Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
29.04.2025 06:35

ROUNDUP: Weniger Kitas in ärmeren Stadtvierteln

BERLIN (dpa-AFX) - In ärmeren Stadtvierteln in Deutschland stehen Eltern oft weniger Kita-Plätze für ihre Kinder zur Verfügung als in wohlhabenderen Quartieren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). "Dort, wo frühkindliche Bildung am dringendsten gebraucht wird und am effizientesten nützt, ist sie am rarsten", schreibt das arbeitgebernahe Institut in seiner Erhebung "Ungleichheiten lokaler Kita-Versorgung", die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

52 Städte unter der Lupe

Die Forscher haben die Kita-Situation in mehr als 2.600 Quartieren von 52 Städten untersucht, zu denen kleinräumige offizielle Daten etwa über Familienstrukturen und Abhängigkeit der Bewohner von staatlichen Leistungen vorliegen. Das Ergebnis: Zwar ist es seit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab zwei Jahren 2013 zu "einem enormen Ausbau" an solchen Plätzen gekommen. "Dennoch konnte das Angebot nicht mit der noch stärker gestiegenen Nachfrage Schritt halten." Eltern von schätzungsweise 300.000 Kindern hätten zuletzt vergeblich einen Kita-Platz gesucht.

Am Schwierigsten gestaltet sich die Suche nach den Ergebnissen der IW-Forscher ausgerechnet in den Vierteln, in denen es Kinder wegen der härteren sozialen Lage der Eltern ohnehin mühsamer haben. Zwar könne es auch unterschiedliche Meinungen in den Familien geben, ob man das Kind in die Kita gibt oder nicht. Doch vor allem stellen die Forscher eine "Versorgungslücke" fest: Sozial prekär gestellten Elternhäusern gelingt es demnach seltener als gut situierten, den Wunsch nach Kita-Betreuung in Erfüllung gehen zu lassen.

Spitzenreiter Heidelberg

Konkret: Die 20 Prozent der Stadtviertel mit der niedrigsten Quote an Grundsicherungsbeziehenden sind um rund 16 Prozent besser mit Kitas versorgt als der jeweilige Stadtdurchschnitt. Und die 20 Prozent mit den meisten Leistungsempfängerinnen und -empfängern weisen laut der Studie rund 5 Prozent weniger Kitas auf. "Mitunter besteht eine doppelt, dreifach oder sogar vierfach so gute Versorgung eines sozio-ökonomisch gut gestellten im Vergleich mit einem prekären Stadtteil."

Innerhalb derselben Stadt gebe es in wohlsituierten Vierteln im Schnitt ein Drittel mehr Kitas pro einer bestimmten Anzahl Kinder als in ökonomisch prekär aufgestellten Räumen. Doch auch zwischen den Städten gebe es Unterschiede, so die Forscher. Besonders gut schneidet in deren Städte-Ranking Heidelberg ab - hier kommen auf eine erreichbare Kita 61 Kinder. Am unteren Ende dieser Auflistung stehen Gelsenkirchen und Krefeld mit jeweils 166 Kindern.

Hauptgrund: Freie Kitas in Boom-Vierteln

In den Gebühren sehen die Forscher nur einen möglichen Grund für die Entscheidung der Eltern, Kinder keine Kita besuchen zu lassen. Fähigkeit und Bereitschaft, die Gebühren zu tragen, seien unterschiedlich. Doch verweisen die Forscher auch auf die Abschaffung der Gebühren in vielen Ländern und Kommunen. Auch seien unter den Eltern mit niedrigerem sozialen Status und Migrationshintergrund öfter Menschen, denen es nicht so leicht falle, volle Informationen einzuholen und einen der raren Kita-Plätze zu ergattern.

Als Hauptgrund für die ungleiche Kita-Verteilung sieht die Studie, "dass sich konfessionelle und privat-gemeinnützige Kitas deutlich häufiger in prosperierenden Quartieren ansiedeln als in sozial schwachen Stadtteilen". In besser gestellten Stadtteilen habe es eine deutliche Ausweitung öffentlich bezuschusster Kita-Angebote mit gemeinnütziger Trägerschaft gegeben.

Nachfrage besser gestellter Familien höher gewichtet?

