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03.03.2026 13:11

WDH/Etliche Todesfälle durch Brustkrebs eigentlich vermeidbar

(Im 2. und 7. Absatz muss es Frauen rpt Frauen heißen.)

LONDON (dpa-AFX) - Viele Todesfälle durch Brustkrebs sind einer Studie zufolge vermeidbar. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der insgesamt an Brustkrebs verlorenen gesunden Lebensjahre seien auf sechs Risikofaktoren zurückzuführen, auf die man Einfluss nehmen könne, heißt es in einer im Fachjournal "The Lancet Oncology" veröffentlichten Studie.

Im Jahr 2023 seien weltweit 2,3 Millionen Brustkrebs-Erkrankungen neu festgestellt worden, schreibt das Forschungsteam um Lisa Force von der University of Washington in Seattle. 764.000 Frauen seien an der Erkrankung gestorben. Das Team berechnete nun exemplarisch, welchen Anteil vermeidbare Risikofaktoren an den 24 Millionen gesunden Lebensjahren hatten, die 2023 durch Erkrankung oder frühzeitigen Tod durch Brustkrebs verloren gingen.

* Der Verzehr größerer Mengen roten Fleischs hatte mit elf Prozent den größten Anteil. Rotes Fleisch stammt etwa von Rind, Schwein, Ziege und Schaf.

* Danach folgt Rauchen - inklusive Passivrauchen - mit einem Anteil von acht Prozent.

* Ein hoher Blutzuckerspiegel schlug mit einem Anteil von sechs Prozent zu Buche.

* Ein hoher Body-Mass-Index (BMI), also Übergewicht, stand der Berechnung zufolge mit vier Prozent der verlorenen gesunden Lebensjahre in Verbindung.

* Einen Anteil von zwei Prozent hatte hoher Alkoholkonsum - genauso wie

* wenig körperliche Bewegung mit ebenfalls zwei Prozent Anteil.

Dies bedeute, dass man mit einem gesunden Lebensstil ohne Rauchen, aber mit viel Bewegung und einem gesunden Gewicht den Verlust gesunder Lebensjahre durch die Krankheit vermeiden könne, heißt es in der Studie. Allerdings gibt es auch genetische und andere nicht beeinflussbare Ursachen für die Krebsart.

Zwischen 1990 und 2023 habe sich die Krankheitslast durch die Risikofaktoren Alkohol und Tabak zwar deutlich verringert - nämlich um 47 beziehungsweise 28 Prozent, heißt es weiter. Bei den anderen Faktoren gebe es bislang allerdings keine solche positive Entwicklung, halten die Autoren fest.

Der häufigste Krebs bei Frauen

Brustkrebs ist bei Frauen der häufigste Krebs. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen dem Forschungsteam zufolge voraussichtlich um ein Drittel auf 3,5 Millionen steigen. Die Zahl der Todesfälle wird ebenfalls zunehmen, auf fast 1,4 Millionen pro Jahr.

"Während Frauen in reicheren Ländern in der Regel von Vorsorgeuntersuchungen, einer frühzeitigen Diagnose und umfassenden Behandlungsstrategien profitieren, verlagert sich die zunehmende Belastung durch Brustkrebs in ärmere und Schwellenländer", erklärt Erstautorin Kayleigh Bhangdia von der University of Washington. "Dort wird die Krankheit oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert, und die Betroffenen haben nur eingeschränkten Zugang zu guter Versorgung und sterben häufiger an der Krankheit."

Fälle in Deutschland nehmen zu - aber Sterblichkeit sinkt

Die Studie liefert auch Daten für Deutschland: Demnach ist die um Alterseffekte bereinigte Inzidenz - also die Zahl der Brustkrebsfälle pro 100.000 Frauen - zwischen 1990 und 2023 um knapp 22 Prozent auf rund 100 gestiegen. Die ebenfalls altersbereinigte Sterblichkeitsrate ist im gleichen Zeitraum in Deutschland hingegen um rund 23 Prozent auf etwa 22 gesunken.

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es pro Jahr in Deutschland etwa 75.000 Neuerkrankungen. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens, etwa 18.500 Frauen jährlich sterben daran. Damit ist auch hierzulande Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Das Forschungsteam der aktuellen Studie sieht in seinen Erkenntnissen Potenzial für eine erfolgreiche Vorbeugung: "Da mehr als ein Viertel der weltweiten Brustkrebsfälle mit sechs veränderbaren Lebensgewohnheiten in Verbindung stehen, gibt es enorme Möglichkeiten, das Brustkrebsrisiko für die nächste Generation zu senken", betont die beteiligte Forscherin Marie Ng von der National University of Singapore. So könnten Gesundheitspolitik gezielter ausgerichtet und Einzelne besser beraten werden, etwa um Übergewicht zu reduzieren oder den Blutzucker zu senken./swe/DP/stk



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