Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
15.02.2026 18:20

Orban-Rede im Wahlkampf - Was für ihn auf dem Spiel steht

BUDAPEST (dpa-AFX) - Angesichts der bald bevorstehenden Parlamentswahl hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation die Opposition in seinem Land als "Schöpfung" des Auslands gebrandmarkt. Treibende Kräfte hinter der erstarkten Oppositionspartei Tisza seien insbesondere deutsche EU-Politiker. Oppositionsführer Peter Magyar warf Orban daraufhin vor, eine echte, direkte Konfrontation mit ihm zu scheuen.

Am 12. April wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Zum ersten Mal seit 16 Jahren sieht sich der 63-jährige Rechtspopulist Orban in seinem Machtanspruch ernsthaft herausgefordert.

"Wir wussten bereits, dass unsere wahren Gegner nicht die ungarischen Oppositionsparteien (...) sind. Unsere wahren Gegner sind deren Herren in Brüssel", sagte Orban vor einem handverlesenen Publikum in Budapest. Magyars Oppositionspartei Tisza, die Umfragen zufolge die Parlamentswahl gewinnen könnte, sei "eine Schöpfung Brüssels" unter der Federführung des Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, zusammen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als "Fahnenmutter", führte Orban aus.

"Die Deutschen wissen, dass sie eine ungarische Partei brauchen", sagte er. Grund sei, dass seine Partei Fidesz 2021 im Streit um die Flüchtlingspolitik die EVP verlassen habe, erläuterte Orban. Bei der Europawahl im Juni 2024 kam die Tisza-Partei aus dem Stand auf fast 30 Prozent der Stimmen. Die Abgeordneten verstärken nun die EVP-Fraktion.

Oppositionsführer Magyar konterte am Sonntag, ohne inhaltlich auf Orbans Unterstellung einzugehen: "Ich bedauere, dass der scheidende Ministerpräsident sich derzeit offenbar nicht traut, mit mir zu debattieren - Viktor Orban verteidigt sich mit der Aussage, er stelle sich mir nicht entgegen, weil ich eine Marionette sei", sagte Magyar vor Mitstreitern und Anhängern in seiner Rede zur Lage der Nation. Orban sei nur zu "Hetze" und "Drohungen" fähig, nicht aber zur Auseinandersetzung mit Ungarns realen Problemen, sagte Magyar weiter.

Kontrahent will Alternative zum System Orban

Orbans Herausforderer Magyar ist 19 Jahre jünger als er und kommt selbst aus dem Kaderbestand der regierenden Fidesz (Bund Junger Demokraten). Der studierte Jurist bekleidete zwar eher niedrige Funktionen im Fidesz-Staat - etwa als Leiter des Amtes für die Verwaltung der Hochschulstipendien -, war aber 17 Jahre lang mit der einst mächtigen ehemaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet. Durch sie bekam er viel mit von den Praktiken der Machtausübung des Regierungschefs und seiner Erfüllungsgehilfen.

Mit dem System Orban brach Magyar vor zwei Jahren. Ein Skandal um die Begnadigung eines Pädophilen-Helfers beendete die politische Karriere von Judit Varga, die als Justizministerin mitunterzeichnet hatte. Auch die damalige Staatspräsidentin Katalin Novak, die die Amnestie erlassen hatte, musste auf Druck Orbans gehen. Für Magyar war damit die rote Linie überschritten. Im Interview mit dem beliebten Internet-TV-Sender Partizan warf er dem Regierungschef vor, die beiden Spitzenpolitikerinnen aus Opportunismus eiskalt geopfert zu haben. Das YouTube-Video riefen 2,8 Millionen Menschen auf.

Was der Senkrechtstarter Magyar anders macht

Nach dem Bruch mit dem Fidesz gründete Magyar seine Tisza-Partei. Die Abkürzung steht für "Respekt und Freiheit" und ist zugleich die ungarische Bezeichnung für den Fluss Theiß, der sich durch Ostungarn schlängelt und in Serbien in die Donau mündet. Magyar stammt aus einer bürgerlichen Budapester Familie und bekennt sich zu Konservativismus und Patriotismus, aber ohne Anspruch auf Ausschließlichkeit.

Mit einer anfangs winzigen Schar von Mitstreitern entwickelte Magyar eine unwahrscheinliche Energie. Mit seiner humorigen, sarkastischen und stets auf den wunden Punkt zeigenden Präsenz in den Sozialen Medien geißelt er die Auswüchse der Orban-Herrschaft.

Vor allem aber sucht er die Nähe zu den Menschen. In aufwendigen Rundreisen durchs Land, manchmal zu Fuß oder im Kajak auf der Theiß, zeigte er sich in den Kleinstädten und Dörfern, die bislang fest in der Hand der Potentaten der Orban-Netzwerke waren. Sein Wahlspruch - ein Zitat aus dem Neuen Testament - lautet: "Fürchtet euch nicht!" Wenn Tausende in Kleinstädten und Hunderte in kleinen Gemeinden zu seinen Auftritten strömen, wirkt es, als sei ein Bann gebrochen. Als wäre die Abwahl Orbans möglich.

