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01.03.2026 01:01

OTS: Neue Osnabrücker Zeitung / Ökonom Hüther kritisiert Merz' Abrücken von ...

    Ökonom Hüther kritisiert Merz' Abrücken von CO2-Bepreisung /
IW-Direktor: "Das ist nicht klug" - Warnung vor "klimapolitischem
Desaster"
Osnabrück (ots) - Osnabrück. Ökonom Michael Hüther hat das Infragestellen der
CO2-Bepreisung durch Bundeskanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. "CO2-Preise
über den Zertifikatehandel zu etablieren, ist ordnungspolitisch das
interessanteste Konzept im Klimaschutz, weil es mengentreu ist und die
notwendigen Signale an Unternehmen sendet", sagte der Direktor des Instituts der
deutschen Wirtschaft (IW) im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz,
Montagsausgabe). "Die aktuellen Abrückbewegungen finde ich schwierig. Es ist
nicht klar, wo die Reise hingeht. Die Unsicherheit ist problematisch, denn wenn
die Unternehmen eines brauchen, sind das stabile Erwartungen."

Kanzler und CDU-Chef Merz hatte vor einigen Tagen auf einem EU-Wirtschaftsgipfel
eine Verschiebung des CO2-Handels ins Spiel gebracht. Sollte sich das Instrument
als falsch erweisen, "sollten wir sehr offen für eine Überarbeitung oder
zumindest für eine Verschiebung sein", sagte der Kanzler in Antwerpen. Die
Aussage sorgte für Irritationen auf dem Emissionsmarkt.

Hüther zeigte sich über Merz' Äußerungen besorgt: "Da entstehen ja auch
Fragezeichen erweiterter Art, das ist nicht klug, das würde ich nicht tun",
sagte er noz. "Man sollte den Emissionshandel weiterentwickeln und auf das
EU-Ziel ausrichten, bis Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral zu
sein. Aber wenn wir von dem Instrument abrücken, dann werden wir ein
klimapolitisches Desaster erleben."

Klimaschutzminister Karsten Schneider (SPD) plädierte kürzlich dafür, die Phase,
in der Unternehmen Verschmutzungsscheine gratis erhalten, zu verlängern. Das
hält IW-Direktor Hüther für erwägenswert. "Eine längere Zuteilung kostenloser
Zertifikate an Unternehmen, die Treibhausgas ausstoßen, stellt den
Emissionshandel nicht grundsätzlich in Frage und kann Sinn machen", sagte er
noz.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/6226011
OTS:               Neue Osnabrücker Zeitung


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