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02.03.2026 18:14

Aktien Wien Schluss: ATX mit klaren Verlusten

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse ist mit klaren Verlusten in die neue Börsenwoche gestartet. Nach der Eskalation im Nahen Osten fiel der heimische Leitindex ATX am Montag um 1,19 Prozent auf 5.634,07 Punkte. Der ATX Prime schrumpfte um 1,39 Prozent auf 2.800,65 Zähler. Die europäischen Börsen zeigten sich ebenfalls mit Abgaben.

Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Passagen des weltweiten Energiehandels, ein. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung lässt die Energiepreise steigen und die internationalen Märkte werden verunsichert.

Neben der Lage im Nahen Osten rückten die heimischen Arbeitslosenzahlen etwas in den Hintergrund. Ihr Anstieg fiel im Februar etwas geringer als zuletzt aus. Ende des Monats waren 436.160 Personen arbeitslos oder befanden sich in Schulung, um 1,4 Prozent bzw. 6.220 Personen mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Vormittag mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. In mehreren Bundesländern sind die Zahlen bereits rückläufig, AMS-Chef Johannes Kopf ortet Signale der Entspannung.

Der Iran-Krieg könnte auch die Inflation in Österreich wieder über die Marke von zwei Prozent heben. Die Auswirkungen des Nahost-Krieges auf die Weltwirtschaft hängen nicht zuletzt von der Dauer des Konfliktes ab, sind sich die Ökonomen des Wirtschaftsförderungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) einig. Sollte es zu einem geregelten Machtwechsel in dem Land mit rund 93 Millionen Einwohnern kommen, würden die EU und vor allem Österreich wirtschaftlich profitieren, so das Ergebnis einer Studie von Ökonomen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) rund um den Iran-Experten Mahdi Ghodsi und Wifo-Direktor Gabriel Felbermayer.

Betroffen von Verlusten war vor allem die Reise- und Touristikbranche. Der Kurs des Caterers Do&Co fiel um 13,6 Prozent. Abschläge gab es auch bei den Bankwerten. RBI verlor 5,63 Prozent, Erste Group 1,64 Prozent und BAWAG 1,44 Prozent.

Der Feuerfestkonzern RHI Magnesita schrieb 2025 inmitten eines schwierigen Marktumfelds weniger Umsatz und Gewinn. Die Erlöse sanken um 3 Prozent bzw. währungsbereinigt um 1 Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro, der Gewinn verringerte sich von 154 Millionen um mehr als ein Drittel auf 94 Millionen Euro. Das Unternehmen betonte, damit innerhalb der Prognosen zu liegen. Zu kämpfen hatte der Konzern nach eigenen Angaben vor allem mit einer schwachen Industrienachfrage, einem Anstieg chinesischer Exporte und einem schwachen Preisumfeld. Die Werte gaben im prime market um satte 15,71 Prozent nach.

Der Flughafen Wien will trotz Gewinnrückgangs um mehr als zehn Prozent nicht an der Dividendenhöhe von 1,65 Euro je Aktie rütteln. Der Flughafen hofft, dass der Iran-Krieg bald endet. Die Aktien des Flughafens in Schwechat notierten entgegen dem Trend zum Handelsschluss 0,37 Prozent höher.

Gestützt wurde der ATX von Verbund (plus 7,96 Prozent), OMV (plus 4,2 Prozent) und dem niederösterreichischen Ölfeldausrüster SBO (plus 0,42 Prozent) sowie CPI Europe (plus 0,31 Prozent). Die OMV sieht die Versorgung seiner Kunden mit Öl und Gas derzeit als gesichert an. Für den Fall einer länger andauernden Einschränkung der Schifffahrtsroute bereite man jedoch alternative Szenarien vor, so das Unternehmen. Auch auf die Gasversorgung habe die Situation in der Straße von Hormuz derzeit keinen Einfluss.

Der oberösterreichische Motorenbauer Steyr Motors wird dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS 500 Motor-Generator-Einheiten zuliefern. Ein entsprechender Rahmenvertrag wurde unterzeichnet, dieser läuft bis 2034. Bei den bestellten Produkten handelt es sich um 2-Zylinder-Dieselmotoren, die insbesondere für den Kampfpanzer Leopard 2, aber auch für das Brückenlegesystem Leguan gedacht sind. Die Aktien stiegen um 3,12 Prozent./rst/ste/APA/nas



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