Was bei der Wahl auf dem Spiel steht

In Meinungsumfragen liegt Magyars Tisza-Partei seit anderthalb Jahren um acht bis zehn Prozentpunkte vor Orbans Fidesz. Vor einer Woche veröffentlichte Magyar sein Wahlprogramm. "Ungarn wird künftig von Neuem ein nützliches, glaubwürdiges, aktives und konstruktives Mitglied der EU und der Nato sein", heißt es darin. Unter Orban blockierte oder verwässerte Ungarn in der EU Sanktionen gegen Russland und Unterstützungen für die angegriffene Ukraine. Auch das Nahverhältnis Orbans zum russischen Präsidenten Wladimir Putin sticht ins Auge. Unter der Tisza-Partei werde es "keine Schaukelpolitik" zwischen Ost und West mehr geben. Der Platz Ungarn sei in den westlichen Bündnissen, heißt es im Wahlprogramm.

Eine Abwahl Orbans hätte international wohl deutliche Auswirkungen. Nicht zufällig ging Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Eröffnungsrede zur Münchener Sicherheitskonferenz indirekt sehr deutlich und kritisch auf Orbans Alleingänge nach Moskau ein. Der Ungar vernetzt sich beständig mit anderen autoritären und halb-autoritären rechten Bewegungen, so etwa mit Marine Le Pens Partei in Frankreich. Die AfD sieht in ihm ein Vorbild und in seinem System das Modell für den angestrebten "Umbau" Deutschlands. US-Präsident Donald Trump bezeichnet ihn als "starken und kraftvollen Leader", dessen Wiederwahl er unbedingt unterstützt.

Orban kämpft mit aller Härte um den Erhalt seiner Macht. Versuche, den Herausforderer mit falschen Beschuldigungen und Schmutzkübel-Kampagnen zu diffamieren, prallten allerdings bisher an Magyar ab.

Vor vier Jahren gewann Orban die Wahl sehr deutlich - wenige Wochen, nachdem Russland die Ukraine überfallen hatte. Seitdem inszeniert er sich als der einzige Politiker, der Ungarn "aus dem Krieg heraushalten" könne. Hingegen sei Magyar eine "Marionette der Kriegstreiber in Brüssel", behauptet er, ohne Belege. Die Angst vor dem Krieg ist eine Trumpfkarte Orbans, die immer noch ziehen könnte./gm/DP/he



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:  1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.028     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
05.03.2026 07:35 dpa-AFX Börsentag auf einen Blick: Dax wieder unter Druck
05.03.2026 07:35 ROUNDUP: DHL blickt wegen geopolitischer Unsicherheit zurüc...
05.03.2026 07:33 Neue Angriffswelle in Teheran - Raketenangriffe auf Israel
05.03.2026 07:31 EQS-News: KI-zentrierte Strategie von GFT zeigt Erfolge: Pro...
05.03.2026 07:30 EQS-News: ANDRITZ mit starkem Auftragseingang und stabiler R...
05.03.2026 07:24 DAX-FLASH: Nach Vortagserholung wieder schwach erwartet
05.03.2026 07:19 Währungseffekte und Generika-Wettbewerb: Merck erwartet fü...
05.03.2026 07:13 US-Ausstieg trifft Deutsche Pfandbriefbank schwer
05.03.2026 07:08 LEG peilt 2026 weiterhin Rekordwert für operativen Gewinn an
05.03.2026 07:05 DHL erwartet 2026 kaum Gewinnwachstum - Höhere Dividende vo...
05.03.2026 07:04 Russische Aufklärungsflugzeuge vor Alaska: Kampfjets steige...
05.03.2026 07:01 EQS-Adhoc: Bank Cler mit sehr gutem operativem Ergebnis und ...
05.03.2026 07:00 EQS-Adhoc: Cicor erreicht im Jahr 2025 transformatives Wachs...
05.03.2026 07:00 EQS-News: Branicks Group AG: Thalia neuer Mieter im Marler S...
05.03.2026 07:00 EQS-News: Terra One und Consilium kooperieren exklusiv bei P...
05.03.2026 07:00 EQS-Adhoc: Konzern BKB: Starker Jahresabschluss 2025 mit wei...
05.03.2026 06:59 EQS-News: Aareal Bank mit starker operativer Performance im ...
05.03.2026 06:50 ROUNDUP: Schnellere Daten und KI - Bahn plant bessere Reisei...
05.03.2026 06:39 ROUNDUP: Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise - Neue Angrif...
05.03.2026 06:37 Kretschmer wirft Bund und EU mangelnden Bürokratieabbau vor
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
05.03.2026

TESORO GOLD
Geschäftsbericht

TECHGEN METALS LTD
Geschäftsbericht

GASNET AUSTRALIA
Geschäftsbericht

SPIRENT COMMUNICATIONS PLC
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services