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| 04.03.2026 12:53 Deutschlands Handwerkern fehlen 200.000 Mitarbeiter Personalmangel trotz KriseMünchen (dpa) - Deutschlands Handwerkern fehlen geschätzt 200.000 Fachkräfte. Ende Dezember waren bei der Bundesagentur für Arbeit 119.565 offene Stellen im Handwerk gemeldet, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Anfrage mitteilte. Da etliche Betriebe freie Stellen nicht bei der Arbeitsagentur melden, schätzt der ZDH den tatsächlichen Fachkräftebedarf auf 200.000 zusätzliche Mitarbeiter und damit geringfügig weniger als im vergangenen Jahr. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sicherte den Handwerkern bei der Eröffnung der Münchner Handwerksmesse Unterstützung zu: «Wo keine Nachfolgerin und kein Nachfolger gefunden wird, verliert eine ganze Gemeinde oft den letzten Bäcker oder den vertrauten Dachdecker oder die Kfz-Werkstatt im Ort,» sagte sie. «Deswegen werden wir im Wirtschaftsministerium, werde ich alles tun, dass Vermögenssteuern, dass Erbschaftssteuern nicht kommen.» Handwerkspräsident Jörg Dittrich forderte von der schwarz-roten Koalition höheres Reformtempo: «Diesen großen Ankündigungen, die wir jetzt haben, müssen auch die Taten folgen.» Handwerk eine Stütze des ArbeitsmarktsSpurlos geht die Flaute an den Handwerkern nicht vorüber: Für dieses Jahr erwartet der ZDH für die Branche lediglich ein schwaches Umsatzwachstum von einem Prozent. Anders als etliche große Industrieunternehmen bauen die Handwerksbetriebe jedoch nicht in großem Umfang Stellen ab. In diesem Jahr könnte die Beschäftigung nach Schätzung des Zentralverbands zwar um 60.000 Mitarbeiter sinken - doch ein Hauptgrund ist, dass viele Handwerker das Rentenalter erreichen. Auch Betriebsaufgaben spielen eine Rolle, weil Firmenchefs entweder in den Ruhestand gehen oder ihnen die Lust vergangen ist. Die Nachwuchswerbung bleibt eines der größten Themen auf der Handwerksmesse. Viele Lehrstellen bleiben unbesetztDie schwache Konjunktur hat den Lehrlingsmangel zwar etwas verringert. 2025 blieben deutschlandweit 16.213 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt, knapp 2.900 weniger als im Vorjahr. Nach wie vor blieb aber jeder neunte Ausbildungsplatz vakant. Auch diese Zahlen beinhalten nur die der Bundesagentur gemeldeten Lehrstellen. «Noch immer haben zu viel junge Leute und nicht zuletzt auch deren Eltern nicht genau im Blick, welche vielfältigen und hervorragenden beruflichen Perspektiven es im Handwerk gibt», wirbt der bayerische Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl. «Der noch weit verbreitete Akademikerwahn verstellt den Blick auf die Realität.» Eine weitere Sorge sind die mehr oder minder freiwilligen Betriebsaufgaben. Laut ZDH stehen vor allem kleine Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern unter Druck. Eine wachsende Zahl von Inhabern gibt demnach auf, weil sie keine Nachfolger finden - oder die Belastungen der Betriebe durch Bürokratie, Steuern, Sozialabgaben und Energiepreise es zunehmend erschweren, schwarze Zahlen zu erwirtschaften. Ungeduld in der deutschen Wirtschaft wächst«Da geht es natürlich um mehr als die Erbschaftsteuer», sagte ZDH-Präsident Dittrich, und nannte «drückende Blöcke an Kosten, wie zum Beispiel die sozialen Sicherungssysteme». Viele Unternehmen hatten im vergangenen Jahr Hoffnungen in den Regierungswechsel gesetzt, die mittlerweile branchenübergreifend der Enttäuschung gewichen sind. Am Freitag werden die Spitzen der vier großen Wirtschaftsverbände Gelegenheit haben, ihre Botschaft persönlich an den Mann zu bringen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird zum alljährlichen Spitzengespräch in München erwartet. Daran nehmen neben dem gastgebenden Handwerk der Arbeitgeberverband, der Bundesverband der deutschen Industrie und der Industrie- und Handelskammertag teil. Weitere Nachrichten |
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