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| 18.01.2026 15:05 ROUNDUP: Polizei startet Vernehmung von Opfern des Sparkassen-Coups GELSENKIRCHEN (dpa-AFX) - Mehrere hundert Geschädigte des Millionen-Coups von Gelsenkirchen haben bei der Polizei bereits konkrete Termine für ihre Vernehmungen ausgemacht. "Der Montag ist schon komplett ausgebucht, im Laufe der Woche haben wir aber noch einige Lücken", sagte eine Polizeisprecherin. Da insgesamt mehr als 3.000 Schließfächer bei dem Einbruch geknackt wurden, würden sich die Vernehmungen über Wochen hinziehen. Die Gelsenkirchener Polizei hat nach eigenen Angaben extra Büroräume für die Vernehmungen angemietet, die am Montag starten sollen. Wegen der hohen Zahl an Geschädigten sei eine umfangreiche logistische Planung nötig gewesen. Die Behörde hat eine Telefonnummer geschaltet, über die alle Opfer unter Angabe ihrer Schließfachnummer einen Termin ausmachen sollen. Einbrecher bohrten sich direkt in den Tresorraum Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, gilt als zentrale Frage bei den Ermittlungen. "Jede und jeder Geschädigte wird die Chance erhalten, bei der Polizei Angaben zum Inhalt seines Schließfachs machen zu können. Diese Informationen fließen direkt in die Ermittlungen ein und können neue Ansätze zur Tatermittlung liefern", betonte ein Polizeisprecher. Anwalt will Ende der Woche erste Klagen einreichen "Die Anzahl der zu vernehmenden Kundinnen und Kunden ist hoch. Kommen Sie als Geschädigte oder Geschädigter bitte möglichst allein, sofern dies möglich ist." Und: "Sollten Sie Unterlagen, Dokumente oder Beweise zu den Gegenständen aus Ihrem Schließfach besitzen, bringen Sie diese bitte mit." Unterdessen kamen rund 600 Geschädigte am Samstagabend zur Info-Veranstaltung einer Anwaltskanzlei in die Arena auf Schalke. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann will nach eigenen Angaben voraussichtlich bereits Ende der Woche beim Landgericht Essen die ersten Klagen gegen die Bank einreichen. Aussichtsreichste Fälle für Musterverfahren Dabei gehe es zunächst um eine Handvoll besonders beweiskräftiger Fälle, bei denen die Opfer den Inhalt ihrer Schließfächer fundiert nachweisen könnten, sagte Kuhlmann der Deutschen Presse-Agentur. Diese Fälle sollten als Musterverfahren dienen. Sofern die Sparkasse sich danach nicht kooperativ zeige, würden weitere Klagen eingereicht. Bislang habe er bereits Vollmachten von etwa 300 Mandanten. Der Gelsenkirchener Sparkassenchef Michael Klotz hatte zuletzt Kritik an der Sicherheitstechnik in der Bank zurückgewiesen. Die Filiale mit dem Schließfachraum sei nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert gewesen. Schließfächer sind bis zu einem bestimmten Wert versichert Auch der Marler Anwalt Burkhard Benecken hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 100 Mandanten gesammelt, die bereit sind zu klagen. Fachleute erwarten, dass die Bank sich angesichts des hohen Millionenschadens juristisch energisch zur Wehr setzen wird. Über die Sparkasse ist der Inhalt jedes Schließfachs bis zu einem Wert von 10.300 Euro versichert. Zahlreiche Schließfachbesitzer haben über ihre Anwälte angegeben, dass sie teils deutlich höhere Werte in ihrem Fach gelagert hatten./ola/DP/zb Weitere Nachrichten |
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