Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
19.01.2026 12:32

ROUNDUP: EU kontert Trumps Zolldrohung - Eskalation im Handelsstreit?

BERLIN/BRÜSSEL/WASHINGTON (dpa-AFX) - Europa kontra US-Präsident Donald Trump: Nach Trumps Zolldrohungen gegen Deutschland und andere wichtige Nato-Partner wegen Grönland bereitet die Europäische Union Gegenmaßnahmen vor und trifft sich voraussichtlich am Donnerstag zum Sondergipfel. "Wir lassen uns nicht erpressen", bekräftigte Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) in Berlin.

Am Wochenende war die Lage zwischen Washington und Europa eskaliert, so dass nun ein neuer großer Handelsstreit droht - mit möglichen Milliardenkosten für Wirtschaft und Verbraucher auf beiden Seiten. Der Hintergrund: Trump beansprucht die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland als Staatsgebiet für die USA, was die europäischen Nato-Partner strikt ablehnen.

Zoll und Gegenzoll?

Als Dänemark sieben andere Staaten einschließlich Deutschland zu einer militärischen Erkundungsmission nach Grönland einlud, kündigte Trump Sonderzölle gegen die acht Staaten an. Die neuen Abgaben sollen ab 1. Februar gelten und schrittweise angehoben werden, bis ein Verkauf Grönlands an die USA unter Dach und Fach ist. Darauf reagiert die EU mit ihren 27 Staaten als Ganzes.

Erwogen wird - falls Trump Ernst macht -, ausgesetzte EU-Zölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro in Kraft zu setzen. Die EU könnte zudem weitreichende Strafmaßnahmen verhängen - die "Handels-Bazooka" gegen wirtschaftliche Nötigung. Das im Sommer ausgehandelte, für die USA sehr günstige EU-Zollabkommen liegt bereits auf Eis. Die Fraktionen im Europaparlament haben sich nach Angaben des CSU-Politikers Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei geeinigt, es vorerst nicht zu ratifizieren.

Trump legt nach

Trump argumentiert, nur die USA könnten Grönlands Sicherheit garantieren. In diesem Sinne legte er am Montag auf seiner Plattform Truth Social nach. Seit zwei Jahrzehnten warne die Nato Dänemark vor der "russischen Bedrohung", doch das Königreich sei nicht zu Gegenmaßnahmen in der Lage. "Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!", schrieb Trump. Tatsächlich haben die USA seit Jahrzehnten vertraglich das Recht, Soldaten auf Grönland zu stationieren, sie haben ihre Präsenz dort aber stark ausgedünnt.

In einem Brief an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre bekräftigte Trump laut Medienberichten abermals: "Die Welt ist nicht sicher, solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben." Wie die Sender PBS und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichten, beschwert sich Trump in dem Brief, dass er den Friedensnobelpreis nicht erhielt. Deshalb "fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, ausschließlich an Frieden zu denken".

Europäer erbost

Auf Trumps Zolldrohungen vom Wochenende kam zum Beispiel aus Frankreich und Großbritannien heftige Kritik. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vermied hingegen zunächst öffentliche Schelte, doch sein Vizekanzler Klingbeil wählte schon am Sonntag den Begriff der versuchten "Erpressung" durch Trump. Am Montag sagte Klingbeil auch, die EU habe Instrumente für "sehr empfindliche Maßnahmen" gegen wirtschaftliche Erpressung.

Gemeint ist offenbar die "Handels-Bazooka", ein EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung, offiziell genannt Anti-Coercion Instrument (ACI). Frankreich könnte die Nutzung des Instruments beantragen, wie es aus dem Umfeld von Präsident Emmanuel Macron hieß.

Das Gesetz ermöglicht es, Vergeltungszölle auf den Import von US-Waren zu verhängen. Zudem könnten US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden - oder für bestimmte Produkte Ein- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen werden.

