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21.01.2026 18:11

DAVOS/ROUNDUP 2: Trump bekräftigt US-Besitzanspruch auf Grönland

(Neu: Reaktion aus Dänemark und neu formulierter Leadsatz, Überschrift und 1. bis 4. Absatz)

DAVOS (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat seine Ansprüche auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland bekräftigt - auf die Anwendung von Gewalt will er aber verzichten. Nur die USA könnten "dieses riesige Stück Land" verteidigen, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. "Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit." Er strebe "unverzügliche Verhandlungen" an, sagte er.

Tatsache sei, dass keine Nation oder Gruppe von Nationen in der Lage sei, Grönland zu sichern. Eine Übernahme durch die USA sei "gut für Europa", sagte Trump. Das sei auch "keine Bedrohung für die Nato", meinte der US-Präsident. Er kritisierte das Bündnis dafür, so viel zu nehmen und so wenig zu geben. Für die Verteidigung der Insel müsse Grönland in den Besitz der USA übergehen - mit weniger könne sie nicht verteidigt werden.

Sein Satz, dass keine Gewalt angewendet werde, sei wichtig, sagte Trump, weil Menschen das gedacht hätten. "Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden", sagte der US-Präsident. Trump bekräftigte, mit der Übernahme Grönlands den größten "Golden Dome" errichten zu wollen, den es je gegeben hat. Ein "Golden Dome" beschreibt im militärischen Sinne ein Verteidigungssystem. Israel etwa nutzt solch ein Abwehrsystem.

Mit wem verhandelt werden solle, sagte Trump nicht - Dänemark und weitere europäische Staaten hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen stellte im dänischen Fernsehen auch nach Trumps Rede klar, dass Verhandlungen über eine Übergabe nicht infrage kämen. "Wir gehen in keine Verhandlungen, die darauf basieren, dass wir grundlegende Prinzipien aufgeben", sagte er dem Sender DR zufolge. "Das werden wir niemals tun."

Deutliche Kritik am Trump-Kurs

Trump hatte den seit Wochen andauernden Grönland-Konflikt am Samstag mit der Ankündigung von Strafzöllen für die Unterstützer Dänemarks und Grönlands eskaliert. Ab dem 1. Februar sollen auch für Deutschland erhöhte Sätze auf alle Waren gelten - so lange, bis der Verkauf der Arktisinsel an die USA abgeschlossen ist. Trump scheint damit zu rechnen, so den europäischen Widerstand brechen zu können. Der gesamte Konflikt schürt Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der von den USA angeführten Nato.

Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte dem US-Präsidenten Erpressung vorgeworfen, in der EU werden Gegenmaßnahmen diskutiert, etwa Gegenzölle und Ein- und Ausfuhrbeschränkungen auf Waren und Dienstleistungen. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sagte, Dänemark werde vom engsten Verbündeten bedroht.

Trump begründet seinen Anspruch auf Grönland mit Sicherheitsfragen wegen einer mutmaßlichen Bedrohung durch China und Russland in der Region. Deutschland und weitere Nationen hatten vor der Androhung der Strafzölle auch als Zeichen der Solidarität mit Dänemark und Grönland Soldatinnen und Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Arktisinsel entsandt. Die Bundeswehrgruppe ist inzwischen wieder zurückgekehrt./mj/DP/mis



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