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12.01.2026 14:45



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Drei Wege zur Outperformance - und ein Oma-Blatt

Nach einem verlorenen Jahrzehnt melden sich Schwellenländer-Aktien eindrucksvoll zurück. Der MSCI Emerging Markets hat den MSCI World im letzten Jahr erstmals seit fünf Jahren outperformt. Der Favoritenwechsel könnte nicht nur zyklisch, sondern auch strukturell begründet sein, meint Ali Masarwah, Fondsanalyst und Geschäftsführer des Beratungshauses Envestor.

12. Januar 2026. FRANKFURT (envestor). Günstigere Bewertungen, höhere Wachstumsraten und Rückenwind durch sinkende US?Zinsen: Anleger in Schwellenländer-Aktien (und nicht nur sie!) können auf ein weiteres gutes Jahr hoffen. Investoren in Schwellenländern wurden in den vergangenen Jahren nicht verwöhnt. Der MSCI Emerging Markets stand seit 2021 im Schatten des MSCI World, der von der spektakulären Tech-Hausse in den USA profitierte.

Doch im vergangenen Jahr kam es zu einer Schubumkehr: Aus der Perspektive der Euro-Investments legte der MSCI Emerging Markets um knapp 18 Prozent zu, gegenüber rund 7 Prozent beim MSCI World. Erstmals seit 2020 zeigten Schwellenländer-Aktien ihren Pendants in den Industrieländern eine lange Nase. Es ist nicht so lange her, dass Schwellenländer-Aktien "mega out" waren und China-Aktien als nicht investierbar galten. Heute stellt sich für Anlegende weniger die Frage, ob sie Emerging Markets in ihren Portfolios beimischen, sondern wie.

Drei Aktien-Ansätze drängen sich dabei auf - und eine vierte Variante für besonders konservative Investoren.

1. Marktbreiter Zugang: ETFs und breit streuende Fonds

Wer Emerging Markets in der minimalistischen Variante seinem Depot beimischen will, fährt mit marktbreiten Lösungen am besten. Klassische ETFs, die den MSCI Emerging Markets abbilden, sichern einen gleichermaßen einfachen wie soliden Zugang.

Wer es etwas marktbreiter möchte, legt sich einen ETF auf den MSCI EM IMI ins Depot. Die Abkürzung IMI steht für "Investable Market Index" und bringt einen höheren Anteil von Nebenwerten ins Spiel. Der MSCI EM IMI enthält rund 2.000 Titel, aber die Schwerpunkte sind identisch mit dem MSCI EM: China, Taiwan, Indien und Südkorea bringen zusammen gut drei Viertel des Indexgewichts auf die Waage.

Sektorenseitig ist das alte Rohstoff-Klischee passé; Informationstechnologie ist mit knapp 25 Prozent der größte Block, gefolgt von Finanzwerten, zyklischem Konsum, Kommunikationsdiensten und Industrie, während Rohstoffe mit etwa 7 Prozent nur noch eine Nebenrolle spielen. Für Viele ist das der natürliche Einstieg: einfache Handelbarkeit, günstige Kosten und volle Partizipation an der Indexentwicklung.

Wer einen Schritt weitergehen will, findet breit streuende aktive Fonds mit mehr oder weniger niedrigen Tracking Errors. Besonders quantitative Ansätze - etwa aus dem Hause Robeco - adressieren Indexschwächen und sichern auch langfristig eine risikobereinigte Outperformance. Voraussetzung ist allerdings, dass Anlegerinnen und Anleger Zugang zu günstigen Strategien finden. Vor allem gilt es, Fonds mit niedrigen laufenden Kosten zu wählen.

2. Abseits des MSCI Emerging Markets

Die eigentlichen Wachstumsgeschichten der Schwellenländer spielen sich oft außerhalb der Standardindizes ab. Viele schnell wachsende Digital- und Tech-Unternehmen - etwa Kaspi mit seiner Super-App in Kasachstan, Nubank als brasilianisches Fintech, Sea mit Gaming, E?Commerce und Fintech in Südostasien und Lateinamerika, Nebius als Cloud- und KI?Infrastruktur-Anbieter oder Robotaxi?Pionier Pony AI - fehlen in den großen EM?Indizes ganz oder sind nur in Spurenelementen vertreten. Aktiv gemanagte EM?Fonds können solche Titel aufnehmen und damit an strukturellen Trends wie Digitalisierung, KI, Fintech und neuer Mobilität partizipieren, die in Benchmarks nur unvollständig reflektiert sind.

