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09.01.2026 10:13

ROUNDUP: Bahn stellt Fernverkehr im Norden wegen Schneesturms ein

BERLIN/HAMBURG/HANNOVER (dpa-AFX) - Wintersturm "Elli" zieht mit geballten Schneeladungen über Deutschland. Die Deutsche Bahn reagierte und stoppte den Fernverkehr im Norden Deutschlands.

Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover sei bis mindestens Mittag eingestellt, teilte die Bahn mit: "Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich." Der Betriebsstopp sei nötig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Die Bahn kündigte weiter an, die Fahrgäste an den Bahnhöfen zu versorgen. In Hannover stellt sie Aufenthaltszüge bereit.

Glätte und Unfälle:

Bundesweit sind auch viele Straßen und weitere Schienenverbindungen betroffen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor spiegelglatten und verschneiten Straßen in etlichen Regionen. In etlichen Städten wurde der Busverkehr vorsichtshalber eingestellt. Auf einigen Straßen etwa im Westen Deutschlands war es am frühen Morgen so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der Glättewarnungen zu Hause geblieben waren.

Erhebliche Behinderungen gibt es auf mehreren Autobahnen: In Osthessen sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. "Das Problem ist der Schwerlastverkehr", sagte der Sprecher. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz.

Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus. Ein brennender Lastwagen sorgte auf der Autobahn 2 bei Garbsen in der Nähe von Hannover für Verkehrsbehinderungen. Warum sich der Lastwagen auf glatter Straße drehte und Feuer fing, war zunächst nicht bekannt. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht.

Wetterlage:

"Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall", sagte DWD-Meteorologe David Menzel am Morgen. "Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das große Ganze betrachtet - nichts sonderlich Außergewöhnliches." Dennoch: Für weite Teile Deutschlands, vor allem für den Norden die Mittelgebirge, gelten Unwetterwarnungen des Wetterdienstes.

Der DWD sagte "von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle" voraus, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind - in Regen übergehen. Dann wird es sehr glatt.

Von der Nordsee bis in den Osten können verbreitet um die 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen.

Und: "Ein Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden - gebietsweise Unwetter!", so der DWD. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen.

Bahnverkehr:

Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen gestrichen.

Bahnsprecher Achim Stauß sagte im "ZDF-Morgenmagazin", Sicherheit habe für die Bahn weiterhin oberste Priorität. "Wir wollen natürlich auch nicht in unsicheren Situationen Züge auf die Strecke schicken, die dann vielleicht das Ziel nicht erreichen oder nicht wieder zurückfahren können." Da sei es besser, den Zug am Bahnhof zurückzuhalten.

Flugverkehr:

Das Winterwetter hat zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Am frühen Morgen gab es keine Einschränkungen bei Starts und Landungen.

Die Wetterlage werde im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet, vor allem mit Blick auf den Wind. "Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht", sagte die Sprecherin am größten deutschen Airport. Am Donnerstag mussten wegen des Winterwetters am größten deutschen Flughafen rund 200-mal Flugzeuge enteist werden. 25 Enteisungsfahrzeuge waren im Einsatz - "ruhiger Winterbetrieb", wie Fraport mitteilte.

Fährverkehr:

Der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren.

Schulen:

Schneefrei, zumindest für manche Schüler: In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.

Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen./may/DP/jha



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