EU-Zölle könnten greifen

Unabhängig davon könnten ab Anfang Februar die im vergangenen Jahr beschlossenen, aber zunächst gestoppten EU-Zölle auf US-Waren starten. Die EU hatte diese Gegenmaßnahmen Anfang August nach der damaligen Zoll-Einigung mit den Vereinigten Staaten für sechs Monate ausgesetzt. Entscheidet die EU-Kommission sich bewusst dafür, würden die damals bereits vorbereiteten Maßnahmen Anfang Februar automatisch in Kraft treten.

"Wir werden stets unsere strategischen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen schützen", schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf X. Kurz davor hatte EU-Ratspräsident António Costa die Einberufung des Sondergipfels erklärt. Als Termin kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Costa betonte, man sei bereit, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen.

Nato-Chef und Starmer sprechen direkt mit Trump

Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Premierminister Keir Starmer führten am Sonntag Telefongespräche mit Trump. Von Rutte hieß es, er habe mit dem US-Präsidenten über die Sicherheitslage in Grönland und der Arktis geredet. "Wir werden weiter daran arbeiten", sagte er. Für Montag ist ein Treffen Ruttes mit Ministern aus Dänemark und Grönland angekündigt. Zum Ort für Krisengespräche könnte das Weltwirtschaftsforum in Davos werden: Trump wird dort am Mittwoch erwartet, auch Bundeskanzler Merz reist dorthin.

Der neue Zollstreit weckt große wirtschaftliche Sorgen, auch in Deutschland. Der Dax startete am Montag gedämpft, dafür stieg der Preis von Gold und Silber. Die frühere Außenministerin und heutige Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock (Grüne), sagte im Deutschlandfunk, die USA schadeten sich mit ihrer Zollpolitik auch selbst. Was Trump gerade tue, sei "auch ein absoluter Schuss ins eigene wirtschaftliche Knie"./vsr/DP/jha



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   19 20 21 22 23    Berechnete Anzahl Nachrichten: 826     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
16.03.2026 18:37 UN-Bericht: Israel beging 2025 Kriegsverbrechen im Iran
16.03.2026 18:33 ROUNDUP 6/Unicredit bietet für Commerzbank: 'An der Zeit zu...
16.03.2026 18:32 EU-Einigung scheitert: Freiwillige 'Chatkontrolle' endet
16.03.2026 18:22 Unicredit bietet für Commerzbank: «An der Zeit zu reden»
16.03.2026 18:16 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich - Co...
16.03.2026 18:14 Polizei: Raketenteile in Jerusalems Altstadt niedergegangen
16.03.2026 18:13 Aktien Wien Schluss: ATX legt zu
16.03.2026 18:12 US-Anleihen: Kaum verändert - Sinkende Ölpreise stützen
16.03.2026 18:09 Aktien Europa Schluss: Gewinne dank vager Ölmarkthoffnung
16.03.2026 18:08 Einspruch gegen Díaz-Sperre abgelehnt - auch Jackson fehlt
16.03.2026 18:06 Merz: Kein Militäreinsatz in Straße von Hormus - Kritik an...
16.03.2026 18:05 EQS-News: Teams Chinas und der USA führen intensive, offene...
16.03.2026 18:05 ROUNDUP 5/Unicredit bietet für Commerzbank: 'An der Zeit zu...
16.03.2026 18:00 EQS-News: Effecten-Spiegel AG: Ergebnis zum Geschäftsjahr 2...
16.03.2026 17:57 Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne - Gesunkene Ölpreise...
16.03.2026 17:56 ROUNDUP/Warnstreik: Kein Betrieb am Hauptstadtflughafen am M...
16.03.2026 17:55 Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich etwas - Comm...
16.03.2026 17:36 Warnstreik: Kein Betrieb am Hauptstadtflughafen am Mittwoch
16.03.2026 17:35 TAGESVORSCHAU: Termine am 17. März 2026
16.03.2026 17:35 WOCHENVORSCHAU: Termine bis 30. März 2026
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
17.03.2026

VIRGIN WINES UK PLC
Geschäftsbericht

TECHNOLOGY METALS AUSTRALIA LTD
Geschäftsbericht

LUMIBIRD SA
Geschäftsbericht

LATÉCOÈRE SA
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services