Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
09.09.2025 17:58

ROUNDUP: Frankreichs Premier Bayrou zurückgetreten

PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Premier François Bayrou hat nach einer verlorenen Vertrauensfrage den Rücktritt seiner Regierung eingereicht. Bis zur Nominierung eines Nachfolgers werden er und sein Kabinett geschäftsführend im Amt bleiben, hieß es auf der offiziellen Regierungs-Webseite.

Der Élysée-Palast hatte bereits am Montagabend mitgeteilt, Präsident Emmanuel Macron werde Bayrous Rücktritt annehmen. Macron, der über den Fall der Regierung selbst unter Druck gerät, wolle schon in den kommenden Tagen einen Nachfolger von Bayrou ernennen.

Macron in gespaltenem Land vor schwieriger Premier-Suche

Für Staatschef Macron gilt es, einen neuen Premierminister zu finden, der das politisch gespaltene Land führen kann. In der Nationalversammlung stehen sich Macrons Liberale, das linke Lager und die Rechtsnationalen um Marine Le Pen als drei große Blöcke gegenüber. Keiner von ihnen verfügt über eine eigene Mehrheit. Das Regieren in lagerübergreifenden Koalitionen ist Frankreich nicht gewohnt. Entsprechend vertrackt ist die Ausgangslage.

Trotz zahlreicher internationaler Krisen wird Macron sich daher nun wohl ein Stück weit von der internationalen Bühne zurückziehen. Für ihn heißt es zunächst: im Eiltempo einen neuen Regierungschef finden, bevor sich die Stimmung innenpolitisch zu sehr aufheizt und er zu sehr in die Schusslinie gerät. Schon am Mittwoch droht großer Protest in Frankreich, in der kommenden Woche sind Streiks angekündigt.

Theoretisch bliebe Macron auch eine zweite Option: Er könnte die Nationalversammlung auflösen und Neuwahlen ausrufen, so wie er das nach der Schlappe seines Mitte-Lagers bei der Europawahl im vergangenen Jahr getan hatte.

Mehrfach hatte der Präsident danach allerdings zu erkennen gegeben, eine erneute Auflösung, wenn irgend möglich, verhindern zu wollen. Auch dass er bereits kurz nach der Vertrauensfrage ankündigen ließ, in wenigen Tagen einen neuen Regierungschef zu ernennen, spricht gegen diese Möglichkeit. Sollte die Suche nach einem Premier jedoch nicht gelingen, wäre dies dennoch eine Option, um zu versuchen aus der verfahrenen Lage herauszukommen.

Zwei gescheiterte Premier in kurzer Zeit - Druck auf Macron

Auch wenn Macron als Staatschef nicht direkt vom Regierungsrücktritt betroffen ist, ist der Schritt für ihn ebenfalls eine Schlappe. Mit Bayrou muss bereits der zweite Premier innerhalb eines guten Jahres seinen Posten räumen.

Die Regierung von Michel Barnier war im Dezember von der Opposition mit einem Misstrauensvotum nach nicht einmal drei Monaten im Amt gestürzt worden. Bayrou regierte nur knapp neun Monate. Das Scheitern der beiden schadet auch dem Ansehen von Macron, der den Premier ernennt.

Die Kritik der Opposition am Staatschef dürfte sich noch einmal verstärken. Besonders die Rechtsnationalen um Le Pen wittern eine Chance, ihre Macht im Land auszubauen. Sie drängen auf eine Neuwahl der Nationalversammlung. Die Altlinke LFI will gleich versuchen, Macron abzusetzen und eine vorgezogene Präsidentschaftswahl herbeizuführen. Dass dies gelingt, gilt aber als unwahrscheinlich.

Eigentlich ist die Wahl erst für 2027 vorgesehen. Viele Gemäßigte fürchten, dass dieses Mal Marine Le Pen gewinnt, auch wenn wegen eines laufenden Justizverfahrens noch nicht feststeht, ob sie überhaupt wird kandidieren können.

Macron selbst kann nach zwei Amtszeiten 2027 nicht erneut antreten. Der Präsident will unbedingt verhindern, den Élysée an die Rechtsnationalen zu übergeben. Auch er wird das Votum daher im Hinterkopf haben, wenn er entscheidet, wie es in Frankreich nun weitergehen soll.

