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19.03.2025 12:40

DIW: Mütterrente schließt Einkommenslücken nur unzureichend

BERLIN (dpa-AFX) - Die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Rente führt einer aktuellen Studie zufolge nur zu einer geringfügig niedrigeren Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern im Alter. "Nach fast 40 Jahren kann diese Rentenreform nur teilweise als Erfolg bewertet werden: Sie hilft Müttern, aber nicht ausreichend", heißt es in der Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. "Mütter in Westdeutschland weisen nach wie vor deutlich niedrigere Rentenansprüche auf als kinderlose Frauen und als Männer."

Demnach haben zwischen 1952 und 1959 geborene Männer im Alter von 60 Jahren in Westdeutschland einen Rentenanspruch von durchschnittlich 1420 Euro. Bei Frauen dieser Jahrgänge lägen die Ansprüche selbst unter Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten mit 890 Euro im Monat 37 Prozent niedriger. Ohne die Kindererziehungszeiten wäre die Lücke mit 41 Prozent nur wenig größer, hieß es.

Kindererziehungszeiten werden in Deutschland seit 1986 bei der Rente berücksichtigt. Grundsätzlich erhält das Elternteil mit der Hauptverantwortung für die Erziehung - meistens also die Mutter - für eine begrenzte Zahl an Jahren jeweils einen Rentenpunkt.

Koalition will drei Rentenpunkte für alle

Seit 2014 regelt die sogenannte Mütterrente, dass für nach 1992 geborene Kinder insgesamt drei Rentenpunkte gewährt werden. Für Kinder, die davor geboren wurden, gab es zunächst einen Punkt. Seit 2019 sind es 2,5. Die neue Regierungskoalition will, dass auch sie die vollen drei Punkte bekommen. Das Vorhaben war ein Wunsch der CSU.

Doch aus Sicht der DIW-Studienautoren reichen auch diese Rentenpunkte nicht aus, um die Rentenlücke im Alter zu schließen. Diese besteht nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Müttern und kinderlosen Frauen. Hauptgrund dafür sei, dass insbesondere in Westdeutschland Mütter auch viele Jahre nach der Geburt überproportional oft in Teilzeit arbeiteten und damit erheblich weniger Rentenansprüche sammeln können.

Weil Mütter in Ostdeutschland meist schnell wieder in Vollzeitbeschäftigungen einstiegen, sind die Rentenlücken in diesen Bundesländern deutlich kleiner. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kindererziehungszeiten ihren Zweck nur dann erfüllen können, wenn Frauen die Möglichkeit haben, zeitnah nach der Geburt eines Kindes in eine Vollzeit- oder vollzeitnahe Beschäftigung zurückzukehren", schreiben die DIW-Autoren./maa/DP/men



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