Doch warum werden in ärmeren Vierteln nicht ebenso viele Kitas gebaut? "Erstens priorisieren Kommunen möglicherweise die Nachfrage von sozial besser gestellten Familien, weil diese Gruppen ihre Bedarfe und Ansprüche besser kommunizieren." Zweitens träfen konfessionelle und frei-gemeinnützige Träger oft auch eigene Standortentscheidungen - und inzwischen befänden sich rund zwei Drittel der Kita-Plätze unter ihrem Dach.

In Westdeutschland wirkten die Städte dem Trend zur ungleichen Verteilung der Kitas teilweise entgegen, so die IW-Forscher - mit kommunalen Kitas. In ostdeutschen Städten hingegen sei der Trend zur Ungleichheit durch mehr Kitas in bessergestellten Vierteln besonders deutlich.

Verfestigung von Ungleichheit

Für die Forscher ist die ungleiche Verteilung der Kitaplatz- und somit Bildungschancen "fatal", wie sie schreiben. Denn so komme es vermutlich zu "Reproduktion von sozio-ökonomischen Chancenungleichheiten" - sprich soziales Gefälle werde nicht weniger, sondern mehr.

Studienautor Matthias Diermeier sagte der dpa: "Das Geld, das in Kitas investiert wird, kommt nicht ausreichend da an, wo es ankommen sollte." Diermeier warnt vor einer Verfestigung von Ungleichheitsstrukturen.

Auch gute Schulnoten ungleich verteilt

Erst vor rund zwei Jahren hatte die internationale Bildungsstudie PISA Deutschland kein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Unterschiede in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften - hieß es damals - seien in kaum einem Land so groß sind wie in Deutschland. Der Effekt der sozialen Herkunft sei hierzulande besonders groß. Das IW verweist nun auf diese PISA-Studie - und mahnt mehr Anstrengungen dafür an, dass alle von frühkindlicher Bildung als Basis für den weiteren Weg profitieren können./bw/DP/zb



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   16 17 18 19 20    Berechnete Anzahl Nachrichten: 494     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
09.01.2026 11:15 UBS hebt L'Oreal auf 'Buy' - Ziel hoch auf 430 Euro
09.01.2026 11:14 Eurozone: Umsätze im Einzelhandel steigen leicht
09.01.2026 11:14 Berenberg belässt Rio Tinto auf 'Hold' - Ziel 5300 Pence
09.01.2026 11:13 Barclays belässt RWE auf 'Overweight' - Ziel 52 Euro
09.01.2026 11:12 Barclays belässt Enel auf 'Overweight' - Ziel 9,30 Euro
09.01.2026 11:11 Barclays hebt Ziel für National Grid auf 1400 Pence
09.01.2026 11:09 ROUNDUP 2: Bahn stellt Fernverkehr im Norden wegen Schneestu...
09.01.2026 11:08 Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze
09.01.2026 11:08 Barclays senkt Ziel für EssilorLuxottica auf 360 Euro
09.01.2026 11:07 Barclays belässt BASF auf 'Equal Weight' - Ziel 41 Euro
09.01.2026 11:07 USA, Europa und Mini retten BMW den Absatz - China schwach
09.01.2026 11:06 AKTIE IM FOKUS: Teamviewer erholt nach Umsatzzahlen - Langfr...
09.01.2026 11:06 Barclays hebt Ziel für Santander auf 11,30 Euro - 'Overweig...
09.01.2026 11:03 Irans Führer verurteilt Proteste - Bericht über Tote
09.01.2026 11:02 Trump: Zweiter US-Angriff auf Venezuela abgesagt
09.01.2026 11:00 USA, Europa und Mini retten BMW den Absatz
09.01.2026 10:54 EQS-News: NORDWEST Handel AG: Stabilität in der Unternehmen...
09.01.2026 10:52 GESAMT-ROUNDUP: Deutsche Produktion steigt unerwartet - aber...
09.01.2026 10:51 AKTIE IM FOKUS: Auto1 gefragt - Goldman Sachs mit hohem Kurs...
09.01.2026 10:45 Brandenburg: BSW-Fraktion wird AfD-Antrag für Neuwahl zusti...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
11.01.2026

Jordanien
Verbraucherpreisindex (CPI)

AL-SHEHILI METAL INDUSTRIES CO
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services