Verschuldetes Frankreich braucht neuen Haushalt

Ein nicht unbeachtlicher Faktor ist zudem Frankreichs Schuldenlast. Das hochverschuldete Land muss seinen Sparkurs dringend festigen und einen Haushalt für das kommende Jahr verabschieden. Sollte die Hängepartie zu lange anhalten, droht zudem, das Vertrauen an den Märkten zu sinken, was die französischen Finanzen noch stärker belasten würde. Auch in Brüssel schaut man genau auf die Haushaltslage. Die Europäische Kommission hatte bereits im vergangenen Jahr ein Strafverfahren wegen zu hoher Neuverschuldung eingeleitet und befürchtet nun, dass sich die Situation angesichts der politischen Lage weiter zuspitzen könnte. Die Hängepartie könnte für die Eurozone zur Belastung werden.

Wer kann es richten?

Noch ist unklar, auf wen Macron setzen könnte, um Frankreich aus der Krise zu führen. Als aussichtsreichen Kandidaten handeln Medien den Macron nahestehenden Verteidigungsminister Sébastien Lecornu. Auch die Namen von Justizminister Gérald Darmanin, Arbeits- und Gesundheitsministerin Catherine Vautrin oder von Finanz- und Wirtschaftsminister Éric Lombard fielen.

Macron wird wohl versuchen, einen Kandidaten zu finden, der sowohl von den Sozialisten als auch bei den konservativen Républicains akzeptiert wird, um so eine möglichst stabile Regierung zu haben. Ob der Spagat zwischen den sich traditionell gegenüberstehenden Lagern allerdings gelingen kann, bleibt abzuwarten. In Berlin, an das Paris zuletzt wieder enger heranrückte, werden unmittelbare Auswirkungen der innenpolitischen Krise in Frankreich auf die Zusammenarbeit beider Länder nicht erwartet./rbo/DP/jha



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:  1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 472     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
08.03.2026 07:55
08.03.2026 07:50 EQS-News: Von der Unterstützung der Entwicklung von Kindern...
08.03.2026 06:45 «Sehr schön»: Russell läutet neue Formel-1-Ära mit Sieg ein
08.03.2026 05:00 Mehr Chefinnen im Mittelstand - aber oft bei Minifirmen
08.03.2026 04:50 dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten
08.03.2026 04:50 dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum
08.03.2026 04:00 Mehr Döner bestellt - trotz höherer Preise
08.03.2026 04:00 Minister Rainer: Licht und Schatten in «Veggie»-Kompromiss
07.03.2026 21:05 ROUNDUP/Sieg in Überzahl: BVB erhöht Druck auf Köln-Coach...
07.03.2026 21:05 ROUNDUP: Neue Angriffe in Emiraten und Saudi-Arabien
07.03.2026 20:58 GNW-DD: Renk Group AG: Sevinc Sagel, Verkauf
07.03.2026 20:49 GNW-DD: Renk Group AG: Sevinc Sagel, Kauf
07.03.2026 20:45 WDH: Saudi-Arabien und Pakistan beraten über gemeinsame Ver...
07.03.2026 20:41 Borussia Dortmund siegt in Köln 2:1
07.03.2026 20:32 Trainer Bauer vor dem Aus: Wolfsburg verliert gegen Hamburg
07.03.2026 20:15 Traumstart perfekt: Deutsche Fußballerinnen siegen klar
07.03.2026 19:40 Schweizer entscheiden über Rundfunkbeitrag
07.03.2026 19:35 EQS-News: FACHMESSEN: IEG, HERVORRAGENDE ERGEBNISSE FÜR KEY...
07.03.2026 19:25 EQS-News: Aufwertung der Edge-KI: Apacer bringt industrietau...
07.03.2026 19:25 Neue Angriffe in Emiraten und Saudi-Arabien
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
08.03.2026

RAS AL KHAIMAH PROPERTIES
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

INDIA INFOLINE LIMITED
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

QATAR CINEMA & FILM
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

QATAR TELECOM Q.S.C.
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services