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14.04.2025 10:57



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Das Zollchaos und der Kursrutsch an den Börsen lasten auch auf dem Scale-Segment. Umsatzrenner ist Motorenbauer Steyr. Die Aktie notiert zwar deutlich unter den März-Hochs, der Kurs hat sich dieses Jahr aber immer noch verdoppelt.

14. April 2025. Der weltweite Ausverkauf an den Börsen hat auch vor dem Scale-Segment nicht halt gemacht. Am Freitagmorgen liegt der Scale-All-Share-Index bei 1.012 Punkten, nach 1.133 Punkten vor einem Monat. Hingucker im Segment ist derzeit ganz klar Steyr Motors (AT0000A3FW25). Der Kurs des österreichischen Motorenbauers ist Mitte März rasant angestiegen auf in der Spitze 430 Euro. Dann ging es fast ebenso rasant wieder nach unten auf aktuell 34 Euro. Gegenüber dem Niveau Anfang des Jahres ist das allerdings immer noch eine Kursverdopplung.

Steyr profitiert vom Rüstungsboom, denn das Unternehmen produziert Motoren für die militärische Anwendung. Zuletzt meldete Steyr einen wichtigen Auftrag aus Indien über die Lieferung von Hochleistungsdieselmotoren. Die Beteiligungsgesellschaft Mutares, selbst ehemaliges Scale-Mitglied, hat sich nun von einem größeren Paket Steyr-Aktien getrennt und hält jetzt nur noch rund 40 Prozent.

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Umsatzrenner Steyr. Steyr war im März mit Abstand die meistgehandelte Scale-Aktie auf den Marktplätzen der Deutschen Börse mit 205 Millionen Euro Umsatz. Es folgten die üblichen umsatzstarken Titel 2G Energy (DE000A0HL8N9) mit 23 Millionen Euro, Mensch und Maschine (DE0006580806) mit 15 Millionen sowie Verve Group (SE0018538068) und Deutsche Rohstoff AG (DE000A0XYG76) mit jeweils 7 Millionen Euro.

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Auf Zwölfmonatssicht weist diesmal Swissnet (CH0451123589) die beste Entwicklung auf mit einem Kursplus von 57 Prozent. Ebenfalls gut entwickelt haben sich seit April 2024 Verve Group (SE0018538068), MPC Capital (DE000A1TNWJ4), Apontis Pharma (DE000A3CMGM5) und Cyan (DE000A2E4SV8).

Veganz berappelt sich, 2G-Aktie volatil nach oben

Klar im Plus zumindest in diesem Jahr ist die Veganz Group (DE000A3E5ED2). Der Kurs kletterte seit Anfang Januar von 5 auf jetzt 7,22 Euro. Gut an kommt, dass der Anbieter veganer Nahrungsmittel ("Veganer Genuss aus Berlin") für 2024 eine deutliche Verlustreduzierung gegenüber 2023 in Aussicht gestellt hat, wenn auch bei sinkenden Umsätzen im Kerngeschäft. Veganz baut seit 2023 sein Geschäft um. Eigene Filialen wurden aufgegeben, das Sortiment stark verkleinert. Das Unternehmen will sich auf margenstärkere Artikel konzentrieren, darunter den Milchersatz "Mililk" und die Fleischersatzprodukte "Peas-on-Earth".

Unter dem Strich nach oben bei hoher Volatilität geht es dieses Jahr auch für die stets umsatzstarke Aktie von 2G Energy (DE000A0HL8N9). Der Hersteller von Blockheizkraftwerken und Wärmepumpen meldete für 2024 einen Anstieg von Umsatz und Gewinnmarge. Zudem geht das Unternehmen davon aus, seine Rentabilität in den nächsten Jahren verbessern zu können. Die Aktie wird aktuell zu 25,10 Euro gehandelt, nach 22,80 Euro Ende 2024.

Cantourage mit "stärkstem Quartal der Unternehmensgeschichte"

Nicht wirklich vom Fleck kommt hingegen Cantourage (DE000A3DSV01). Dabei meldete der Hersteller von medizinischem Cannabis am gestrigen Donnerstag das stärkste Quartal seiner Unternehmensgeschichte. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 25,6 Millionen Euro - ein neuer Rekordwert. Aktuell kostet die Aktie 4,20 Euro nach 4,60 zu Jahresanfang, beim Börsengang Herbst 2022 waren es 6,48 Euro.

Das Analysehaus Montega AG rät erneut zum Einstieg bei Cantourage und nennt ein Kursziel von 12 Euro - auch mit Blick auf die künftige Regierung in Deutschland. "Im Koalitionsvertrag steht zum Thema Cannabis, dass im Herbst 2025 eine ergebnisoffene Evaluierung des Gesetzes zur Legalisierung von Cannabis durchgeführt werden soll", heißt es. Zwar forderten Verbände und Interessenvertretungen weiter eine Überarbeitung des Gesetzes, aber ein Weg zurück zum Zustand vor April 2024 sei zunehmend unwahrscheinlich.

Von Anna-Maria Borse © 14. April 2025, Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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