bei A&M Deutschland . "Wer jetzt nicht konsequent an
Geschäftsmodell, Kostenbasis und Kapitalallokation arbeitet, wird in den
kommenden Quartalen weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren."

Auf Sektor-Ebene zeigen sich klare finanzielle Stressherde

Der Fachhandel gehört mit einem Anteil von rund 22 % finanziell angeschlagener
Unternehmen zu den besonders stark belasteten Branchen. Ausschlaggebend ist vor
allem der strukturelle Wandel im Konsumverhalten, der stationäre
Geschäftsmodelle zunehmend unter Druck setzt.

Auch unternehmensnahe Dienstleistungen stehen mit 33,3 % betroffenen Unternehmen
deutlich unter Stress. Den stärksten negativen Trend verzeichnet dieser Sektor
ebenfalls mit einem Anstieg um 22,2 Prozentpunkte.

Weitere deutliche Verschlechterungen zeigen sich im Segment Chemie und
angrenzenden Industrien (+8,3 Prozentpunkte). Diese Entwicklung unterstreicht,
dass sich der wirtschaftliche Druck inzwischen über mehrere zentrale Branchen
hinweg ausweitet.

Zwar könnte das staatliche Sondervermögen mittelfristig positive Impulse setzen.
Bürokratische Engpässe und eine weiterhin verhaltene Nachfrage dürften die
Wirkung jedoch verzögern. Entsprechend rechnet A&M damit, dass der
wirtschaftliche Druck auf deutsche Unternehmen kurzfristig hoch bleibt.

"Staatliche Investitionsprogramme können wichtige Anreize geben, werden aber
kurzfristig nicht ausreichen, um die erwähnten strukturellen Belastungen zu
kompensieren," schätzt Gross die Lage ein. "In vielen Branchen werden
Restrukturierungen, Portfolioanpassungen und gezielte Transaktionen
unvermeidlich sein, um sich für ein verändertes Marktumfeld neu aufzustellen."

Zentrale Kennzahlen des aktuellen ADA :

- Distress-Anteil: 14,8 % LTM 2025 - nach 13,6 % im Jahr 2024
- Unternehmen ohne strukturelle Robustheit: 40,0 % LTM 2025 - FY24: 32,1 %
- Unternehmen mit unzureichender Performance: 21,5 % LTM 2025 - FY24: 18,8 %
- Analysierte Unternehmen: 330 (FY24) / 330 Unternehmen im aktuellen Sample (LTM
  2025)

Den vollständigen Report und die Berichte aus den Vorjahren finden Sie unter
diesem Link (https://www.alvarezandmarsal.com/insights/european-corporates-prime
d-more-distress-audit-season-begins) .

Hinweis zum aktuellen A&M Distressed Alert:

Der A&M Distress Alert (ADA) bewertet systematisch die Performance sowie die
Bilanzstabilität europäischer Unternehmen anhand einer proprietären Methodik,
die von erfahrenen Restrukturierungsexperten auf Basis umfangreicher
Praxiserfahrung entwickelt wurde. Ziel ist es, Unternehmen zu identifizieren,
die sich bereits in finanziellen Schwierigkeiten befinden oder sich in diese
Richtung entwickeln könnten.

Die Studie basiert auf Daten von mehr als 64.000 Unternehmen mit einem
Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro aus 33 Ländern in Europa und dem Nahen
Osten, die für die Jahre 2022 bis 2024 durchgehend Finanzdaten bereitgestellt
haben. Zusätzlich fließen Daten von rund 4.500 Unternehmen ein, die ihre
Finanzergebnisse bis November 2025 veröffentlicht haben.

Pressekontakt:

PR-Agentur:
HBI Communication Helga Bailey GmbH
Corinna Voss M.D./Partner
mailto:aandm@hbi.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/118051/6242355
OTS:               Alvarez & Marsal


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