Dieser Ansatz spricht renditeorientierte Anleger an, die bewusst mehr Wachstum und mehr Einzeltitelrisiko akzeptieren. Die Vergangenheit zeigt aber auch, dass Phasen spektakulärer Outperformance oft von ebenso spektakulären Korrekturen gefolgt werden - 2022 war dafür ein Lehrstück -, weshalb solche Strategien eher in den Satellitenbaustein eines Portfolios gehören als in den Kern. Das gilt auch für Frontier-Märkte, also für Aktien aus der zweiten Reihe, die sich nicht im MSCI Emerging Markets finden.

Für Nebenwerte und Frontier Markets empfiehlt es sich, auf bewährte aktiv verwaltete Fonds zu setzen. Sparfüchse müssen allerdings die Kröte schlucken, dass die meisten dieser Fonds jährliche Kosten von 2 bis 4 Prozent nach sich ziehen. Doch robuste Ansätze sind dennoch in der Lage, Mehrwert für Anleger zu schaffen.

3. Risikoarme EM?Aktien: Low?Volatility- und defensive Konzepte

Am anderen Ende des Spektrums stehen Strategien, die Schwellenländer bewusst entschärft spielen. Defensive Strategien setzen auf robuste Geschäftsmodelle, günstige Bewertungen, stabile Sektoren oder Minimum?Volatility?Strategien, die Schwankungen und Drawdowns gegenüber klassischen Marktportfolios deutlich reduzieren.

Sie zielen auf Anlegerinnen und Anleger, die am langfristigen Wachstum der Schwellenländer teilnehmen wollen, die typischen Ausschläge aber nur begrenzt ertragen. Die Kehrseite ist, dass solche Strategien in starken Haussephasen oft hinter dynamischen Wachstumsfonds und dem breiten Markt zurückbleiben. Dafür erkaufen sich die Anlegenden eine glattere Ertragskurve, was psychologisch wertvoll sein kann: Viele steigen bei hohen Verlusten zur Unzeit - sprich am Tiefpunkt - aus.

4. Schwellenländer-Anleihen: Sicherheit, Zinsen, Währungshebel

Wem Aktien-Risiken in Schwellenländern zu hoch sind, findet mit Anleihen eine Alternative, die dennoch sehr lukrativ sein kann. Das gilt vor allem für Staatsanleihen in lokalen Währungen, die oft weniger riskant sind, als es viele vermuten. Wussten Sie, dass Emerging Markets häufig weniger stark verschuldet sind als Industrieländer? Sie bieten dennoch höhere Zinsen als die Anleihen von Staaten aus Europa und den Vereinigten Staaten.

Heute befinden sich Schwellenländer-Anleihen in einem Sweet Spot. Viele Notenbanken in den Schwellenländern haben ihre Leitzinsen bereits frühzeitig 2020 angehoben und so rechtzeitig auf die steigende Inflation reagiert. Staatsanleihen in lokalen Währungen bieten also attraktive Kupons.

Gleichzeitig besteht die Aussicht, dass die US?Zinsen in diesem Jahr sinken werden. Das macht klassische Carry?Trades wieder interessanter: Anlegende kassieren nicht nur das Zinsdifferenzial, sondern profitieren im Idealfall zusätzlich von Währungsgewinnen.

In Euro bieten EM?Lokalwährungsanleihen eine sinnvolle Ergänzung zu Euro?Bonds - vorausgesetzt, sie akzeptieren höhere Volatilität. Politische Risiken, institutionelle Schwächen und punktuelle Währungskrisen bleiben reale Gefahren, sind aber längst nicht mehr das "Privileg" von Schwellenländern: Immer mehr steht auch die fiskalpolitische Integrität der USA infrage. Der Absturz des US-Dollars lieferte darüber 2025 beredtes Zeugnis ab.

Von Ali Masarwah, 12. Januar 2026, © envestor.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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